Mama-Kolumne: "Ich will nicht, dass mein Kind bei Oma schläft!"

„Ich will nicht, dass mein Kind bei Oma schläft.“

Unsere Autorin Marie Binder will nicht, dass ihre zweijährige Tochter schon bei der Oma schläft. Da ist es ihr auch egal, ob andere sie Glucke oder Helikopter-Mama nennen – sie kann und möchte es einfach nicht.

Baby schläft mit seinem Teddy im Arm
Ab wann kann ein Kind bei den Großeltern schlafen dürfen? Unsere Autorin finden, jetzt auf jeden Fall noch nicht! ©oksun70 via Bigstock

„Wann schläft die kleine Maus denn endlich mal bei uns?“ Seit wohl circa einem Jahr stellt mir meine Schwiegermutter dieselbe Frage. Erst war meine Antwort immer: „Nicht bevor sie zwei Jahre alt ist!“. Blöd nur, dass meine Tochter im Juli ihren 2. Geburtstag hatte und nun eben diese Altersgrenze erreicht hat – ich aber noch absolut nicht bereit bin, sie wo anders schlafen zu lassen.

„Ich will nicht, dass sie in Omas Bett liegt, nach Mama ruft und weint.“

Gründe habe ich dafür viele. Zum einen bin ich persönlich der Meinung, dass mein Baby, oder jetzt eben Kleinkind, zu mir gehört. Meine Tochter braucht mich nachts noch extrem, manchmal hilft da nicht einmal der geliebte Papa, sondern eben nur Mama. Und ich möchte nicht, dass sie nachts nach mir weint und ich dann nicht kommen kann. Ich will nicht, dass sie in Omas Bett liegt, nach Mama ruft und weint, und irgendwann vor Erschöpfung einschläft. Und weiß sie kann rufen und schreien, aber Mama kommt einfach nicht. Für mich ist das eine schreckliche Vorstellung.

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Außerdem kommt hinzu, dass ich noch nie eine Nacht von meiner Tochter getrennt war, seit sie auf der Welt ist. Das mögen manche komisch finden, andere komplett verstehen. Ich habe es bisher nicht übers Herz gebracht, sie jemand anderem anzuvertrauen. Glucke, Helikopter-Mama, nennt mich wie ihr möchtet, ich kann es bisher nicht. Und genau deshalb darf sie noch nicht bei Oma übernachten. Weil ich es noch nicht kann. Weil ich diesen Schritt, mein Kind nachts in die Obhut eines anderen zu geben, noch nicht gehen kann.

„Einige Mamas werden bei meinen Worten den Kopf schütteln und sich denken: Was ist los mit der Frau?“

Ich weiß, dass der Tag irgendwann kommen wird, und irgendwie freue ich mich ja auch schon darauf. Immerhin bekomme ich dadurch ein Stück Freiheit geschenkt. Die Möglichkeit auch einmal ohne mein Kind zu sein, zum Beispiel um ein Wellnesswochenende mit meinem Mann zu verbringen. Darauf hätte ich unglaublich Lust. Aber leider kann ich diesen Schritt noch nicht gehen. Oder besser gesagt, nicht leider, sondern: Ist halt so. Wird bestimmt irgendwann anders.

Einige Mamas werden bei meinen Worten den Kopf schütteln und sich denken: Was ist los mit der Frau? Man muss auch lernen sich von seinem Kind zu trennen. Keine Sorge, das werde ich, Schritt für Schritt, und so, wie es für meine Tochter und mich okay ist. Ich selbst verstehe im selben Atemzug beispielsweise nicht, wie man sein drei Monate altes Baby bereits bei jemand anderen schlafen lassen kann. Aber das ist ja auch okay, ich muss es ja nicht machen und ich verurteile niemanden dafür, wenn er es macht. Das macht weder mich, noch die anderen, zu einer besseren oder schlechteren Mutter. Letztens meinte meine Schwiegermutter: „Die Kleine schläft dann bei uns, wenn sie wirklich bereit dafür ist.“ Da musste ich lächeln und meinte nur: „Genau – und wenn Mama es kann!“