Ich will nicht stillen – bin ich deswegen eine Rabenmutter?

Ich will nicht stillen – bin ich eine Rabenmutter?

Für unsere Autorin Carina Jahns war von Anfang an klar, dass sie ihren Sohn nicht stillen möchte. Sich deswegen schlecht fühlen, kommt für sie aber auf keinen Fall infrage.

Neugborenes Mädchen hält ein Fläschchen in ihren Händen
"Ich will nicht stillen!" – unsere Autorin spricht über ihre ganz persönliche Entscheidung ©romrodinka via Bigstock

Schon während der Schwangerschaft macht man sich ja so seine Gedanken zum Thema Stillen. Will ich das überhaupt? Was sind die Vor- und Nachteile? Welche Alternativen gibt es? Und hört man auf die Mehrzahl der anderen Mütter, Hebammen und Krankenschwestern, dann gibt es keine Alternative. Das Stillen ist einfach der beste und gesündeste Weg, um dein Kind optimal zu versorgen.

 

Baby stillen - oder nicht? Das sind die Vor- und Nachteilen:

Denn nur durch das Stillen, sollen spätere Allergien verhindert werden können und auch das Kind immer Idealgewicht haben, weil die Muttermilch die perfekte Zusammensetzung aller Vitamine und Nährstoffe hat. Trotz all dieser Vorteile wollte ich aber nicht Stillen. Und das stand von Anfang an für mich fest. Aber warum eigentlich nicht? Ganz einfach. Ich wollte meinen Körper für mich haben.

„Obwohl ich nicht gestillt habe, habe ich bis heute ein glückliches Kind.“

Das klingt im ersten Moment vielleicht hart und egoistisch, ist aber nicht so gemeint. Ich habe es bei Freundinnen gesehen. Diese waren eigentlich nur noch im Doppelpack unterwegs. Zusammen mit ihrem Kind, dass ständig an der Brust hing. Und von Muttermilch werden Babys nun mal nicht so schnell satt wie von Milchpulver. Das merkt man daran, dass Stillkinder permanent an der Brust hängen, wohin gegen Flaschenkinder auch mal für gut 3 bis 4 Stunden satt sind. Außerdem nutzen Stillkinder die Brust ja nicht nur zum Trinken. Sie nuckeln auch einfach gerne mal, wenn sie sich beruhigen müssen.

Als Mutter kommt man somit zu nichts mehr, kann keine Energie tanken und mal Abschalten. Alles das wollte ich nicht. Und was soll ich sagen? Obwohl ich nicht gestillt habe, habe ich bis heute ein glückliches Kind und ich bin eine glückliche Mutter. Ein weiterer Pluspunkt beim Fläschchen geben war auch, dass ich mich mal mit meinem Mann oder den Großeltern abwechseln konnte.

„Das mit der engeren Bindung halte ich persönlich für Quatsch.“

Denn man braucht sich da auch nichts vormachen. Die ersten Monate mit Baby sind echt hart und es ist toll, wenn man zwischendurch immer wieder kleine Verschnaufpausen einlegen kann. Die meisten werden jetzt wieder von der viel engeren Bindung aufgrund des Stillens sprechen. Aber das halte ich persönlich für Unsinn. Ich hatte und habe immer noch eine wunderbare Bindung zu meinem Sohn. Alles ist gut und ich bin keine Rabenmutter, nur weil ich nicht gestillt habe. Ich denke dennoch, dass das jede Mutter für  sich selber entscheiden muss. Und wenn man mit der Entscheidung gut klarkommt, dann war es sicherlich die richtige!