Inkontinenz nach der Geburt - Wenn Trampolin hüpfen vorbei ist

Inkontinenz nach der Geburt: Wenn Schluss ist mit Trampolin hüpfen

Nach der Geburt eines Kindes hat der weibliche Körper eine ziemlich anstrengende neunmonatige Reise hinter sich gebracht. Dass diese Reise auch ihre Spuren am mütterlichen Körper hinterlässt, weiß unsere Autorin Marie nur zu gut.

Sprungbrett ins Wasser
©Unsplash/Markus Spiske

Manchmal denke ich mir: Als Mama muss man echt so einiges mitmachen. Früher wäre es mir peinlich gewesen, über vieles zu reden, jetzt denke ich oft: Ach bitte, das ist doch nur menschlich und sollte kein Tabuthema sein, denn es gibt viele Menschen um einen herum, die dieselben Probleme haben wie man selbst.

Eines, das ich mit vielen meiner Freundinnen teile, die ebenfalls schon Mama sind: Wir können nicht mehr richtig Trampolin hüpfen. Nein, nicht, weil wir faul geworden sind oder es kindisch finden. Wir hüpfen nicht mehr Trampolin, weil wir uns sonst im wahrsten Sinne des Wortes in die Hosen machen würden. Ein wirklich ärgerliches Thema.

„Die Geburt ist eben kein Zuckerschlecken.“

Ich zum Beispiel liebe Trampolinspringen, wir haben selber eines im Garten stehen für unsere Kinder. So ein bisschen Herumgehüpfe hält mein Körper gut aus, sobald ich aber mal so richtig hüpfen will, muss ich aufhören. Weil ich spüre, dass sonst was danebengeht. Ich habe keine Chance meinen Beckenboden so anzuspannen, dass er bei dieser Belastung wirklich dichthält.

Mich ärgert das enorm. Denn ich arbeite seit fast zwei Jahren hart daran, dass sich meine Beckenbodenmuskulatur wieder wie früher anfühlt. Die Geburt ist eben kein Zuckerschlecken und ihre Auswirkungen auf den weiblichen Körper halten noch lange an. Ansonsten bin ich eigentlich super zufrieden mit mir: Ich habe wieder mein altes Gewicht und keine Dehnungsstreifen. Nur das Trampolin-Thema nervt mich enorm.

„Dann gehst du halt nicht mehr Trampolinspringen!“

Dieser absurde Vorschlag ist für mich keine Option. Ich will das wieder können, ohne Angst haben zu müssen, mir dabei in die Hose zu pinkeln. In meiner Verzweiflung habe ich jetzt auch mal mit meinem Arzt und Osteopathen geredet. Denn eigentlich ist der Beckenboden ein ganz normaler Muskel – und Muskeln kann man bekanntlich ja trainieren. Wieso will meiner also nicht mehr so wie früher?

Mein Arzt meinte: Noch intensiver trainieren – und eben nicht mehr Trampolinspringen gehen. Mein Osteopath hat mir jetzt ‘gynäkologische Osteopathie’ bei einer Kollegin von ihm empfohlen. Angeblich verschwand bei vielen Frauen so das Problem – einige werden ja bereits bei einem kleinen Nieser inkontinent.

Wenn ich ehrlich bin, dann überlege ich mir das wirklich. Und finde es wichtig, auch mal über so ein – naja nennen wir es – ‘ungemütliches’ Thema zu schreiben. Mama-Sein ist eben nicht nur eitel Sonnenschein, sondern hat auch seine fiesen Seiten – die uns manchmal wirklich nerven können.

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