Mein Baby ist nicht dick! Wie anders wir das eigene Kind sehen

Mein Baby ist nicht dick! Wie anders wir das eigene Kind sehen

Autorin Marie Binder musste selbst feststellen, dass Mamas ihre Kinder etwas anders wahrnehmen als die Außenwelt.

Mutter steht mit ihrem Baby auf dem Arm in einem Gewächshaus
©Tanja Heffner via Unsplash

„Krawalli ist nicht dick, das ist Babyspeck, und sie hat nun mal ein rundes Gesicht, das ist ihre Gesichtsform. Schau doch ihre Arme und Beine an – andere Babys haben da noch viel mehr!” Diesen und ähnliche Sätze sagte ich eine Zeit lang wie ein Mantra zu anderen. Wenn sie mein Baby ansahen, lächelten und meinten: „Na, die ist aber gut genährt – der schmeckt es wohl besonders gut.” Eine Frechheit, dachte ich mir dann und fühlte mich fast schon persönlich angegriffen. Denn wenn ich mein Baby ansah, war es perfekt. Nicht zu dick, nicht zu dünn.

„Mamas sind wie Löwinnen.“

Wenn jemand auch nur den kleinsten Kritikpunkt an unseren Zöglingen hervorbringt, könnten wir ihn fressen. Tun wir Mamas aber natürlich nicht. Trotzdem konnte ich es absolut nicht leiden, wenn andere mein geliebtes Töchterchen als gut genährt oder „mollig“ bezeichneten. Nur weil andere Kinder aussahen wie ein Strich in der Landschaft. Jetzt ist Krawalli bald zwei Jahre alt und ich schmökere gerne in Fotos ihrer Babyzeit. Da traf es mich beim Durchblättern eines Tages wie ein Blitz: Bei den Fotos, auf denen sie acht Monate alt war, grinste mich ein pummeliges Baby an. Unglaublich süß, aber mit kugelrunden Kopf, blasser Haut und ein paar Speckröllchen am Körper. Nicht fett, das nicht, aber ganz sicher auch nicht besonders dünn.

„Sah sie damals wirklich so aus?“

Anscheinend, denn Fotos lügen ja bekanntlich nicht. Als ich mir also dieses pummelige, süße Baby auf den Fotos ansah, musste ich plötzlich laut loslachen. „Ich glaub ihr hattet Recht, sie war wirklich ein bisschen gut genährt”, erklärte ich meiner Familie und erntete belustigte Blicke, „Aber wirklich, sie kam mir damals gar nicht so vor!”. „Das ist der Mamablick, der ist noch schlimmer als die rosarote Brille!”, erklärte meine Mutter. Und sie hat absolut Recht: Mamas sehen ihre Kinder wahrscheinlich noch einmal anders als alle anderen. Noch ein bisschen klüger, hübscher, lustiger – eben perfekt. Sind sie aber auch, denn für uns Mamas gibt es eben keinen perfekteren Menschen als unser eigenes Kind. Das kann den Blick manchmal schon verschleiern.

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