Mein Kind hasst Zähneputzen: Aber es muss sein!

Mein Kind hasst Zähneputzen: Aber es muss doch sein!

Unsere Autorin Marie Binder hat kreative Wege gefunden, wie sie ihre kleine Tochter dazu bringt, sich die Zähne zu putzen

©hollandog via Bigstock

Morgens und abends kann es im Hause Binder schon einmal zu lautstarken Auseinandersetzungen kommen. Der Grund: Meine Tochter hat absolut keinen Bock auf Zähneputzen, und das zeigt sie mir auch demonstrativ. Da fliegt an schlechten Tagen auch die Zahnbürste durch das Badezimmer oder meine Tochter hängt schreiend an der Tür, um zu flüchten.

Was tun, wenn das Baby zahnt?

Zwingen will ich sie zu nichts – aber Zähneputzen muss sein. Ich will einfach nicht, dass sie im Kindergarten schon Karies hat. Immerhin darf Krawalli auch Süßes essen, und wie wir wissen ist in vielen Lebensmitteln Zucker und Säure, die die Zähne und den Zahnschmelz angreifen können. Natürlich will ich nicht, dass Krawalli schon in ihren Milchzähnchen Löcher bekommt oder wenn sie älter ist, mit schwarze Zähnen in die Schule geht. Deshalb werden Zähne geputzt. Aus! Basta!

„Schnell zwei Minuten Zähne putzen, gibt es bei uns nicht.“

An guten Tagen klappt es gut und schnell, und wir können das Bad ruck zuck verlassen. Meistens zeigt mir unser Sprössling aber, dass sie das doofe Zähne-Geschrubbe hasst. Sie liebt es zwar mit ihrer Zahnbürste in ihrem Mund herum zu stochern, aber dass Mama die Zähne ordentlich putzen will, geht ihr gegen den Strich.

Will man sein Kind in dieser Situation nicht grob anpacken und zum Zähneputzen zwingen, ist einiges an Kreativität gefragt. Und an Zeit. Denn schnell zwei Minuten Zähne putzen, gibt es bei uns nicht. Manchmal habe ich das Gefühl meditieren zu müssen, um nicht wütend zu werden. Irgendwie schaffen wir es aber immer, dass Krawalli das Bad am Ende mit blitzblanken Beisserchen verlässt.

„Sehr gut funktioniert auch manchmal das Tausch-Geschäft.“

Ein sind paar unserer Methoden: Geduldig so lange warten, bis sie endlich mitmacht. Oder das Tigerspiel: Wir machen so lange brüllende Tiger, bis Mama es geschafft hat jeden Zahn dabei mit der Zahnbürste zu erwischen. Sehr gut funktioniert auch manchmal das Tausch-Geschäft. Darf ich ihr die Zähne bürsten, dann darf sie währenddessen meine putzen. Und ich muss zugeben, dass das nicht immer so angenehm ist. Das teilweise noch grobmotorische Herumgestochere in meinem Mund ist wirklich nicht das Highlight meines Tages. Aber es hilft.

„Ich will ihr zeigen, dass Zähneputzen gar nicht so schlimm ist.“

Warum ich Krawalli nicht einfach packe und zum Zähne putzen zwinge? Weil ich der Meinung bin, dass sie gerade bei Dingen und Situationen, die ihr aus mir unbekannten Gründen unangenehm sind, keine negativen Verknüpfungen machen soll. Ich will ihr zeigen, dass das Zähneputzen gar nicht so schlimm ist – würde ich sie zwingen würde sie das in ihrer Ablehnung nur noch bestärken. Aber auch wenn sie manches nicht leiden kann, es muss eben auch manchmal einfach sein – auch, wenn sie es wirklich doof findet.

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