Kolumne: Warum mein Kind bei uns im Bett schläft

Warum mein Kind bei uns im Bett schläft

„Das war’s, ab jetzt wirst du für eine sehr lange Zeit nur noch sehr wenig Platz im Bett haben!“ Ich weiß noch genau, wie ich diesen Gedanken hatte

Mutter und Kind liegen im Bett und sehen sich in die Augen
©Twenty20/Misha No

Meine Tochter, die bis zu diesem Zeitpunkt immer brav im Beistellbettchen geschlafen hatte, war acht Monate alt und hatte unglaublich Fieber und Bauchweh. Es war drei Uhr nachts und ich hundemüde. Ich hatte keine Energie mehr sie zu stillen, zu schaukeln und sie dann wieder in ihr Bett zu legen. Ich war einfach eingeschlafen – mit ihr, in meinem Bett, zusammengekuschelt. Herrlich, endlich konnte ich schlafen.

„Durchschlafen gibt es für mich schon seit über einem Jahr nicht mehr.“

Im Hinterkopf hörte ich aber die Alarmglocken: Sobald du sie dir einmal ins Bett geholt hast, bekommst du sie nicht mehr raus. Also versuchte ich sie die kommenden Nächte wieder konsequent in ihr eigenes Bett zu verfrachten. Doch immer öfter schlichen sich nachts zwei oder drei Stunden ein, in denen sie bei mir im Bett lag. Und es war schön. Es war einfacher, entspannter, kuscheliger, zufriedener – für uns alle.

Aus den drei Stunden ist seit einigen Monaten die ganze Nacht geworden – aus unserem Bett für Ehepaare ein Familienbett. Für mich war schnell klar, das Familienbett passt genau in mein Erziehungs- und Beziehungskonzept: viel Nähe, viel Liebe, viel Verständnis. Bestärkt wurde meine Entscheidung für ein Gemeinschaftsbett auch durch meine Hebamme, die mir anhand aktueller Studien zeigte, wie positiv sich das Co-Sleeping auf uns auswirken könnte. Für mich bedeutet das Familienbett keine Einschränkungen, es ermöglicht mir einen viel entspannteren, tieferen und glücklicheren Schlaf. Nachts auf der einen Seite meinen Mann zu haben und in meinem Arm meine kleine Tochter, lässt mich besser schlafen. Wird Krawalli wach, weil sie Durst hat oder vielleicht auch nur schlecht geträumt, merke ich das beim ersten kleinen Seufzer.

Durchschlafen gibt es für mich deshalb aber schon seit über einem Jahr nicht mehr, denn wie gesagt: Ich wache einfach schnell auf. Da sie aber bereits bei mir liegt, ist diese kleine Unruhe meistens nach einer Minute vorbei und wir schlafen beide entspannt weiter. Kein Weinen, kein nächtliches durch die Wohnung tapsen, kein stundenlanges Wiegen – und morgens das schönste Wecken der Welt: ein Kuss, ein gehauchtes „Mama“ und ein glückliches, ausgeschlafenes Kleinkind, das mit den Worten „Da eini!“ unter meine Decke krabbelt und noch eine halbe Stunde kuschelt – wenn ich Glück habe.

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