Rusty Pipe Syndrom: Deshalb ist die Erstmilch manchmal rosa

Rusty Pipe Syndrom: Deshalb ist die Erstmilch manchmal rosa

Vielleicht hat es die ein oder andere Mutter schon einmal bei sich selbst oder einer guten Freundin bemerkt: Die Farbe der Muttermilch ist irgendwie anders, als man es sich als frische Mutter vorstellt. Irgendwie rosafarben, orange oder leicht bräunlich. Was steckt hinter diesem Phänomen, dass auch als Rusty Pipe Syndrom bekannt ist?

Person lauft über ein rostiges Rohr
©Rodion Kutsaev via Unsplash

Von dem Rusty Pipe Syndrom sind in der Regel Frauen betroffen, die zum ersten Mal Mutter werden. Die Färbung tritt meist in den ersten paar Stilltagen auf. Von der Färbung ähnelt es tatsächlich etwas der Farbe von Wasser, das aus einer rostigen Leitung fließt – daher auch der Name.

Woher kommt die rosa Farbe?

Grund für die Verfärbung der Muttermilch sind kleine Mengen Blut, die sich mit der ersten Muttermilch vermengt haben, der sogenannten Erstmilch oder dem Kolostrum. Das Rusty Pipe Syndrom ist in der Regel schmerzfrei und kann sowohl an nur einer, als auch an beiden Brüsten auftreten. Wer die Erstmilch nicht abpumpt, sondern sein Kind immer stillt, dem fällt die farbliche Veränderung der Muttermilch unter Umständen noch nicht einmal auf.

Woher kommt das Blut in der Muttermilch?

Das Blut ist ein Überbleibsel aus der Zeit, in der sich dein Körper optimal auf dein Kind eingestellt hat. In der Schwangerschaft bereiten sich unter anderem auch deine Brüste darauf vor, schon bald als täglicher Nahrungsspender in Aktion zu treten. In dieser Phase wird sehr viel Blut durch deine Brüste gepumpt, damit sich Milchdrüsen und Milchgänge entwickeln können. Dabei kann es dann passieren, dass ein kleines bisschen von dem vielen Blut in den Milchgängen zurückbleibt und beim ersten Stillen in Form des Rusty Pipe Syndroms zu Tage tritt.

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Ist das Rusty Pipe Syndrom gefährlich für mein Kind oder mich?

Es mag zwar etwas beunruhigend aussehen, aber das beigemischte Blut ist weder für dich noch für dein Baby Grund zur Sorge oder gar gefährlich. Es ist nur ein vorübergehender Zustand, der sich innerhalb von ein paar Tagen oder Wochen einpendelt.

Spätestens wenn sich das Kolostrum in normale Muttermilch umwandelt, ist auch der Blutanteil darin verschwunden. Höre in der Zeit also nicht damit auf, deinem Kind die Brust zu geben. Bei größeren Mengen Blut in der Muttermilch kann es vorkommen, dass dein Baby die Milch nicht so gut verträgt und sie wieder ausspuckt. Beobachten sein Verhalten also gut und halt bei Unsicherheiten stets Rücksprache mit einem Kinderarzt oder deiner Hebamme.