Steckt der „Baby-Talk“ Müttern in den Genen? Diese Studie hat die Antwort

Steckt der „Baby-Talk“ allen Müttern in den Genen?

Du kannst dich nicht gegen den Baby-Talk wehren – keine Mutter kann das. Eine neue Studie aus Amerika liefert den Beweis dafür.

Baby-Talk steckt allen Müttern in den Genen
Baby-Talk sprechen Mütter auf der ganzen Welt © Aleksandar Popovski via Unsplash

Der akustische Fingerabdruck des Baby-Talks

Da ist sie wieder, diese hohe Kopfstimme mit den langgezogenen Vokalen! Dabei hat man sich doch eigentlich fest vorgenommen, den Baby-Talk zu lassen und von Anfang an vernünftig mit seinem Kind zu sprechen. Ärgere dich nicht darüber. Eine neue wissenschaftliche Untersuchung hat jetzt nämlich herausgefunden, dass Mütter dagegen quasi machtlos sind. Es liegt in ihren Genen.

So kannst du dich mit deinem Baby beschäftigen

Elise Piazza vom Princeton Neuroscience Institute in den USA und ihr Team haben die Merkmale der Babysprache genauer untersucht. Zunächst waren nur englischsprachige Mütter an der Studie beteiligt. In weiteren Testphasen bezogen sie auch Mütter aus Deutschland und aus Russland mit ein, sogar Mamas, die Hebräisch und Mandarin sprechen.

Doch trotz der zum Teil großen Unterschiede der Sprachen, ist eines bei allen Müttern gleich: die Klangfarbe in der Stimme, wenn sie mit ihren Babys und Kleinkindern sprechen. Die Wissenschaftler konnten also einen akustischen Fingerabdruck des Baby-Talks beobachten, den es überall auf der Welt gibt.

Baby-Talk ist Mutterinstinkt

Bei den Untersuchungen half dem Forscher-Team um Piazza ein spezielles Computerprogramm. Es macht die Stimme als Bild in einem Frequenzspektrum sichtbar. Jede Sprache hat ein ganz spezifisches Muster innerhalb dieses Frequenzspektrums. Piazzas Untersuchungen zeigen, dass sich ganz unabhängig von den jeweiligen Muttersprachen auch für den Baby-Talk ein spezifisches Muster im Frequenzspektrum abbilden lässt. Dass dieses auf der ganzen Welt gleich ist, ist für die Forscher ein erster Beweis, dass die Baby-Sprache tief in uns steckt und angeboren ist. Die Ergebnisse der Studie veröffentlichte das Team in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Current Biology.

Aber bitte nicht verwechseln: Damit ist nicht gemeint, dass du immer in vereinfachter Kindersprache mit deinem Baby sprechen solltest. Für seine Sprachentwicklung ist es ganz entscheidend, dass du in ganzen Sätzen sprichst und möglichst auch auf „Wau-Wau“ und Co verzichtest. Die Art, wir du mit ihm sprichst, ist dagegen instinktiv: langsam und mit mehr Betonung. Das hilft den Kleinen das Gesprochene besser zu verarbeiten. Wooo ist das Babyyyy? Daaa ist das Babyyyy!