Warum ich das Geschlecht meines Kindes nicht wissen wollte

Warum ich das Geschlecht meines Kindes nicht wissen wollte

Unsere Autorin Marie Binder verrät, warum sie das Geschlecht ihres Babys vorher nicht erfahren wollte und auf wie viel Unverständnis sie gestoßen ist.

Frau blickt auf das Meer
©Matthew Henry via Unsplash

„Und, wisst ihr schon was es wird oder hat es sich noch nicht gezeigt?” Ich kann gar nicht aufzählen wie oft ich diese Frage während der Schwangerschaft gestellt bekommen habe. Umso genauer erinnere ich mich an die verwunderten Gesichter bei meiner Antwort: „Nein, wir wollen es uns nämlich nicht sagen lassen.” Bei vielen Freunden und Bekannten stieß ich mit diesem Wunsch auf Unverständnis. Heutzutage lassen sich doch fast alle das Geschlecht ihres Ungeborenen verraten. Ist doch auch viel einfacher, wenn man weiß, wer sich da genau im Bauch der Mama befindet.

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Immerhin kann man dann für die Mädchen gleich den MaxiCosi in Rosa bestellen und für den Jungen den ersten Body mit Bagger und Feuerwehr darauf. Man findet doch viel besser Bezug zum Baby, wenn man weiß, ob es sich um einen Jungen oder ein Mädchen handelt. Dann kann man es sogar schon im Bauch mit seinem späteren Namen anreden. Warum also wollte ich das Geschlecht meines Kindes nicht wissen?

„Erstens liebe ich Überraschungen.“

Zweitens kannte ich das Geschlecht meines ersten Kindes mein ganzes Leben lang nicht – was machen da schon noch ein paar weitere Monate aus? Und drittens: So blieb die Schwangerschaft bis zum großen Finale spannend und ich machte mir mehr Gedanken darüber, wer da jetzt wirklich aus mir herausschlüpfte, als über die Schmerzen, die mir bevorstanden.

Es war einfach herrlich jeden Tag gemeinsam zu rätseln und Wetten mit unseren Freunden abzuschließen. Problematisch fand ich es nie. Rosarote Klamotten kann man auch kaufen, wenn das Baby da ist und sich herausstellt, dass es ein Mädchen ist. Und so haben wir für den Anfang einfach geschlechtsneutrale Sachen besorgt. Und Träume gedeutet. Meiner hat übrigens gestimmt, den bereits in der zwölften Schwangerschaftswoche träumte ich von einem Mädchen. Unbezahlbar ist dann aber der Moment der Geburt gewesen. Diese unglaubliche Spannung kurz bevor das Baby endlich da war und der freudige Satz meines Mannes, der mir immer im Gedächtnis bleiben wird:

„Es ist ein Mädchen! Wir haben ein Mädchen, Marie!“

Wie in alten Filmen – zum Schmelzen schön und unvergesslich. Beim nächsten Baby wollen wir wieder ein kleines Überraschungsei. Ich freu mich schon darauf.