Warum ich mit anderen Müttern nicht gerne über Ernährung spreche

Warum ich mit anderen Müttern nicht über Ernährung spreche

Unsere Autorin Marie Binder vermeidet mit anderen Müttern ein Thema ganz bewusst: Ernährung bei Kindern.

Kind hält eine Schüssel Erdbeeren in der Hand
©Pixabay/Kathrin Pie

„Gibst du ihr schon den Mittagsbrei?“, „Wieso stillst du sie denn immer noch?“, „Also Schokolade vor dem dritten Geburtstag finde ich ja ganz schlecht!“: Puh, die Baby- und Kleinkindernährung ist ein gefährliches Pflaster für Mamis. Denn jeder hat eine ganz genaue Vorstellung davon, wie diese richtig abzulaufen hat. Und wenn man dann eben etwas nicht nach diesem Plan macht, dann ist man schnell unten durch – eine Rabenmutter eben.

„Wirkliche Ernährungsregeln habe ich nicht.“

Zu öko oder zu lasch. Morgens-, Mittags- und Abendbrei, Baby-led-weaning, gekaufte Gläschen und selbstgekochter Brei, ‚ohne Zucker‘ und ‚mit Schokolade‘. Ein undurchschaubarer Dschungel an unterschiedlichen Arten sein Kind zu ernähren. Und an jedem Finger zehn Mamas die Expertinnen auf ihrem Gebiet sind. Deswegen ist Ernährung für mich ein Thema, über das ich wirklich nur sehr ungern mit anderen Mamas rede. Weil ich auch kein Verfechter einer bestimmten Art bin. Krawalli lebt beim Thema Ernährung ganz nach dem Motto „Mal dies und mal das“. Probieren darf sie (fast) alles. Wirkliche Ernährungsregeln habe ich nicht, mir ist nur wichtig, dass sie ausgewogen isst und viel kennenlernt. Sie isst genauso mal eine Schokolade wie auch ich, bei Feiern bekommt sie bestimmt mehr Zucker ab, als sie brauchen würde – aber das gehört doch irgendwie dazu.

Dafür achte ich auch darauf, dass sie genug Obst und Gemüse isst und eben nicht drei Schokostückchen. Brei wollte Krawalli noch nie wirklich essen, außer er befindet sich in einem Quetschbeutel und besteht aus 100 Prozent Frucht. Mittagsbrei á la ‚Stampfgemüse mit Rind‘ hat sie uns nie angerührt. Das war für mich aber auch total okay. Stattdessen nuckelte sie an einer Salatgurke, einem Stückchen Wurst oder einer Brezel.

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„Ich will mich nicht verteidigen.“

Heute mit fast zwei Jahren ernährt sie sich meiner Meinung nach unglaublich vielfältig, denn im Grunde isst sie alles – vom Gummibärchen bis zum Salat. Mit anderen Müttern will ich darüber aber nicht diskutieren – vor allem, wenn sie mit ihren Ernährungsregeln sehr streng sind. Ich will mich nicht verteidigen, weil Krawalli Schokolade liebt. Und ich will mich nicht aufspielen, weil sie an manchen Tagen lieber eine Schüssel Obstsalat isst, als wie wir eine Kugel Eis. Beim Thema Ernährung will ich hauptsächliches eines: Mich ziemlich geschickt raushalten.