Warum mich Instagram-Mamis so nerven: Unsere Autorin spricht Klartext

„Warum mich Instagram-Mamis so nerven“

Unsere Autorin Marie Binder liebt Instagram – doch die vielen perfekten Mamis dort, lassen sie manchmal an dieser Liebe zweifeln

Okay, ich muss zugeben, auch ich bin etwas Instagram-süchtig. Es macht ja auch Spaß, vor allem, wenn man nachts wach ist und sonst keiner. Seit meiner Schwangerschaft und meinem Mamasein folge ich besonders gerne anderen Mamis. Aber immer wieder muss ich doch fragen: Ist das Leben dieser Instagram-Mamis wirklich so unglaublich perfekt? Oder verbringen sie den halben Tag damit ein solches Leben zu inszenieren? Und wenn ja: Verbringen sie dann überhaupt noch wertvolle Zeit mit ihren Kindern oder müssen die einfach als Models herhalten?

Was nervt dich an anderen Müttern/Schwangeren?

Wenn man sich die Accounts mit hohen Follower-Zahlen mal so ansieht, dann merkt man schnell: Hier scheint das Leben als Familie einfach rund um sorglos zu sein. Die Mamis haben eine beneidenswerte Figur, die Kinder tragen nur Designerklamotten, haben Laufräder für 300 Euro, die Kinderzimmer sehen alle ähnlich aus und sind in zarten Pastelltönen gehalten – oder komplett in Schwarz-Weiß. In jedem der Zimmer hängen niedliche, illustrierte Tierbilder und schlaue Sprüche an den Wänden (natürlich farblich passend) – und die Sprösslinge strahlen auf jedem Foto, als wäre heute Weihnachten.

„Gefällt es den Kindern, immer Weiß zu tragen?“

Schlafen diese Kinder wirklich jeden Morgen, wie die Engelchen in ihren blütenreinen Bettwäschen, während Mama genüsslich (natürlich im Bett) einen Kaffee trinkt und dabei ihre rotlackierten Zehennägel in die Kamera hält? Und gefällt den Kindern, dass bei ihnen im Kinderzimmer alles nur schwarz-weiß ist? Oder dass sie nur weiße Klamotten tragen – und das jeden Tag?

Ich kann es mir kaum vorstellen. Kein Wunder also, dass immer öfter auch der Hashtag „mehrrealitätaufinstagram“ genutzt wird – vor allem bei Mama-Accounts. Denn in den meisten Fällen stehen auf dem Frühstückstisch einer Familie wohl eher benutzte Teller, ein halb ausgelöffeltes Glas Nutella und ein umgeschütteter Becher Milch – und keine weiße Tischdecke, auf der ein großer Strauß Sommerblumen steht.

Und auch die „echten Kinderzimmer“ sind wahrscheinlich nicht ganz so, wie sie auf Instagram oft aussehen: Statt klarer Linien und einem einzigen Designerspielzeug in der Mitte des Raumes, herrscht in den meisten „Räuberhöhlen“ das Spielzeugchaos aus bunten FisherPrice-Spielsachen, Buntstiften, einem Puppenwagen und einem Berg aus Kuscheltieren.

„Mama-Accounts können unglaublich inspirieren.“

Ist doch auch völlig okay. Mama-Accounts können unglaublich inspirieren. Sie inspirieren uns, das Kinderzimmer neu zu gestalten, sie zeigen uns, wie wir lustiges Pausenbrot in Gesichtsform herstellen können oder wie wir hübsche Fotos unserer Kinder machen. Die Realität zeigen nur einige wenige, und viele andere eben nicht. Deshalb nerven sie mich manchmal, diese angeblich ach so perfekten Instagram-Mamis. Schön sieht es trotzdem aus, was sie da so machen.

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