Wunde Brustwarzen durch Stillen vermeiden

Wunde Brustwarzen durch Stillen

Beim Saugvorgang wird die Brustwarze durch den entstehenden Unterdruck fast bis zum Rachen des Kindes reichen, so dass diese nicht mit dem harten Gaumen verletzt und somit wund gesaugt werden kann

Mutter still ihr neugeborenes Baby und streicht ihm sanft über den Kopf
© Romanova Anna via Bigstock

Wunde Brustwarzen – das kann helfen:

Dennoch kommt es gerade bei empfindlichen Hauttypen anfangs oft zu wunden Brustwarzen, die manchmal auch etwa 14 Tage lang Beschwerden machen können. Ist diese Zeit überstanden, sind die Beschwerden wie weggeblasen und die weitere Stillzeit von solchen Vorkommnissen unbelastet.

Wie viel Flüssigkeit braucht mein Baby?

  • Versuche dein Baby in der richtigen Position anzulegen.
  • Wenn Du Dein Baby von der Brust lösen möchtest (z.B. um die Seite zu wechseln), solltest Du es auf keinen Fall einfach von der Brust „abziehen“. Schiebe statt dessen einfach den kleinen Finger in den Mundwinkel des Säuglings, um den Unterdruck im Mund aufzuheben und nimm erst dann das Kind von der Brust.
  • Wenn die Brustwarzen trotzdem wund geworden sind und beim Anlegen schmerzen, kann das Auftragen von etwas Dentinox-Gel (Apotheke, Drogerie) vor dem Stillen helfen. Dentinox betäubt die Haut, so dass Du den Schmerz nicht spürst – eigentlich ist das Gel für zahnende Säuglinge gedacht und wird dort auf den Kiefer aufgetragen.
  • Wechsle beim Stillen die Anlegepositionen. Lege Dein Kind nicht nur im Wiegegriff, sondern auch in der Fußballhaltung und im Liegen an.

Muttermilch: Angebot und Nachfrage

Die Produktion von Muttermilch basiert auf dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Je häufiger Du Dein Kind anlegst, desto mehr wird produziert. Dieses Prinzip ist besonders bei den Wachstumsschüben des Kindes von großer Bedeutung.

In gewissen Abständen kommt es bei Babys zum „Wachstumsschub“ (Buch-Tipp „Oje ich wachse“), in dieser Zeit verhält sich das Baby anders als sonst und will auch öfter trinken. Wenn Du Dein Kind nun häufiger anlegst, wird die Produktion der Muttermilch angekurbelt und dem nun erhöhte Bedarf des Kindes angepasst. Lass Dich in dieser Zeit nicht entmutigen oder durch Aussagen wie „Du hast nicht genug Milch, das Kind wird nicht satt“ verunsichern. Schon nach wenigen Tagen bis zu einer Woche ist diese „Krise“ überstanden. Und es geht normal weiter – zumindest bis zum nächsten Wachstumsschub.

„Muttermilch-Sorten“

Nach der Geburt wird nur wenig Milch zur Verfügung stehen, dennoch sind diese paar Schlückchen wertvoll!Sie enthalten wichtige Immunglobuline für die Abwehr des Säuglings. Diese dicklich sahnige Vormilch (Kolostrum genannt) ist sehr reich an Eiweiß und Vitaminen, dafür arm an Fett und Zucker. Das macht diese Milch kalorienarm und für das Baby leichter verdaulich und obendrein verdauungsfördernd, wodurch wiederum der erste Stuhl (das sogen. Kindspech) des Kindes und das abgebaute Bilirubin (das sonst die Gelbsucht auslöst) leichter ausgeschieden werden können. Das Kolostrum ist übrigens in den ersten Stunden nach der Geburt am reichsten an Immunglobulinen, so dass ein Anlegen ca. eine halbe Stunde nach der Geburt ideal ist.

Einige Tage nach der Geburt kommt es zum „Milcheinschuss“, der bei vielen Frauen ein Spannungsgefühl in der Brust aufkommen lässt, während andere Frauen davon gar nichts spüren. Fühle Dich also nicht verunsichert, wenn Du keinen Milcheinschuss spüren solltest.

Die reife Muttermilch, welche ab dem 10. Tag zur Verfügung steht, ist wässriger und dünner. Sie ist optimal auf das Kind abgestimmt. Beim Stillen erhält das Baby zunächst die Milch, die sich seit der letzten Mahlzeit in den vorderen Reservoirs hinter der Brustwarze gesammelt hat. Sie ist fettarm und wässrig und stillt zunächst den Durst. Ist sie geleert, muss sich der Säugling nicht stärker anstrengen, um die Milch aus den hinteren Bereiche zu erreichen, da der Milchfluss bereits in Gang gesetzt ist. Diese Hauptmilch ist sättigender. Aus diesem Grund ist es auch wichtig, die Brust leer trinken zu lassen (also lang genug anlegen), damit das Baby nicht nur die dünne, wässrige Muttermilch erhält, sondern auch die Sättigende. Erst dann wird es an die zweite Brust angelegt.