41. SSW - Kalender für Väter: Über den ET

41. Schwangerschaftswoche für Väter

Zu Beginn der 41. Schwangerschaftswoche ist der Entbindungstermin erreicht. Man spricht von 40 +0

Papa schäft auf der Couch mit seinem Baby auf der Brust
©Twenty20/Elizabeth Cramer

Wenn’s mal wieder länger dauert

Der Entbindungstermin ist leider kein Liefertermin und darum kann es tatsächlich noch einige Tage dauern, bis Euer Baby auf die Welt kommt. Während der Wartezeit wird regelmäßig kontrolliert, ob Euer Baby noch ausreichend versorgt wird.Sollte es Anzeichen geben, dass die Versorgung nicht mehr ausreicht, wird die Geburt eingeleitet, andernfalls werden Ärzte vielleicht 10 bis 14 Tage warten,bevor sie eine Geburtseinleitung anstreben.

Was kannst Du als Partner tun?

Die Ungeduld ist für Euch beide vermutlich nicht ganz leicht auszuhalten. Versucht einfach noch ein paar Tage „normal“ zu gestalten, ausreichend Schlaf zu bekommen und letzte Vorbereitungen zu treffen. Sorge dafür, dass Deine Partnerin sich auch in den letzten Tage noch gesund ernährt, sodass beide – Mutter und Kind – genügend Energie für eine vielleicht anstrengende Geburt haben.

In Hinblick auf die Geburt kann Dir niemand sagen, wie sie verlaufen wird. Alles ist möglich: schnelle schmerzarme Geburt nach 3 Stunden, mühsame Geburt mit 18 Stunden Wehen oder gar ein Kaiserschnitt …

Bisher hast Du vermutlich nur bis zum Kreißsaal geplant, aber weißt Du auch, was direkt nach der Geburt passiert? Lies unseren Artikel über die ersten Minuten nach der Geburt.

Für manche Frauen ist das Geburtserlebnis wunderschön, andere hadern noch eine Weile damit. Auch Männer müssen die Geburt verarbeiten, gestehe Dir das Recht dafür ruhig zu. Gefühle von Hilflosigkeit, Schuld, Angst, vielleicht auch Ekel können ebenso dabei sein wie Staunen, Aufregung und überwältigende Freude.

Etwa drei Tage nach der Geburt wirst Du Dich vermutlich noch einmal sehr über Deine Partnerin wundern: Dann sinkt der Hormonspiegel plötzlich dramatisch und der sogenannte „Heultag“ tritt ein. An diesem Tag sind Frauen extrem empfindlich und nah am Wasser gebaut. Mach Dir keine Sorgen, das ist normal und geht meist sehr schnell vorüber.
Doch einige Frauen leiden auch unter einer Wochenbettdepression, dann kann keine rechte Freude über das Baby empfunden werden. Besonders wenn Deine Partnerin eine Vorgeschichte mit Depressionen hat, solltest Du ein wenig auf mögliche Anzeichen achten und sie evtl. darauf ansprechen, wie sie emotional mit der Situation zurechtkommt. Es gibt viele Möglichkeiten der Behandlung, und die Hebamme kann helfen, den richtigen Weg zu finden.

Was Du für die nächsten Wochen wissen musst

Auch wenn Ihr beide sehr verliebt seid, ein Baby stellt die Partnerschaft immer auf die Probe. Gerade wenn Ihr Euer erstes Kind bekommt, müsst Ihr Euch daran gewöhnen, im Leben eine neue Rolle einzunehmen. Bisher seid Ihr die Kinder in Euren Familien gewesen, Partner füreinander, Mitschüler bzw. Kommilitonen oder Arbeitskollegen für andere, … und nun seid Ihr ELTERN. Das ist eine ganz neue Erfahrung und es braucht etwas Zeit, sich in diese Rollen hineinzufinden. Ihr müsst herausfinden, was Ihr voneinander erwartet, was Ihr von Euch selbst erwartet und vor allen Dingen was Euer Kind von euch erwartet.

Ihr werdet vielleicht manchmal müde sein und daher gereizt, Ihr werden Euch durch Job und Elternzeit vielleicht in traditionellen Rollen wieder finden und damit wenig glücklich sein, das Baby gibt vielleicht Rätsel auf und Ihr habt manchmal das Gefühl, dass Ihr es nicht schafft. Aber so ging es schon vielen Eltern vor Euch und auch Ihr werdet Euch dort durchbeißen.

Ein paar klassische Stolpersteine:

  • Das Baby ist schwierig? Nichts bleibt, wie es ist: Die Kinder verändern ihre Fähigkeiten fortlaufend, und die Sorge von heute, ist die Erinnerung von morgen. Alles wird mit der Zeit leichter oder zumindest anders.
  • Mütter beklagen sich oft, dass Väter zu wenig beim Versorgen des Babys helfen – andererseits können die Väter es den Müttern bei diesen Tätigkeiten oft nicht recht machen. Tatsache ist, dass Mütter mehr Routine mit dem Baby haben, weil sie meistens mehr Zeit mit ihnen verbringen, aber sie müssen dennoch lernen, dass der Vater ein Recht darauf hat, Dinge anders zu machen. Lernt einfach voneinander und gesteht Euch gegenseitig einen eigenen Stil zu! Das macht es übrigens auch für Euer Baby viel spannender.
  • Frauen, die zuhause bleiben, sind wegen des Kindes daheim. Dass sich dabei auch Haushalt und Einkauf erledigen lassen – anfangs zumindest in Maßen – ist keine Frage, aber die Mutter Deines Kindes ist nicht auch Deine Mutter. Also räum Deine Sachen weg und beteilige Dich auch weiterhin an der Hausarbeit, sonst wird schon sehr bald der Haussegen schief hängen.
  • Vergesst über Eure Eltern-Rolle nicht, dass Ihr auch weiterhin ein Paar seid. Beide Partner müssen ihre Beziehung pflegen. Sobald es möglich ist, solltet Ihr Euch regelmäßig einen Paar-Abend gönnen, d.h. Babysitter einarbeiten und mal abends Essen oder ins Kino gehen. Klingt wenig aufregend aber es ist extrem wichtig für Eure Beziehung, nicht nur Vater und Mutter zu sein, sondern auch Mann und Frau.
  • Deine Partnerin hat nach der Schwangerschaft vielleicht noch ein paar Kilo zu viel auf den Rippen und der Bauch braucht auch ein Jahr, um wieder straff zu werden – sie ist damit garantiert nicht glücklich und vielleicht auch sehr verunsichert, ob  Du sie noch anziehend findest. Lass sie wissen, dass Du sie uneingeschränkt liebst und dass sie eine großartige Leistung erbracht hat, indem sie Euer Baby in sich hat wachsen lassen.

Alles Gute!

An dieser Stelle möchten wir uns bedanken, dass wir Dich durch diese Wochen begleiten durften. Wir hoffen, dass wir Dir mit hilfreichen Informationen und Tipps ein wenig durch diese spannende Zeit helfen konnten, und freuen uns natürlich, wenn Du nun auch die Entwicklung Deines Babys im ersten Lebensjahr bei uns weiter verfolgst. Für Dich und Deine kleine Familie wünschen wir alles Gute!

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