Kinder sind genaue Beobachter. Sie sehen alles - wirklich alles!

Kinder sehen alles – wirklich alles!

„Kinder sind die genauesten Beobachter!“ Gähn. Wie oft hat unser Autor Dominic Grzbielok diesen Satz schon gehört, aber dennoch findet er es ziemlich außergewöhnlich, was seinen beiden Jungs alles so auffällt!

Ein vater trägt sein Kind auf den Schultern
©Pixabay

Mit meinen Kindern kann ich jetzt ja reden, und ich bekomme auch verbale Antworten. Sie äußern ihre Bedürfnisse nicht mehr über Weinen, Schreien oder Jammern, sondern in wohlgeformten Sätzen. Ein Beispiel:

Fürs Büro habe ich mir jetzt ein zweites Paar Kopfhörer gekauft. Nicht fürs Stereohören, sondern weil die Bügelkopfhörer von einem großen US-amerikanischen Unternehmen, das hier ungenannt bleiben soll, manchmal drücken oder zu warm sind.

Was für welche? So genannte In-Ear-Phones. Wie die weißen Steckerchen von Apple, aber von einer anderen Firma. Sie sehen aus wie die coolen Brüder von Hörgeräten oder den Dingern, die professionelle Musiker im Ohr haben. Gut, sie glitzern nicht. Sie sind schwarz. Sie kommen von einem Münchener Startup und schnitten in einem Vergleich gut ab.

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„Papa, was hast du da im Ohr?“

Wenn ich die Dinger im Büro trage, werde ich von den Kollegen ganz normal angeredet, wenn sie etwas wollen. Anders als bei den Über-Ohr-Kopfhörern. Ich muss die Musik dann erst einmal ausschalten. Mein Dreijähriger ist da anders. Als ich die Ohrstöpsel daheim das erste Mal getragen habe, hat er die sofort gesehen. „Papa, was hast du da im Ohr?“

Bei ihm bleibt nichts unentdeckt. Zu welchen Umwegen wir schon schreiten, um die Weihnachtsgeschenke zu verstecken, kann man sich leicht denken.

Noch ein Beispiel: Meine Frau hat eine neue Brille gebraucht. Sieben Jahre trug sie die alte. Als sie vom Optiker kam und den Kleinen abgeholt hat, hat der sich sofort beschwert: „Mama, nein, nicht die Brille aufsetzen! Runter!“

„Kinder sind Gewohnheitsmenschen.“

Kinder sind noch mehr Gewohnheitsmenschen als Erwachsene. Jede Abweichung von der Normalität nehmen sie mit ihren Argusaugen wahr und müssen sie verarbeiten. Wenn ich mir im Urlaub einen Bart wachsen lassen, weil ich morgens das Rasieren leid bin, stört sie die Abweichung von der Normalität. Und nicht nur, weil die Haare beim Kuscheln kratzen.

Darauf müssen wir als Eltern Rücksicht nehmen, wenn wir unsere Kinder schützen und fordern wollen. Manchmal ist es gut, sie in ihren Routinen zu lassen – auch im Urlaub zur gleichen Zeit aufstehen, und wenn wir dann als erste im Frühstücksraum sind. Oder zur Zeitumstellung langsam an die neue Aufstehzeit gewöhnen. Aber wenn man das zu wenig tut, verlassen sie gar nicht ihren Komfortbereich. Das fühlt sich dann manchmal so an, als ob wir sie in ein kaltes Schwimmbecken schubsen. Aber das muss sein. Sonst lernen sie nie schwimmen.