1. Schwangerschaftswoche (1. SSW): schwanger werden

1. SSW: Dein Körper und dein Baby brauchen Reserven

Die 1. SSW (Schwangerschaftswoche) ist eigentlich alles andere als eine schwangere Woche, denn in dieser Woche hast Du Deine Tage und vielleicht bist Du sogar gerade sehr enttäuscht, dass es im letzten Zyklus noch nicht geklappt hat. Aber es schadet sicher nichts, diese Tatsache unter einem anderen Aspekt zu betrachten und sich mit folgendem Gedanken zu trösten: Vielleicht ist diese Woche meine erste Schwangerschaftswoche in der kommenden Schwangerschaft!

Mann und Frau schlafen im Bett
©Twenty20/Isaiah Stofferahn

Es fällt sicher schwer, die Tage der Menstruation mit einer Schwangerschaft in Verbindung zu bringen – hat sich doch gerade ziemlich deutlich bewiesen, dass Du nicht schwanger bist. Doch solltest Du im kommenden Zyklus schwanger werden, ist dies die Woche, die als erste Schwangerschaftswoche gezählt wird. Eine Schwangerschaft beginnt rechnerisch nämlich nicht mit der Befruchtung der Eizelle, sondern mit dem ersten Tag der letzten Regel. Wirst Du im neuen Zyklus schwanger, ist für viele Monate dies Deine letzte Menstruation.

Rechnen in der Schwangerschaft

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Dauer und das Alter einer Schwangerschaft zu definieren. Üblich ist die Berechnung des Menstruations-Alters, also ab Beginn der letzten Monatsblutung. Die Schwangerschaftswoche wird immer mit der Zahl der abgeschlossenen Woche + der Zahl der Tage in der aktuellen Woche angegeben.

Beispiel:

SSW 5 +4 würde also bedeuten, dass Du schon 5 Wochen und 4 Tage schwanger bist. Somit befindest Du Dich in der 6. Schwangerschaftswoche. Die ungefähre Länge einer Schwangerschaft beträgt 10 Mond-Monate (je 28 Tage), sie wird zudem in drei Trimester unterteilt. Jedes Trimester dauert etwa 13 Wochen. Rechnet man nach Kalender-Monaten, dauert eine Schwangerschaft 9 Monate.

Das Ovulations-Alter ist das Alter der Schwangerschaft vom Zeitpunkt der Befruchtung an berechnet. In Tagen ab der Befruchtung dauert eine Schwangerschaft etwa 266 Tage bzw. in Wochen sind es ungefähr 38 Wochen. Die genaue Länge der Schwangerschaft kann man jedoch nicht vorher sagen. Manche Babys kommen früher auf die Welt und andere lassen sich Zeit und kommen z.B. erst 10 Tage nach dem errechneten Entbindungstermin zur Welt.

Erfahre mehr über die Berechnung einer Schwangerschaft auf der Seite Schwangerschaftsrechner.

Bereite Dich auf eine Schwangerschaft vor

Wenn Du und Dein Partner ein Baby planen, dann solltest Du schon jetzt beginnen, Deinen Körper für eine Schwangerschaft vorzubereiten. Das kann die Chance auf eine Schwangerschaft erhöhen und außerdem Deinem Körper und dem Baby die nötigen Reserven verschaffen. Verzichte bereits jetzt auf Alkohol, Nikotin und andere Substanzen, die der Gesundheit schaden. Ernähre Dich statt dessen gesund und reich an Vitaminen, achte auch auf einen ausreichende Eisenzufuhr.

Nimm Folsäure ein, sie reduziert die Gefahr von Fehlbildungen und Fehlgeburten. Studien legen nahe, dass eine ausreichende Zufuhr an Vitamin B6 vor der Schwangerschaft die lästige Übelkeit in den ersten Schwangerschaftswochen verhindert oder wenigstens bessert. Gute Lieferanten hierfür sind u.a. Lachs, Weizenkleie, Walnüsse, Sojabohnen, Sonnenblumenkerne und Schweinefleisch.

Erledige medizinische Termine

Lass Dich beim Frauenarzt untersuchen und sicherstellen, dass keine Erkrankungen der Schwangerschaft im Weg stehen oder zu Komplikationen führen. Lass Deinen Immun- und Impfstatus überprüfen. Akute Erkrankungen z.B. an Toxoplasmose oder Windpocken können für ein Ungeborenes schlimme Folgen haben, darum solltest Du im Bedarfsfall geimpft dagegen werden, bevor Du schwanger bist. Dein Eisenwert und Deine Schilddrüsenwerte sind für eine kommende Schwangerschaft ebenfalls wichtig, lass die Werte bestimmen, falls Du Dich oft schlapp fühlst und Dein Arzt dies empfiehlt. Empfehlenswert ist auch der Besuch des Zahnarztes, bevor eine Schwangerschaft vorliegt: für die Zahnreinigung, falls Röntgenuntersuchungen nötig sind, größere Eingriffe mit Betäubung oder gar Narkose. Und wer hat schon gern Zahnschmerzen in der Schwangerschaft? Kommt es in den nächsten 40 Wochen zu Entzündungen, ist die Einnahme von Antibiotika nicht immer möglich.

Es gibt zudem Hinweise für Zusammenhänge zwischen Zahnentzündungen und Frühgeburten und auch Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung). Außerdem ist die Position auf dem Zahnarztstuhl in fortgeschrittener Schwangerschaft ein großes Problem: Das Baby liegt dann nämlich auf der Hohlvene (siehe: Vena-Cava-Kompressionssyndrom) und die Schwangere verliert dann leicht das Bewusstsein. Also check noch mal schnell Deine Zähne, damit die alte Binsenweisheit „Jedes Kind kostet Dich einen Zahn“ bei Dir nicht wahr wird.

Mach Dich fit

Treibe Sport! Eine Schwangerschaft verlangt einem Körper viel ab, da ist es gut, wenn Herz und Kreislauf fit sind für die erhöhte Belastung durch das Baby. Schwanger sein bedeutet nämlich nicht nur, dass der Bauch wächst und ein Baby kommt, sondern auch, dass Dein Körper einen zweiten Körper mit Blut, Sauerstoff und Nahrung versorgt. Täglich 30 Minuten moderates Jogging kann schon ausreichen, um gut auf eine Schwangerschaft vorbereitet zu sein und nicht für die nächsten Monate kurzatmig zu sein oder an der Treppe in den 3. Stock zu scheitern.

Väter-Kalender: sein Schwangerschaftskalender in der 1. SSW