38. SSW (38. Schwangerschaftwoche): Vorboten der Geburt

38. SSW: Die Lungen deines Babys produzieren Surfactant

Dein Baby wären in der 38. SSW theoretisch bereit für die Geburt, doch jede weitere Woche in deinem Bauch bis zum Entbindungstermin tut seiner Entwicklung gut. Also bloß keine Eile, auch wenn du vielleicht langsam etwas ungeduldig wirst. Eine Geburt kündigt sich häufig noch vor den Wehen mit einigen Symptomen an, mit denen du in den nächsten Tagen oder Wochen wahrscheinlich rechnen kannst.

Zu Beginn der 38. Schwangerschaftswoche sind es bis zum Entbindungstermin (ET) noch 3 Wochen bzw. 21 Tage und man spricht von SSW 37 +0

Dein Bauch in der 38. SSW

Dein Uterus endet jetzt etwa 16 bis 18 cm über dem Bauchnabel und du fühlst dich mit dem zusätzlichen Gewicht und dem großen Bauch vielleicht etwas unwohl und deine Schlaf wird unruhiger.

Vielleicht hat sich dein Baby schon tiefer ins Becken begeben und dein Bauch sitzt nun ebenfalls etwas tiefer und lässt dir wieder mehr Luft zum Atmen. Hast du mal deinen Bauchumfang gemessen? War das Maßband lang genug? Unglaublich, wie weit dein Bauch in den letzten 38. Schwangerschaftswochen gewachsen ist und gedehnt wurde.

Schwangerschaftsbeschwerden in der 38. SSW

Magen-Darm-Probleme

Bei vielen Frauen kündigt sich die Geburt wenige Stunden vorab mit Durchfall an. Eine erhöhte Darmtätigkeit ist vermutlich auf die verstärkte Durchblutung im Unterleib zurückzuführen, die mit den Wehen noch einmal steigt. Man weiß nicht genau, was die Geburtswehen auslöst, aber es wird vermutet, dass das Baby dafür Hormone produziert, evtl. produziert auch die Mutter Hormone, die dann gemeinsam mit den Hormonen des Babys zu Wehen führen. Wenn du am Ende deiner Schwangerschaft also Durchfall hast, dann kann es sein, dass es nun bald losgeht.

Der Schleimpfropf

Hättest du vor 38 Wochen gedacht, dass du dich mal mit Dingen wie einem „Schleimpfropf“ beschäftigen würdest? Tatsächlich handelt es sich hierbei um einen verfestigten Schleim aus der Vagina, der seit Beginn der Schwangerschaft den Muttermund von unten her verschließt und somit die Gebärmutter vor Infektionen schützt. Am Ende der Schwangerschaft geht dieser Pfropf ab und kann dabei entweder ganz klein und unauffällig sein oder eine etwas größere Menge. Manchmal geht er stückchenweise ab oder im Ganzen und er kann sowohl altes, als auch etwas frisches Blut enthalten. Frisches Blut in geringen Mengen kann darauf hinweisen, dass sich der Muttermund schon etwas öffnet – ein gutes Zeichen für eine baldige Geburt.

Meist kommt es in den Stunden oder Tagen nach dem Abgang des Schleimpfropfs zu Wehen und dem Beginn der Geburt aber es kann auch sein, dass du noch über den Termin hinaus warten musst. Manchmal löst sich der Schleimpfropf auch bei einer vaginalen Untersuchung durch den Arzt oder die Hebamme.

Sollte mit dem Pfropf frisches Blut in größeren Mengen abgehen und Bauchschmerzen hinzukommen, sind dies Gründe, den Frauenarzt zu informieren.

Wie sich dein ungeborenes Baby in der 38. SSW entwickelt

Wie groß ist dein Baby jetzt?

Dein Baby misst in der 38. SSW circa 35 cm – vom Scheitel bis zum Steiß. Das entspricht ungefähr der Länge einer Stange Lauch. Vom Scheitel bis zur Ferse ist dein Baby bereits 49 cm groß und wiegt ungefähr 3100 g.

Was in dieser Woche wächst und sich entwickelt:

Auch in der 38. Schwangerschaftswoche wächst dein Baby noch. Auch wenn zu diesem Zeitpunkt seine Organe im Falle einer Geburt bereits in der Lage wären, ihre Aufgaben zu übernehmen. In den letzten Wochen legt dein Baby zusätzlich Fett zu und das Gehirn entwickelt sich mit neuen Verknüpfungen weiter – dies wird es auch nach der Geburt tun. Spezielle Zellen in den Lungen produzieren in der 38. SSW sogenanntes Surfactant, eine oberflächenaktive Substanz, die es brauchen wird, um direkt nach der Geburt atmen zu können.

Sollte ein Baby ohne oder mit zu wenig Surfactant geboren werden (z.B. bei Frühchen, oder weil die Mutter Schwangerschaftdiabetes hat und die Surfactant-Bildung dadurch gestört ist), dann wird es nach der Geburt über einen kleinen Schlauch (Katheter) durch die Luftröhre in künstlicher Form eingeführt.

Was kannst du in der 38. SSW tun?

Dein Frauenarzt wird dich nun regelmäßiger untersuchen, und es ist wichtig, dass du dabei erfährst, ob dein Baby mit dem Köpfchen schon tief genug liegt, um bei einem frühzeitigen Blasensprung den Muttermund abzudichten. Sollte dies deine erste Schwangerschaft sein, ist es  sehr wahrscheinlich, dass das Köpfchen deines Babys bereits fest im Becken liegt. Bei der zweiten oder dritten Schwangerschaft hingegen kann dies erst kurz vor der Geburt geschehen. Frage eventuell konkret danach, denn sollte es zu einem vorzeitigen Blasensprung kommen, dann musst du dich sofort hinlegen und mit einem Krankentransport ins Krankenhaus gefahren werden, sofern Babys Kopf den Muttermund nicht abdichtet (siehe dazu auch SSW. 40).

Hast du schon eine Vorstellung davon, wie dein Kind abgenabelt werden soll? Es gibt die Möglichkeit das Kind sofort abzunabeln (meist der Standard) oder die Nabelschnur bewusst auspulsieren zu lassen. Eine neue wissenschaftliche Studie führt die Vorteile einer späteren Unterbrechung der Nabelschnur auf, jedoch sind Nachteile nicht ausgeschlossen.

 

Darauf solltest du in der 38. Schwangerschaftswoche achten

Wenn du dich noch bewegen kannst, dann wird dich der Nesttrieb jetzt wohl endgültig packen. Babysachen werden noch einmal gewaschen und Lätzchen gebügelt, Möbel umgestellt, die Fenster sehen auch schon wieder streifig aus, nimm dir bitte nicht zu viel vor!

Es ist verständlich, dass du alles fertig haben möchtest, doch Pausen müssen sein. Und bevor du auf eine Leiter steigst, bedenke, dass deine Körperbalance zurzeit gestört ist und somit die Unfallgefahr deutlich erhöht. Frag jemanden, ob er oder sie mit dir gemeinsam die Wohnung vorbereitet.

Wenn du eine Familie versorgst, wäre es jetzt ratsam, manche Gerichte in doppelten Mengen zu kochen und eine Hälfte einzufrieren. So muss dein Partner neben den Krankenhausbesuchen nicht nebenher noch kochen oder du hast in den ersten Tagen nach deiner Heimkehr mit dem Baby eine Sorge weniger und wärmst einfach nur auf.

Außerdem raten Prof. Dr. med. Franz Kainer und Annette Nolden in ihrem Ratgeber „Das große Buch der Schwangerschaft“ beim Autofahren als Beifahrer besser auf dem Rücksitz Platz zu nehmen. Wer selbst am Steuer sitzt, sollte den Abstand zum Lenkrad so weit wie möglich vergrößern (mindestens 25 Zentimeter), um den Babybauch so gut es geht zu schützen.

Der Schwangerschaftskalender für werdende Väter