5. SSW (5. Schwangerschaftswoche): erste Organe entstehen

5. SSW: Der Grundstein für die Nieren, Magen und Leber wird gelegt

Ist Deine Regel ausgeblieben? Hast Du schon einen Schwangerschaftstest gemacht? Diese Woche ist auf jeden Fall spannend, und wenn alles gut gegangen ist, dann werden bei Deinem Baby schon diese Woche die Grundsteine für sein Skelett und seiner Organe gelegt. Zu Beginn der 5. Schwangerschaftswoche sind es bis zum Entbindungstermin (ET) noch: 36 Wochen bzw. 252 Tage, man spricht von SSW 4 +1

In der 5. SSW misst dein Baby etwa 1,25 mm - es ist also etwa so groß wie ein Sesamkorn.
Dein Baby misst jetzt etwa 1,25 mm - es ist also etwa so groß wie ein Sesamkorn. ©Shutterstock

 

Dein Körper während der 5. SSW

Wenn die Regel ausgeblieben ist, kannst Du nun einen Schwangerschaftstest machen und schauen, ob er positiv ist. Schwangerschaftstests reagieren auf das Hormon hCG, welches im gesunden Körper nur vorkommt, wenn eine Schwangerschaft vorliegt. Ist der Test positiv? Hui, jetzt erst einmal setzen und tief durchatmen! Wenn Du diese Schwangerschaft nicht geplant hast und der Test trotz Pille positiv ist, liegt dies nicht an der Antibabypille. Du solltest diese jedoch jetzt nicht mehr weiter einnehmen.

Du möchtest jetzt sicher wissen, wann Dein wahrscheinlicher Entbindungstermin (= ET) ist. Du kannst es Dir von unserem Eisprungkalender berechnen lassen, dort wird sogar das Sternzeichen angezeigt. Um einen Termin beim Frauenarzt kannst Du dich bereits bemühen, aber plane ihn nicht vor der 6. oder besser noch 7.SSW, denn vorher ist im Ultraschall noch nichts zu sehen. Überlege schon einmal, wem Du vom positiven Schwangerschaftstest erzählen willst. Denke auch daran: Wenn Du an Deinem Arbeitsplatz giftigen Dämpfen, Strahlungen oder anderen Dingen ausgesetzt bist, die das Ungeborene gefährden, dann solltest du so bald wie möglich den Arbeitgeber informieren. Es besteht zwar keine Pflicht, die Schwangerschaft so früh bekannt zu geben, aber in diesem Fall sollte man nicht warten, denn besonders in den ersten Wochen ist der Embryo sehr gefährdet.

 

Schwangerschaftssymptome

Schwangerschaftsanzeichen wie Übelkeit, Müdigkeit, häufigeres Wasserlassen oder Verstopfung, sowie Spannungsgefühl in den Brüsten und Blähungen sind jetzt bei vielen Frauen erste Schwangerschaftsbeschwerden. Auch verfärben sich die Schamlippen und wirken durch eine stärkere Durchblutung leicht violett. Der Geruchssinn ist bei den meisten Frauen während der Schwangerschaft empfindlicher und vielleicht erregen nun ganz gewöhnliche Düfte wie z.B. die Pfirsich-Seife bei Dir Unbehagen.

Schwangerschaftskomplikationen

Manchmal kann es zu leichten Schmierblutungen kommen und das verunsichert natürlich. Evtl. ist dies noch die Einnistungsblutung. Nach ärztlicher Schätzung erleben zwischen 20 und 30 Prozent der Frauen in der ersten Hälfte der Schwangerschaft Blutungen. In den meisten Fällen ist die Ursache der Schwangerschaftsblutung unklar und die Schwangerschaft verläuft weiterhin normal. Eine Abklärung durch den Frauenarzt ist dennoch immer anzuraten.

 

Wie sich Dein ungeborenes Baby entwickelt

Eine feine Linie bildet sich auf der Oberseite des Embryos, daraus werden sich das Gehirn und die Wirbelsäule bilden. Folsäure hilft in diesem frühen Stadium, dass alles gut verläuft und keine Fehlbildungen auftreten. Darum ist es auch so wichtig, dass Du so früh wie möglich – am Besten schon vor der Schwangerschaft – Folsäure-Tabletten einnimmst. Etwa 16 Tage nach dem Eisprung haben sich Ektoderm (äußere Haut), Mesoderm (Embriozellschicht) und Endoderm (Keimschicht der inneren Organe) gebildet.

  • Ektoderm: Bildet die Haut, Fuß- und Fingernägel, Haare, Augenlinse, Auskleidung des inneren und äußeren Ohrs, Nase, Sinus, Mund, Darmausgang, Zahnschmelz, Hirnanhangsdrüse, Brustdrüsen und alle Teile des Nervensystems.
  • Mesoderm: Bildet die Muskeln, Knochen, Lymphgewebe, Milz, Blutzellen, Herz, Fortpflanzungsorgane und Ausscheidungsorgane
  • Endoderm: Bildet die Lungen, Zunge, Gaumenmandeln, Harnröhre und zugehörige Drüsen, Harnblase und Verdauungstrakt.

 

Simple Herzkammern bilden sich in dieser Woche und gegen Beginn der nächsten Schwangerschaftswoche wird das kleine Herz bereits anfangen zu schlagen! Auch der Grundstein für die Nieren, Magen, Leber und Bauchspeicheldrüse wird bereits gelegt.

Wie groß ist mein Baby jetzt?

Dein Baby misst jetzt etwa 1,25 mm – es ist also etwa so groß wie ein Sesamkorn.

Was kannst Du jetzt tun?

Eine typische Fehlbildung der ersten Schwangerschaftswochen ist der „offene Rücken“. Dieser und anderen Fehlbildungen kann Folsäure entgegen wirken. Folsäure ist ein B-Vitamin, da u.a. in Brokkoli, Kohl, Spinat und Rosenkohl vorkommt. In den meisten Fällen ist es nicht möglich, ausreichend Folsäure über die Nahrung aufzunehmen, darum sollten schwangere Frauen Folsäure-Tabletten einnehmen. Damit die Folsäure auch gut aufgenommen werden kann, vermeide grünen Tee – möglichst während der gesamten Schwangerschaft.

Während der gesamten Schwangerschaft, besonders jedoch in der Frühschwangerschaft musst Du sehr vorsichtig mit Chemikalien sein. Besonders Lösungsmittel in Wandfarbe und Ofenreiniger solltest Du meiden.  Viele tierische Nahrungsmittel aus der Wildnis enthalten Schwermetalle wie Blei und Quecksilber, meide daher Seefisch und Wildgerichte und greife auf Fleisch und Fisch aus landwirtschaftlicher Produktion – möglichst biologischer – zurück. Auch bei anderen Lebensmitteln sind Einschränkungen zu beachten. Es gibt einiges, das Du jetzt nicht mehr essen oder reduzieren solltest – immerhin: Ein bis zwei Tassen Kaffee am Tag sind laut aktuellen Studien kein Problem. Denke aber auch an das Koffein in anderen Getränken wie Cola.

Meide den Kontakt mir Haustieren (z.B. Toxoplasmose-Gefahr), Gartenerde und an Kinderkrankheiten erkrankte Kindern.  Es gibt außerdem Hinweise darauf, dass eine deutlich erhöhte Körpertemperatur und eine verformte Wirbelsäule beim Baby im Zusammenhang stehen. Verzichte daher auf Sauna und heiße Bäder.

Wenn Du regelmäßig Medikamente nimmst, erkundige Dich bei Deinem behandelnden Arzt, ob diese Medikamente in der Schwangerschaft sicher sind, oder ob du auf andere Präparate umsteigen solltest. Antidepressiva und Asthma-Mittel solltest Du nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt absetzen. Gute Zahnhygiene ist jetzt wichtiger denn je: Kieferentzündungen sind durch die Hormonveränderungen nun wahrscheinlicher und können Frühgeburten zur Folge haben.

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