Geburtsangst - die Angst vor der Geburt des Babys (2)

Was tun bei Angst vor den Wehen?

„Jede Wehe bringt mich meinem Kind näher!“ diesen Satz haben sicher schon viele Schwangere von ihrer Hebamme gehört. Wer große Angst vor den Wehen hat, wird sich unweigerlich verkrampfen und gegen die Wehe wehren. Unter Anspannung werden Schmerzen jedoch stärker empfunden. Wer hingegen entspannt ist, wird weniger Schmerzen spüren.

Schwangere liest ein Buch
©Pexels/Josh Willink

Vielleicht können Sie diesen kleinen Trick bei einer der Vorsorgeuntersuchungen mal testen:
Atmen Sie bei einer Blutentnahme in dem Moment langsam und entspannt aus, in dem die Kanüle der Spritze in die Haut eindringt. Am Besten atmen Sie so, als würden Sie langsam eine Kerze auspusten. Sie werden feststellen, dass der Pieks kaum zu spüren ist.

Beim Ausatmen ist eine Anspannung kaum möglich, wer hingegen die Luft scharf einzieht und die Muskeln anspannt, wird mehr Schmerz empfinden.

Wer unverkrampft atmet und die Wehen willkommen heißt, wird die Situation besser akzeptieren und weniger Schmerz empfinden.

 

Stressfaktor „Partner“

Fragt man alte Hebammen, dann waren Geburten früher leichter, als die Männer noch nicht zugegen waren. Tatsächlich gibt es immer mehr Frauen, die Ihren Mann lieber draußen warten lassen und sich eine Freundin, Schwester oder die eigene Mutter in den Kreißsaal bestellen. Grund dafür ist nicht selten die Sorge, dass man sich bei der Geburt vor dem Partner bloßstellt. Wer solche Gedanken hat, wird verkrampft sein und seinen Bedürfnissen und Gefühlen unter der Geburt nicht nachgeben. Dabei ist es bei der Geburt durchaus erlaubt, Schwäche zu zeigen, aggressiv zu sein oder andere Regungen zu zeigen. Sollten Sie sich in diesen Dingen Ihrem Partner gegenüber nicht frei fühlen, besprechen Sie es unbedingt mit Ihm. Vielleicht ist er sogar ganz froh, wenn Sie ihn nicht dabei haben möchten – auch Männer haben Angst vor der Geburt! Sie fürchten sich meist vor dem Unbekannten des Geburtsvorgangs, haben Angst zu versagen weil sie nicht wissen was sie tun sollen oder keine Kontrolle über die Situation zu haben.

Aber auch andere Gründe sprechen dafür, eine vertraute weibliche Person mit in den Kreißsaal zu nehmen. So weiß vielleicht Ihre geburtserfahrene Schwester besser als Ihr Partner, wie sie unterstützen und motivieren kann.

 

Selbstbestimmung

Manche Frauen machen im Verlauf ihres Lebens schlechte Erfahrungen mit ihrer sexuellen Selbstbestimmungen. Ein Elternhaus in welchem Sexualität geleugnet oder bestraft wurde (z.B. aus religiösen Gründen), kann sich negativ auf die Gefühlslage während der Schwangerschaft und der Geburt auswirken.

Eine anderes Problem sind negative Erfahrungen mit Partnern: Ist eine Frau in der Vergangenheit zu ungewünschten sexuellen Handlungen gedrängt oder gar gezwungen worden, wird sie die Aussicht auf eine ähnlich ausgelieferte Situation in Angst versetzen. Eine Frau sollte sich in diesem Fall der Hebamme anvertrauen und evtl. eine Gesprächstherapie in Anspruch nehmen, um Ihre Ängste zu überwinden und Vergangenes zu verarbeiten.