Ausschabung: Wann wird sie durchgeführt und wie läuft sie ab?

Ausschabung: Wann wird sie durchgeführt und wie läuft sie ab?

Fällt das Wort ‚Ausschabung‘, denken die meisten als erstes an eine Fehlgeburt oder einen Schwangerschaftsabbruch. Tatsächlich wird eine Ausschabung bei unterschiedlichen Diagnosen und zu verschiedenen Zwecken durchgeführt. Wir beantworten unter anderem die Fragen, welche Zwecke das sind und wie genau der Eingriff abläuft.

Ausschabung, Frau sitzt nachdenklich im Stuhl
Eine Ausschabung muss nicht nur zwangsläufig aufgrund einer Fehlgeburt geschehen. © Tetiana_GV via Bigstock

Was ist eine Ausschabung?

Muss der Arzt eine Ausschabung durchführen, spricht er auch von einer Abrasio uteri oder einer Kürettage. Der operative Eingriff erfolgt durch die Scheide bei örtlicher Betäubung oder unter Vollnarkose. Er gehört laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zu den häufigsten gynäkologischen Operationen in Deutschland und gilt daher als sogenannter Routineeingriff.

Dabei entfernt der Arzt mit speziellen, chirurgischen Instrumenten – Kürette genannt – die obere Schicht der Gebärmutterschleimhaut.

Wann wird eine Ausschabung vorgenommen?

Fehlgeburt/Schwangerschaftsabbruch

Verstirbt der Embryo im Mutterleib oder entscheidet sich die Frau zu einem Schwangerschaftsabbruch, so wird der Embryo, auch ‚Frucht‘ genannt, im Rahmen dieses Eingriffs ausgeschabt. Wird der Embryo bei einer Fehlgeburt nicht ausgeschabt, kann es zu gefährlichen Komplikationen wie Infektionen und Blutungen kommen.

Ausschabung nach Geburt

Auch wird nach einer natürlichen und gesunden Geburt des Kindes in manchen Fällen eine Abrasio nötig und zwar, wenn Teile der Plazenta in der Gebärmutter zurückgeblieben sind, da sie sich nicht vollständig von der Innenwand der Gebärmutterhöhle gelöst haben. Werden sie nicht entfernt, kann sich die Gebärmutter nach dem Eingriff nicht richtig zurückbilden und zusammenziehen. In extremen Fällen muss die Gebärmutter komplett entfernt werden (Hysterektomie).

Die wichtigsten Fakten zum Thema Fehlgeburt

Blutungsstörungen

Der Gynäkologe kann auch aufgrund von Blutungsstörungen Gebärmutterschleimhaut ausschaben, um eine Diagnose stellen zu können. Diese anormalen Blutungen können während oder nach den Wechseljahren vorkommen. Auch wenn die normale Regelblutung sehr lang, stark oder schmerzhaft ist, nimmt der Frauenarzt häufig eine Ausschabung zu Diagnosezwecken vor. Meist stecken Myome, also gutartige Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut, oder Polypen hinter den Blutungsstörungen und sind harmlos.

Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut

Um bösartige Veränderungen und Erkrankungen der Gebärmutterschleimhaut ausschließen, beziehungsweise diagnostizieren, zu können, kann ebenfalls eine Ausschabung durchgeführt werden.

Was passiert bei einer Abrasio?

In den meisten Fällen erfolgt eine Gebärmutter-Ausschabung unter einer Vollnarkose. Wird nur Gewebe aus dem Gebärmutterhals und nicht aus der -höhle entfernt, verabreicht der Arzt meist nur eine örtliche Betäubung. Die Gebärmutterhöhle liegt im Inneren der Gebärmutter und wird durch die Gebärmutterschleimhaut ausgekleidet. Der Gebärmutterhalskanal verbindet sie mit der Scheide.

Der Eingriff wird ambulant in Frauenarztpraxen oder gynäkologischen Abteilungen von Krankenhäusern durchgeführt und dauert maximal 15 Minuten. Dabei sitzt die Patientin in einem gynäkologischen Untersuchungsstuhl.

Abrasio zur Gewebsuntersuchung/-entfernung

Nachdem der äußere Intimbereich gereinigt, desinfiziert und mit einem sterilen Tuch abgedeckt wurde, dehnt der Arzt vorsichtig den Muttermund, indem er ein Spekulum in die Scheide einführt, welches im genügend Platz verschafft. Danach führt er die sogenannte Kürette ein, mit der die Kürettage durchgeführt wird. Mit dieser Metallschlaufe trägt der Arzt vorsichtig einen Teil der Schleimhaut im Gebärmutterkörper beziehungsweise Gewebe aus dem Gebärmutterhals ab. Mit Hilfe eines speziellen Saugers wird das Gewebe abgesaugt und anschließend von einem Pathologen untersucht.

Bei diagnostischen Zwecken wird in manchen Fällen auch eine sogenannte fraktionierte Kürettage vorgenommen, bei der zuerst Gewebeproben aus dem Gebärmutterhals (Zervix) und anschließend von der Schleimhaut genommen werden.

Abrasio bei Fehlgeburt und Abtreibung

Im Fall von einem Schwangerschaftsabbruch oder einer Fehlgeburt wird anstatt einer normalen Kürette eine Saugkürette eingesetzt, die Embryo sowie Plazenta absaugt.

Per Ultraschall oder Endoskopie prüft der Arzt anschließend in jedem Fall, ob das gesamte Gewebe beziehungsweise Embryo und Plazenta vollständig entfernt wurden.

Welche Komplikationen und Risiken birgt der Eingriff?

Da es sich um eine Routine-OP handelt, sind Komplikationen eher selten. Mach dir keine Sorgen, wenn nach der Ausschabung deiner Gebärmutter über ein paar Tage leichte, ziehende Schmerzen, leichte Blutungen und bräunlicher Ausfluss auftreten – dies ist völlig normal.

Wenn die Blutung nach dem Eingriff jedoch ungewöhnlich lang und stark ausfällt, kann dies auf eine Infektion hinweisen und sollte umgehend durch einen Arzt abgeklärt werden. Weitere mögliche Komplikationen sind:

  • Verletzung der Gebärmutter
  • Reißen der Gebärmutterwand
  • zurückgebliebenes Restgewebe
  • verletzen/durchstoßen von Organen durch Küretten

Mögliche Risiken, die eine Ausschabung mit sich bringen kann sind:

  • Verwachsungen im Bereich der Gebärmutter
  • Schwächung des Gebärmutterhalses
  • Erhöhtes Risiko für weitere Fehlgeburten und Schwangerschaftskomplikationen
  • Unfruchtbarkeit

Diese Risiken und Komplikationen sind zwar selten, können aber dennoch vorkommen und sollten auch vom behandelnden Gynäkologen erwähnt und mit ihm besprochen werden.

Auf was muss ich nach einer Ausschabung achten?

Nach der Operation solltest du dich am besten abholen oder von einem Taxi nach Hause fahren lassen, denn dein Körper ist von dem Eingriff und der Narkose geschwächt. Schone dich auf jeden Fall einige Tage. Beobachte in dieser Zeit ganz genau deinen Körper. Gibt er Warnsignale (z.B. starke Schmerzen und Blutungen, Fieber, eitriger Ausfluss) von sich, halte schnellstmöglich mit deinem Frauenarzt Rücksprache.

Auf Sport solltest du mindestens eine, besser aber zwei Wochen verzichten. Auch sind durch den gedehnten Muttermund Vollbäder, Saunagänge, Schwimmen, Sex und Tampons für zwei bis drei Wochen tabu. Sonst besteht die Gefahr, dass Keime in die Gebärmutter dringen und Infektionen verursachen.