Wochenbett-Depression

Babyblues oder Depression?

Meist trifft es Frauen völlig unvorbereitet, wenn sich nach der Entbindung nicht der erwartete Rausch der Glücksgefühle einstellt, sondern stattdessen eine Leere oder Traurigkeit. Frühzeitige Aufklärung über die verschiedenen Ausprägungen und Behandlungsmöglichkeiten eines solchen Stimmungstiefs ist daher wichtig.

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Es ist oft sinnvoll, schon vor der Geburt mit dem Partner über eine mögliche Depression zu sprechen, so fällt es später leichter, sich anzuvertrauen, wenn sie tatsächlich eintreten sollte. Vorbeugend können Maßnahmen geplant werden, welche den Stress nach der Entbindung reduzieren und die Mutter entlasten. Bei bereits bekannter Depressionsneigung kann rechtzeitig mit Medikamenten entgegen gewirkt werden.

Depression oder Babyblues?

Es gibt verschiedene Abstufungen, zwischen denen unterschieden werden muss. Wenn Sie nach der Geburt erschöpft sind und leicht weinen, so muss das noch lange keine Wochenbett-Depression sein. Meist handelt es sich um den sogenannten „Babyblues“, der wenige Tage nach der Entbindung eintritt und mit Hormonveränderungen zusammenhängt. Zwischen diesem Stimmungstief, einer Depression und einer Psychose muss unterschieden werden.

Hormonelle, soziale, genetische und psychische Ursachen können für die Traurigkeit nach der Geburt verantwortlich sein. So sind z.B. der Abschied von der eigenen Kindheit, belastende Ereignisse zum Zeitpunkt der Geburt oder Neigung zum Perfektionismus, sowie besonders starke Besorgnis als psychische Faktoren relevant. Eine genetische Veranlagung zur Depression (familiäre Häufung), Hormonumstellungen und auch schlaflose Nächte beeinflussen die Wahrscheinlichkeit, dass sich aus einem Stimmungstief eine Depression entwickelt. Bei einer vorangegangenen Schwangerschaftsdepression ist die Möglichkeit einer Wochenbett-Depression besonders hoch.

Schwangerschaftsdepressionen - Anzeichen und Ursachen

Weitere Faktoren können der gesellschaftliche Druck, negative Reaktionen von Geschwisterkindern oder Überlastung durch besonders anspruchsvolle Kinder (z.B. Schreikinder) sein. Auch wirkt sich der Verlauf der Schwangerschaft aus: War das Kind ungeplant oder musste die Mutter lange auf die Schwangerschaft warten? Gab es Komplikationen in der Schwangerschaft oder wurde die Geburt als besonders schwierig empfunden? Auch Stillprobleme, plötzliches Abstillen und Abstillpräparate spielen eine Rolle. Je nach Ausprägung einzelner oder mehrere Faktoren kann aus einem Stimmungstief eine Depression entstehen oder eine Psychose auftreten.