Blasensprung: Was tun, wenn die Fruchtblase platzt?

Blasensprung – Kommt jetzt mein Baby?

Mitten in der Nacht, ein seltsames Gefühl im Inneren, lässt eine Hochschwangere aus dem Schlaf hochschrecken. Dann ein warmes, nasses Gefühl zwischen den Beinen – hat man etwa im Schlaf in die Hose gepinkelt? Nach dem Aufstehen aus dem Bett dann aber schnell die Gewissheit: Das, was hier die Beine hinunterfließt ist eindeutig Fruchtwasser. Das war ein Blasensprung, die Geburt geht los. Wann die Fruchtblase platzt, was dies zu bedeuten hat und auf was du achten musst, erfährst du hier.

So kannst du den Blasensprung richtig deuten und darauf reagieren
So kannst du den Blasensprung richtig deuten und darauf reagieren ©Pexels

Der Blasensprung – wann platzt die Fruchtblase?

Der Blasensprung bezeichnet die Öffnung der Fruchtblase, in der sich dein Baby bis zur Geburt befindet. Sobald die Fruchtblase geplatzt ist, tritt Fruchtwasser aus. Das bedeutet aber nicht, dass es wie in Hollywoodfilmen in Strömen an deinen Beinen hinunterläuft und sofort die Wehen einsetzen. Jede Frau erlebt die Geburt anders, und so bedeutet auch ein Blasensprung nicht gleich bei jeder Schwangeren dasselbe.

Manche erwischt der Blasensprung im Schlaf, andere während dem Einkaufen, wieder andere erleben ihn erst während der Austreibungsphase – die Fruchtblase kann sogar vom Arzt oder der Hebamme während der Geburt im Kreißsaal aktiv ‚gesprengt‘ werden. Eines ist aber sicher: Mit dem normalen Blasensprung beginnt die Geburt, denn spätestens nach 48 Stunden haben 50 Prozent der Frauen ihre Babys im Arm. Passiert nach dem Blasensprung gar nichts, wird die Geburt nach spätestens 24 Stunden eingeleitet oder ein Kaiserschnitt gemacht. Denn sonst besteht die Gefahr, dass Keime und Bakterien zum Baby gelangen und eine Infektion auslösen können.

Geburt einleiten: Wie funktioniert das?

Wie fühlt sich der Blasensprung an?

Keine Sorge, platzt die Fruchtblase, tut das der werdenden Mutter überhaupt nicht weh. Übrigens beginnt nur jede zehnte Geburt mit einem Blasensprung. Diesen bemerken viele Schwangere eben dadurch, dass plötzlich warmes Wasser die Beine hinunterläuft. Verschließt das Köpfchen deines Kindes jedoch bereits den Ausgang, ist die Diagnose etwas schwerer: Hier kommen oftmals nur ein paar Tröpfchen Fruchtwasser aus der Scheide und so ist es nicht einfach zu unterscheiden, ob es sich um Urin oder eben um einen Blasensprung handelt.

Ein gutes Indiz: Fruchtwasser kann man anders als Urin nicht mit Muskelkraft zurückhalten. Wenn du nicht sicher bist, rufe deine Hebamme an. Außerdem gibt es auch Teststreifen, die du dir vorab nach Hause holen kannst. Verfärben sich diese bei Kontakt mit der Flüssigkeit, kannst du sicher sein, dass es sich um Fruchtwasser handelt.

Was muss ich bei einem Blasensprung beachten?

Hast du einen Blasensprung, obwohl dein Kind eigentlich noch im Bauch bleiben sollte? Rufe sofort in der Klinik an und lass‘ dir helfen. Wartest du bereits auf die Geburt deines Kindes und die Fruchtblase platzt? Keine Sorge, im Normalfall kommt dein Baby jetzt nicht sofort, du hast also noch Zeit, um in Ruhe zu packen, eventuell jemanden anzurufen und dich entspannt ins Krankenhaus fahren zu lassen. Und natürlich um dich zu freuen, denn bald wirst du dein kleines Wunder in den Händen halten.

Der vorzeitige Blasensprung

Es gibt zwei Arten von Blasensprung: den, der die Geburt einleitet, weil das Baby bereit ist auf die Welt zu kommen und den vorzeitigen Blasensprung. Hier ist entscheidend, in welcher Schwangerschaftswoche sich die werdende Mutter befindet. Meistens ist eine Infektion im Genitalbereich Schuld am vorzeitigen Blasensprung. Leider kann dieser bei Babys, die noch nicht die 24. Schwangerschaftswoche erreicht haben, zu einer Fehlgeburt führen. Ab der 24. Schwangerschaftswoche ist die Überlebenschance für das Baby größer: Die Mutter muss Antibiotika nehmen, bekommt Wehenhemmer und muss unbedingt unter dauerhafter ärztlicher Beobachtung stehen.

Beim Blasensprung ruhig bleiben

Generell solltest du dir aber über einen Blasensprung erstmal keine Sorgen machen. In den meisten Fällen ist er eine ganz normal Reaktion deines Körpers auf die bevorstehende Geburt deines Babys. Nur selten stellt er für Mutter und Kind ein Risiko da. Und auch hier gilt, wenn du dennoch verunsichert bist, kontaktiere deine Hebamme oder den Arzt.