Dammmassage: So beugst du Verletzungen bei der Geburt vor

Dammmassage: So beugst du Verletzungen bei der Geburt vor

Eine Dammmassage kann helfen, deinen Körper auf die Geburt vorzubereiten. Denn besonders die Vagina muss dabei extreme Belastungen aushalten. Vielen werdenden Mütter graut es daher vor einem Dammriss. Wie du solchen Verletzungen mit einer Dammmassage vorbeugen kannst, erfährst du hier.

©Unsplash/Yaogi Lai

Eine Dammmassage funktioniert natürlich nur dann, wenn man weiß, was hierfür genau massiert werden soll. Als Damm wird der Bereich in der Intimzone einer Frau bezeichnet, der zwischen Scheide und Anus liegt. Bei der Geburt wird er durch den Kopf des Babys extrem belastet und muss großem Druck und starker Dehnung standhalten. Das schafft er aber nicht immer und so können oberflächliche bis tiefergehende Gewebe- und Muskelrisse entstehen.

Um diesen Gewebs- und Muskelverletzungen so gut wie möglich vorzubeugen, ist die Dammmassage die beste Methode.

Wieso ist eine regelmäßige Dammmassage so gut?

Eine regelmäßige Dammmassage als Geburtsvorbereitung ist deshalb so wichtig, weil sie das Gewebe zwischen Anus und Vagina geschmeidig und elastisch hält. Es wird weicher und besser durchblutet. Zudem verringerst du mit der Massage deine Angst vor der Geburt und gewöhnst dich auch schon mal an ein leichtes Dehnungsgefühl.

Natürlich besteht aber selbst mit diszipliniert durchgeführter Dammmassage nicht die Garantie, dass es bei der Geburt weder zu Dammschnitt noch -riss kommt.

Was brauche ich für eine Dammmassage?

Eine Dammmassage führst du selbst zu Hause durch. Sie macht ab der 34. Schwangerschaftswoche Sinn. Aber selbst, wenn du die 34. Woche verschlafen hast, kannst du auch noch später mit der Massage beginnen, denn die Übungen tun Muskeln und Gewebe in jedem Fall gut.

Wenn du deinen Damm optimal auf die Geburt vorbereitest, kannst du ein spezielles Dammmassageöl aus der Apotheke kaufen. Es reicht aber auch Mandelkernöl, Jojobaöl oder ein einfaches Gleitgel. Manche Frauen empfinden es jedoch als angenehmer, wenn das Öl gut duftet, da sie so besser entspannen können.

Weil eine Dammmassage eine ziemlich intime Angelegenheit ist und sich manche Frauen dabei besonders am Anfang nicht ganz wohlfühlen, solltest du es dir so gemütlich wie möglich machen. Nimm vorher ein Bad, lies dabei ein entspannendes Buch oder höre deine Lieblingsmusik.

Wie funktioniert die Dammmassage?

Ganz wichtig zu Beginn der Dammmassage: Hände waschen – und zwar gründlich! Auch unter deinen Fingernägeln sollte sich kein Dreck befinden.

Bring dich in eine für dich bequeme Position, in der du den Damm gut erreichst. Manche Frauen begeben sich dafür in eine halbsitzende Position und legen sich ein Kissen in den Rücken. Andere finden es angenehmer zu stehen und ein Bein erhöht abzustellen. Gib etwas von dem Massageöl auf deine Fingerspitzen und verreibe es, bis es sich warm zwischen den Fingern anfühlt.

Führe jetzt den Daumen in die Scheide ein, der Zeigefinger liegt auf dem Damm und kann ihn von außen massieren. Kreise den Daumen im Inneren der Vagina leicht, damit lockerst du die Scheidenwände. Stell dir deinen Intimbereich wie eine Uhr vor: Wichtig ist der Bereich unterhalb von drei und neun Uhr.

Da sich die Scheide bei der Geburt besonders in Richtung Damm dehnt, versuche bei der Dammmassage auch diese Region vorzubereiten. Nimm dazu ein bis zwei Finger zu deinem Daumen hinzu und spreize die Finger soweit es geht. Geh dabei ruhig ein wenig in den Dehnungsschmerz rein, denn so lernt das Gewebe, deinen Fingern mehr Spielraum zu lassen.

Du wirst merken, dass sich dein Gewebe und deine Muskulatur zunehmend besser an die Dehnungsübungen gewöhnen und sie dir immer leichter fallen. Wenn du möchtest, kann auch dein Partner die Dammmassage durchführen – aber nur, wenn du dich dabei entspannen kannst und es als angenehm empfindest.