Eisen-Einnahme in der Schwangers

Eisenmangel Schwangerschaft: Risiken, Symptome und Behandlung

Sehr viele Frauen gehen bereits mit Eisenmangel in die Schwangerschaft. Bleibt das Eisen-Defizit während der Schwangerschaft bestehen, dann kann sich das nicht nur nachteilig auf die Mutter, sondern auch auf die gesunde Entwicklung des Ungeborenen auswirken. Lies hier was man darüber wissen muss und wie der Eisenwert erhöht wird.

Arzt hält Labortest in der Hand
©Pixabay/Darko Stojanovic

Der Eisenwert

Beim Frauenarzt wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung ein Tropfen Blut abgenommen, zentrifugiert und untersucht. Ziel der Übung ist es, den Hb-Wert im Blut zu bestimmen. Hb steht für „Hämoglobin“ und dies wiederum steht für den roten Blutfarbstoff. Hämoglobin ist für den Transport von Sauerstoff von den Lungen zu den Zellen im Körper zuständig. Ist zu wenig Hb vorhanden, kann nicht genügend Sauerstoff (O2) zu den Zellen gelangen. Der Hb-Wert ist nicht der Eisenwert, gibt aber Hinweise darauf, wie gut der Körper mit Eisen versorgt ist. Der Eisenwert wird mit etwas mehr Aufwand ermittelt und mit dem chemischen Zeichen „Fe“ aus demPeriodensystem der Elemente angegeben.

Normalwert für Hb bei Frauen: 12 – 16 g/dl

Normalwert für Fe: 10-200 µg/l

Warum brauchen Schwangere mehr Eisen?

Während der Schwangerschaft absorbieren Frauen besonders gut, daher sollten sie genügend davon zu sich nehmen. Eine ausreichende Eisenzufuhr stellt sicher, dass die Schwangere und ihr Baby gut mit Sauerstoff versorgt werden. Dabei muss bedacht werden, dass das Blutvolumen von schwangeren Frauen um bis zu 50% ansteigt. Für das zusätzliche Blutvolumen, für die wachsende Plazenta und für das Baby muss genügend Eisen aufgenommen werden. Dein täglicher Eisenbedarf liegt etwa bei 27 mg. Der Körper versorgt in der Schwangerschaft vorrangig das Baby und erst zweitrangig die Mutter mit Eisen.

Mögliche Risiken durch Eisenmangel in der Schwangerschaft

Nach Angaben der UN haben weltweit 47% der Nichtschwangeren einen Eisenmangel und 60% der Schwangeren. In den „entwickelten“ Ländern wie z.B. Deutschland und den USA dürfte die Lage besser sein, dort kann man von 18% der Nichtschwangeren und 30% der Schwangeren mit Eisenmangel ausgehen.

Folgenden Risiken bestehen:

Für das Baby:

  • Frühgeburt
  • unzureichende Gehirnentwicklung mit Langzeitfolgen
  • geringes Geburtsgewicht
  • stille Geburt
  • erhöhte Neugeborenen-Sterblichkeit

Für die Mutter:

  • Müdigkeit, Gereiztheit und Depressionen (während der Schwangerschaft)
  • Erhöhtes Risiko für postnatale Depressionen
  • erhöhter Blutverlust unter der Geburt

Symptome bei Eisenmangel

Nahrungsmittel die Eisen enthalten

Manchmal ist es nötig, Eisenpräparate einzunehmen, diese haben aber manchmal Nebenwirkungen wie Verstopfung, Durchfall oder Magenschmerzen. Wer noch nicht anämisch ist, kann versuchen seinen Eisenbedarf mit den richtigen Nahrungsmitteln zu decken. Hier ein paar Vorschläge:

  • getrocknetes Obst, z.B. Aprikosen
  • Eigelb (unbedingt nur durchgegart essen)
  • fettarmes Fleisch (insbesondere dunkles Fleisch wie Rindfleisch und Lamm)
  • Lachs und Thunfisch
  • Hülsenfrüchte
  • dunkelgrünes Gemüse (Brokkoli, Spinat, Grünkohl, grüner Spargel …)
  • Vollkorngetreide (besonders Hirse)
  • Mandeln

Sollte es nicht möglich sein, den Eisenbedarf durch die Ernährung zu decken, dann sind flüssige Eisenpräparate meist besser verdaulich als Kapseln oder Tabletten.

Eisen für das Baby

Auch nach der Geburt ist eine gute Eisenversorgung unabdingbar für eine optimale Entwicklung des Babys. Dies wird für mehrere Monate über das Stillen erreicht, sofern die Mutter ausreichen Eisen aufnimmt. Auch Milchpulver ist zusätzlich mit Eisen versehen.
Um dem Baby bei der Geburt eine Extraportion Eisen ins Leben mitzugeben, kann man die Hebamme bitten, die Nabelschnur auspulsieren zu lassen. Dies wird jedoch nicht von jeder Hebamme durchgeführt und gehört auch nicht zum Standard einer Geburt. Kläre vor der Geburt, ob diese Möglichkeit in Deiner Klinik besteht.

Fazit

Eisenmangel in der Schwangerschaft muss ernst genommen und behandelt werden, damit sich das Ungeborene gesund entwickeln kann und die Schwangere nicht unter den Symptomen leidet. Ein Zufuhr von Eisen durch eine entsprechend angepasste Ernährung ist der Einnahme von Medikamenten vorzuziehen, reicht jedoch nicht immer aus. Auch nach der Geburt und in der Stillzeit ist eine ausreichende Eisenzufuhr für Mutter und Kind wichtig.

Wichtiger Hinweis:

Artikel auf Hallo-Eltern.de sind das Ergebnis von Recherchen und sollen Leser über verschiedene Themen informieren. Sie sind kein medizinischer Ratgeber, können keine Diagnosen stellen und ersetzen auch nicht den Besuch beim Arzt. Sollten Leser dieser Seite den Eindruck haben, dass sie ein medizinisches Problem haben, sollten sie sich unbedingt an einen Arzt wenden.