Elternzeit beantragen: Mit diesen Tipps geht es ganz einfach

Elternzeit beantragen – So geht’s

Zu einer Schwangerschaft gehört auch jede Menge Organisationsarbeit, wie etwa die Elternzeit beantragen. Doch wer, wann, wie, wo und für wie lange? Wir geben Antworten.

Tipps und Tricks zum Elternzeit beantragen
©Glenn Carstens via Unsplash

Bürokratie wird in Deutschland großgeschrieben – natürlich auch, wenn es darum geht die Elternzeit zu beantragen geht. Entsprechend gehört zu jedem neuen Lebensabschnitt hierzulande auch eine Menge Organisations- und Verwaltungsarbeit dazu. Davon ist auch die Schwangerschaft nicht befreit. Damit du dich nach der Geburt deines Babys erst einmal voll und ganz auf dein Kind konzentrieren kannst, hat der Staat das System der Elternzeit eingerichtet.

Elternzeit beantragen: Wer bekommt sie?

Die Elternzeit ist die gesetzlich verankerte Eingewöhnungsphase in das Leben mit dem neu geborenen Kind. Dabei wird das Elternteil von seiner Arbeit freigestellt. Sowohl Mutter als auch Vater können die Elternzeit beantragen. Sie entscheiden dabei selbst, ob sie die Elternzeit gemeinsam oder nacheinander nehmen möchten und in welcher Reihenfolge und für wie lange das geschehen soll.

Die Elternzeit kann nur von Arbeitnehmern beantragt werden. Sie gilt für Angestellte in Voll- und Teilzeit in befristeten und unbefristeten Verträgen sowie für Auszubildende. Wer freiberuflich arbeitet, hat keinen Anspruch auf Elternzeit. Selbstständige stellen sich selbst von der Arbeit frei.

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Wie kann ich die Elternzeit beantragen?

Den Antrag auf Elternzeit richtest du an deinen Arbeitgeber. Gehst du mehr als einer Beschäftigung nach, beantragst du sie bei jedem deiner Chefs. Der Antrag muss spätestens sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit bei deinem Arbeitgeber eingegangen sein. Für Mütter bedeutet das, dass sie den Antrag bis spätestens eine Woche nach der Geburt einreichen müssen, da sie in der Regel bis acht Wochen nach der Geburt noch im Mutterschutz sind. Möchte der Vater direkt nach der Geburt seines Kindes in Elternzeit gehen, beantragt er diese bis zu sieben Wochen vor dem errechneten Geburtstermin.

Der Antrag erfolgt schriftlich und enthält die Angaben zum Absender, das Datum, eine Anrede sowie den konkreten Zeitraum, für den du Elternzeit beantragen möchtest. Der Arbeitgeber bestätigt dir dieses schriftlich. gewährte Elternzeit ebenfalls schriftlich.

Übrigens: Der Antrag kann nicht abgelehnt werden, da jeder Arbeitnehmer in den ersten drei Lebensjahren seines Kindes einen gesetzlichen Anspruch auf Elternzeit hat.

Wie lange dürfen Mutter und Vater in Elternzeit gehen?

Drei Jahre Elternzeit stehen Müttern und Vätern laut Gesetz zu. In dieser Zeit ruht das Beschäftigungsverhältnis und du kannst nicht gekündigt werden. Schon bevor du in die Elternzeit gehst, musst du jedoch festlegen, wie du die ersten beiden Jahre gestalten möchtest. Willst du zwei komplette Jahre pausieren oder zum Beispiel ein Jahr gar nicht und das zweite Jahr in Teilzeit arbeiten, musst du das beim Elternzeit beantragen festhalten. Von diesen Angaben darfst du im Nachhinein nur abweichen, wenn dein Arbeitgeber einer eventuellen Änderung zustimmt.

Nach dem Ablauf des zweiten Jahres kannst du noch einmal entscheiden, ob du noch ein drittes Jahr nehmen möchtest. Du darfst übrigens einen Anteil der Elternzeit von bis zu zwölf Monaten nehmen, bis dein Kind acht Jahre alt wird. Der Arbeitgeber muss damit allerdings einverstanden sein.

Elternzeit beantragen: Wer finanziert das?

Die Elternzeit ist eine Freistellung von der Arbeit, die jedoch unbezahlt ist. Damit du und dein Kind während dieser Monate bis Jahre nicht in finanzielle Nöte geraten, hat der Staat das Elterngeld eingerichtet. Dieses bekommen Mutter wie Vater während der Elternzeit, allerdings in der kompletten Höhe nur bis zu einer Zeit von 14 Monaten. Auch dann, wenn die Elternzeit länger dauert. Die Höhe des Elterngeldes ist abhängig vom Einkommen des Elternteils, das sie beantragt. Du solltest dir also genau überlegen, wie lange du Elternzeit beantragen willst und wie du sie dir gegebenenfalls mit deinem Partner aufteilst.

Übrigens: Möchtest du während deiner Elternzeit arbeiten, darfst du das bis zu 30 Stunden pro Woche tun.