Folsäure in der Schwangerschaft und bei Kinderwunsch

Folsäure in der Schwangerschaft

Du bist schwanger oder wünschst dir ein Kind? Dann solltest du ausreichend Folsäure zu dir nehmen. Warum das Vitamin bei einem Kinderwunsch und während der Schwangerschaft so wichtig ist? Das erklären wir dir hier.

Willst du schwanger werden oder bist es vielleicht bereits? Dann hat dir dein Arzt bestimmt empfohlen Folsäure zu dir zu nehmen. Doch was ist Folsäure eigentlich und was bewirkt sie? Folsäure ist ein Vitamin, genauer gesagt Vitamin B9, das dein Körper nicht selbst herstellen kann. Besonders in den ersten Wochen der Schwangerschaft ist es sehr wichtig. Es hilft deinem Baby, sich gesund zu entwickeln. Übrigens: Die natürliche Form der Folsäure, die in Lebensmitteln wie Grünkohl und Hühnereiern vorkommt, nennt man Folat. Die Bezeichnung Folsäure hingegen wird nur für die im Labor produzierte Version des Vitamins verwendet. Doch werden beide Begriffe im täglichen Gebrauch meist gleichgesetzt.

Folsäure hat viele Funktionen: Sie wird zur Bildung roter Blutkörperchen benötigt, hilft, die Hormone Serotonin und Noradrenalin zu produzieren sowie bei der Zusammensetzung der DNA. Außerdem unterstützt das Vitamin das Gehirn beim Arbeiten.

Deshalb ist Folsäure in der Schwangerschaft wichtig

Folsäure wird besonders in den ersten Schwangerschaftswochen benötigt. In dieser Zeit findet jede Menge Zellbildung und -teilung statt. Für gesunde Zellen benötigt der Fötus Folsäure. Doch auch für die werdende Mutter ist während der Schwangerschaft die zusätzliche Aufnahme wichtig, da das Vitamin auch das Wachstum ihres Gewebes unterstützt.

Für einen Vorgang während deiner Schwangerschaft ist Folsäure besonders wichtig: Das ungeborene Baby entwickelt in der zweiten bis dritten Schwangerschaftswoche das sogenannte Neuralrohr. Daraus entwickeln sich Gehirn und Rückenmark. Damit das Neuralrohr richtig ausgebildet wird, benötigt dein Körper zusätzlich Folsäure. Es ist bisher das einzig bekannte Vitamin, das einem offenen Rücken vorbeugt.

Wieso Folsäure bei Kinderwunsch?

Eine frühe Aufnahme von Folsäure bei Kinderwunsch ist entsprechend wichtig. Spätestens vier Wochen vor der geplanten Schwangerschaft sollte begonnen werden, das Depot an Folsäure aufzubauen. Denn schon in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen verdoppelt sich der Bedarf an dem Vitamin. Außerdem wissen vielen Frauen in den ersten Wochen ihrer Schwangerschaft oft noch nichts von ihrem Kinderglück. Es macht also Sinn, die Einnahme von Folsäure zu erhöhen, sobald du  Nachwuchs plant.

Ein Mangel an Folsäure kann übrigens nicht nur Neuralrohr-Defekte bewirken. Auch Herzfehler, Harnwegsdefekte und Lippen-Kiefer-Gaumenspalten werden mit einem Mangel an Folsäure in Verbindung gebracht.

So bekommst du genug Folsäure

Folat, die natürliche Form der Folsäure, kannst du über deine Nahrung aufnehmen. Gemüse wie Spinat, Brokkoli, Tomaten, Rucola, Spargel, Karotten und Radieschen enthalten das Vitamin. Gleiches gilt für andere Lebensmittel, wie Vollkornprodukte und Nüsse. Allerdings enthalten Lebensmittel in der Regel nicht ausreichend Folate, wenn du dich auf eins beschränkst. So bekommst du zum Beispiel nur 15 Mikrogramm Folat, wenn du 100 Gramm Vollkornbrot isst. Zur Klarheit: eine Scheibe wiegt circa 40 Gramm. Du müsstest täglich 50 Scheiben essen, um deinen Bedarf zu decken. Das muss nicht sein. Zum einen kannst du deine Ernährung folsäurehaltig aufbauen, zum anderen gibt es andere Methoden bei Kinderwunsch, Folsäure zu dir zu nehmen. So gibt es etwa Folsäure-Präparate, die du schon vor der Schwangerschaft einnehmen kannst.

Zur Orientierung: Schwangere sollten täglich 550 Mikrogramm Folate zu sich nehmen. Deshalb empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), um auf die benötigten 550 Mikrogramm zu kommen, zur normalen Ernährung 400 Mikrogramm Folsäure in Tablettenform einzunehmen.

Was passiert, wenn du zu viel Folsäure aufnimmst?

Ebenso wie ein Mangel an Folsäure ist auch die Überdosierung gefährlich. Körperliche Reaktionen der Mutter können Allergien, Störungen im Magen-Darm-Trakt und Übelkeit sein. Auch Schlafstörungen und Depressionen sind als Folge einer Überdosierung von Folsäure bekannt. Auch für das ungeborene Baby kann zu viel des Vitamins gefährlich werden: Laut einer Studie der Internationalen Gesellschaft für Autismusforschung, soll das Risiko, eine Form von Autismus zu entwickeln, durch zu viel Folsäure sogar steigen. Du solltest deshalb unbedingt mit deinem Arzt klären, wie du deinen Bedarf an Folsäure bei Kinderwunsch und während der Schwangerschaft deckst.