Fruchtwasser: Die Amnionflüssigkeit ist für den Fetus überlebenswichtig

Fruchtwasser: Lebenselixier des Babys

Das Fruchtwasser umgibt für neun Monate der Lebensraum deines Babys: Es schützt den Fetus und versorgt ihn mit wichtigen Nährstoffen.

Fruchtwasser
Fruchtwasser ist für Babys überlebenswichtig ©Spanishalex via Bigstock

Ab dem Moment der Befruchtung ist das Fruchtwasser der schützende Lebensraum für dein Baby. Am Anfang dient es dazu, dass der Embryo nicht mit der Fruchtblase verwächst. Später fängt das Wasser Stöße und Erschütterungen ab – ein bisschen wie ein Stoßdämpfer beim Auto.

Je größer das Baby ist, desto mehr Fruchtwasser wird deswegen auch benötigt. Bis kurz vor der Geburt ist deine Fruchtblase mit einem Liter dieser wässrigen, klaren Flüssigkeit gefüllt. Sie wird auch Amnionflüssigkeit genannt. Im Laufe deiner Schwangerschaft produziert dein Körper aber eine weitaus größere Menge davon. Etwa alle drei Stunden erneuert sich das Wasser nämlich vollständig. Es wird über die kindlichen Niren und die Plazenta  gereinigt bzw. neu gebildet. 

Ein sehr komfortabler Roomservice für deinen Bauchbewohner. Das macht auch durchaus Sinn. Denn das Fruchtwasser ist nicht nur zum Schutz deines Ungeborenen da. Dein Baby wird es regelmäßig trinken. Bis zur 37. SSW nimmt es täglich bis zu einem halben Liter davon zu sich. So trainiert es seinen Schluckreflex und auch seinen Stoffwechsel. Denn was oben hinein geht, kommt unten auch wieder heraus. Das klingt zunächst etwas befremdlich. Aber dein Baby trinkt das Fruchtwasser richtig gerne – vor allem wenn du Süßes gegessen hast.

Das kann dein Kind schon im Mutterleib

Zusammensetzung des Fruchtwassers

Über dein Blut und die Plazenta gelangt das, was du zu dir genommen hast ins Fruchtwasser und ändert seine Zusammensetzung in feinen Nuancen. Aber Vorsicht, es gibt einen Haken. Denn du setzt quasi schon im Mutterleib den Grundstein für die Geschmacksvorlieben deines Babys. Wenn du in der Schwangerschaft viel Süßes zu dir nimmst, wächst in dir garantiert auch eine Naschkatze heran. Zudem solltest du gerade bei Zucker in der Schwangerschaft vorsichtig sein. Studien haben ergeben, dass ein zu süßer Speiseplan der werdenden Mama Allergien beim Kind begünstigen kann.

Ganz auf Süßes musst du aber nicht verzichten. Denn ganz unabhängig von deiner Ernährung besteht das Fruchtwasser immer zu einem gewissen Teil aus Zucker. Übrigens ist das auch der Grund, weshalb die meisten Babys kleine Schleckermäuler sind. Weitere nachgewiesene Bestandteile im Fruchtwasser sind: Wasser, Proteine, Laktat und Elektrolyte wie Kalium und Natrium. Das ist in jeder Schwangerschaf gleich. Gegen Ende der Schwangerschaft lassen sich auch Hautschüppchen und Härchen von der Lanugobehaarung deines Babys im Fruchtwasser finden. Auch diese schluckt das Baby zusammen mit dem Fruchtwasser und lagert sie im Darm ab. Nach der Geburt wird es alles als Kindspech, also seinem ersten Stuhlgang, wieder ausscheiden.

Zu wenig Fruchtwassers als Alarmsystem

Weil das Fruchtwasser so eng mit der Entwicklung des Fetus zusammenhängt, ist es ein guter Indikator für Probleme. Dein Arzt kann unter anderem an der Menge des Fruchtwassers erkennen, ob die Schwangerschaft normal verläuft. Denn für jede Schwangerschaftswoche gibt es bestimmte Normwerte, wie viel Fruchtwasser vorhanden sein muss. Diese sind im sogenannten Fruchtwasserindex festgelegt. Sind die Werte zu hoch oder zu niedrig, kann das in beiden Fällen zu Fehlbildungen beim Baby führen.

Was hat die Farbe des Fruchtwassers zu bedeuten?

Zum anderen spielt die Farbe des Fruchtwassers eine wichtige Rolle. So ist eine bräunliche Verfärbung ein Hinweis auf eine Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind. Färbt sich das Fruchtwasser gegen Ende der Schwangerschaft grün, ist das ein Zeichen für eine Übertragung. In diesem Fall sollte die Geburt möglichst rasch eingeleitet werden.

Der wichtigste Indikator für dich ist, wenn das Fruchtwasser in dein Höschen tröpfelt. Das ist vermutlich der Blasensprung und der Startschuss für die Geburt.

Deutliche Anzeichen, dass es bald mit der Geburt losgeht