Gebärmutter: Aufbau und Funktion während der Schwangerschaft

Gebärmutter: Aufbau und Funktion während der Schwangerschaft

Die Gebärmutter ist das zentrale, weibliche Fortpflanzungsorgan. In ihr findet, bei erfolgreicher Befruchtung der Eizelle, der daraus entstehende Embryo für 40 Wochen ein Zuhause. Wie aber ist die Gebärmutter eigentlich aufgebaut und welche Erkrankungen können sie befallen? Wir klären auf!

Aufgabe und Funktion der Gebärmutter
Diese Rolle spielt die Gebärmutter für den weiblichen Körper © DisobeyArt via Bigstock

Die Gebärmutter befindet sich im Unterleib der Frau zwischen Blase und Mastdarm und wird in der Fachsprache auch als Uterus bezeichnet.

Aufbau der Gebärmutter

Bei einer geschlechtsreifen Frau ist die Gebärmutter ein etwa sieben bis neun Zentimeter langes Hohlorgan und gleicht in ihrer Form einer auf den Kopf gestellten Birne.

 

Ihr durchschnittliches Gewicht liegt zwischen 50 und 60 Gramm. Damit wiegt sie ungefähr so viel wie eine Zitrone. Allerdings nimmt das Gewicht während der Schwangerschaft deutlich zu – bis etwa 1.000 Gramm. Das untere, schmale Drittel der Gebärmutter führt als Gebärmutterhals – auch Zervix genannt – in die Scheide (Vagina) hinein, wo er mit dem Muttermund endet. Dieser ist während der fruchtbaren Tage der Frau geöffnet und andernfalls von einem Schleimpfropf verschlossen.

Rechts und links der Gebärmutter befinden sich jeweils ein Eileiter und ein Eierstock. Die Eierstöcke sind in etwa so groß wie eine Pflaume. Sie produzieren in jedem Zyklus Eizellen sowie die weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron. Diese Hormone sorgen unter anderem dafür, dass Gebärmutterschleimhaut in der Gebärmutterhöhle produziert wird, in die sich ein befruchtetes Ei nach dem Eisprung einnisten kann. Findet der Eisprung nicht statt, wird die Gebärmutterschleimhaut bei der Menstruation vom Körper wieder abgestoßen und ausgeschieden.

Die Eileiter sind röhrenförmig und jeweils zehn bis zwölf Zentimeter lang. Ihre Funktion besteht darin, ein befruchtetes Ei, das von den Eierstöcken freigegeben wurde, in die Gebärmutterhöhle zu transportieren. Funktioniert dieser Transport nicht einwandfrei, kann es zu einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter kommen. Hier ist die Rede von der sogenannten Eileiterschwangerschaft, die unbedingt ärztlich behandelt werden muss.

Gehalten und stabilisiert wird die Gebärmutter von der Beckenbodenmuskulatur sowie den sogenannten Mutterbändern. Diese kräftigen Sehnen sorgen dafür, dass der Uterus in einer aufrechten und leicht nach vorne gebeugten Position bleibt.

Diese Symptome deuten auf eine Eileiterschwangerschaft hin

Funktion der Gebärmutter

Gab es einen Eisprung und daraufhin eine erfolgreiche Befruchtung der Eizelle, dann nistet sich die Eizelle in die produzierte Schleimhaut (Endometrium) in der Gebärmutterhöhle ein. Von da an wächst und gedeiht in ihr der Embryo beziehungsweise Fötus, wie der Embryo offiziell ab dem dritten Schwangerschaftsmonat genannt wird. Dabei wächst das innere Volumen des Uterus auf erstaunliche fünf Liter heran.

Gegen Ende der Schwangerschaft bewirken die Muskeln der Gebärmutter unter hormonellem Einfluss, dass das Kind aus der Gebärmutterhöhle hinausgetrieben wird: Die Wehen setzen ein. Nach der Geburt bildet sich das Organ wieder auf seine ursprüngliche Größe zurück.

Erkrankungen der Gebärmutter

Mögliche Beschwerden und Erkrankungen, die den Uterus betreffen können, sind unter anderem:

Myome

Bei Myomen handelt es sich oftmals um gutartige Wucherungen, die zum größten Teil aus Bindegewebsfasern bestehen. Sie treten laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes (GBE) häufig ab dem 35. Lebensjahr bei einem Drittel aller Frauen auf. Je nach dem wo Myome sitzen und wie groß sie sind, können sie Beschwerden wie beispielsweise eine beeinträchtige Empfängnis oder eine Neigung zu Fehlgeburten mit sich ziehen.

Endometriose

Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der sich innere Gebärmutterschleimhaut außerhalb des Uterus ansiedelt. Dies kann beispielsweise in Form von Zysten am Eierstock, am Eileiter oder an den Haltebändern der Gebärmutter sein. Laut GBE sind fünf bis 15 Prozent der gebärfähigen Frauen von eine Endometriose betroffen. Sie klagen unter anderem über starke Unterleibsschmerzen sowie veränderten Regelblutungen. Die Folge ist oft eine erschwerte Empfängnis.

Gebärmuttersenkung

Zu einer Senkung der Gebärmutter, auch Genitalprolaps oder Gebärmuttervorfall genannt, kann es kommen, wenn die Haltestrukturen des Uterus geschwächt sind und die Gebärmutter so mehr oder weniger stark in die Scheide absinkt. Zu den Haltestrukturen zählen nicht nur die Mutterbänder, sondern auch die Beckenbodenmuskulatur sowie das Bindegewebe. Ist die Gebärmutter nur leicht oder mittelstark gesenkt, kann regelmäßiges Beckenbodentraining die Senkung verbessern. Andernfalls muss mit dem behandelnden Arzt über die Möglichkeit einer Operation gesprochen werden.