Himbeerblättertee in der Schwangerschaft - Vorteile und Risiken

Himbeerblättertee in der Schwangerschaft – Vorteile, Risiken, Rezepte

Himbeerblättertee – am Ende der Schwangerschaft für eine leichtere Geburt von Hebammen empfohlen und von vielen Schwangeren tapfer getrunken. Doch ist die gepriesene Wirkung wirklich vorhanden und der Kräutertee tatsächlich harmlos für das Ungeborene? Eine kritische Beleuchtung ist auf jeden Fall ratsam.

©Unsplash/David Mao

Harmloser Himbeerblättertee?

Himbeerblättertee ist reich an Vitaminen und Mineralien. Seit Jahrhunderten findet er Anwendung in der Gynäkologie. Man sagt ihm nach, dass er einen unregelmäßigen Zyklus regulieren kann, starke Menstruationsblutungen verringert und sogar die Fruchtbarkeit fördern kann – sofern er nur in der ersten Zyklushälfte verwendet wird.

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Die häufigste Anwendung findet Himbeerblättertee allerdings am Ende der Schwangerschaft. Viele Hebammen empfehlen ihn für die letzten vier Wochen vor dem Geburtstermin, um die Geburt leichter und kürzer zu machen.

Diese Empfehlung beruht allerdings nur auf Überlieferungen und Annahmen. Eine Überprüfung dieser These ist schon deshalb nicht möglich, weil es zu einer Geburt mit Himbeerblättertee keine Vergleichsgeburt mit der gleichen Schwangeren mit dem identischen Baby in der identischen Geburtssituation ohne diesen Tee gibt. Es ist also im Menschenversuch nicht überprüfbar ob die genannten Vorteile für die Geburt auch tatsächlich bestehen.

Tatsächlich ist es so, dass Studien keinen Beweis eines Vorteils erbringen konnten. Stattdessen ist sogar nicht auszuschließen, dass der Teenachteilige Auswirkungen auf das Baby hat. Die McMaster University in Canada hat im Jahr 2009 mittels Tierversuchen ein erhöhtes Risiko durch Himbeerblättertee für das Ungeborene ermittelt. In der Studie konnte beobachtet werden, dass die Nachkommen aus der Versuchsreihe später eine längere Schwangerschaft und eine frühere reproduktive Entwicklung aufwiesen. Somit konnten erstmals nachteilige Langzeitfolgen durch Himbeerblättertee nachgewiesen werden.

Es ist daher zu überlegen, auf diesen Tee in der Schwangerschaft und Stillzeit zu verzichten, um unerwünschte Nebenwirkungen für das Kind auszuschließen. Der Tee kann zudem wie Östrogen wirken und beeinflusst dadurch unter Umständen den Hormonhaushalt. Auch kann er die Einnahme von Medikamenten und Vitaminen in ihrer Wirkung beeinflussen.

Wie so oft ist es sicher auch die Menge, die aus einem Kraut ein Gift macht. Daher ist Schwangeren zu raten, vor der Verwendung von Himbeerblättertee einen Arzt bzw. einen Apotheker zu Rate zu ziehen. Außerhalb der Schwangerschaft kann der Tee aber durchaus gute Anwendung finden.

Wo bekommt man Himbeerblättertee?

Apotheken verkaufen den Tee in lose abgewogenen Mengen. Außerhalb der Schwangerschaft wird er mit einer entschlackenden, urinfördernden Wirkung in Verbindung gebracht, auch die Haut soll davon profitieren. Zyklusregulierend, lindernd bei Atemwegsinfektionen und heilend bei Zahnfleischproblemen – außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit gibt es diverse Anwendungen für die Gesundheit.

Himbeerblätter aus dem Garten

Du hat Himbeer-Sträucher im eigenen Garten? Um so besser! Die beste Zeit zum Ernten ist kurz vor der Blüte. Verwende nur die frisch grün aussehenden Blätter. Wenn Du die Blätter frisch verwenden willst, dann pflücke nur für etwa 5 bis 6 Tage, dannach würden sie ihre heilenden und durchblutungsfördernden Eigenschaften verlieren. Zur Aufbewahrung frischer Blätter verwende keine Tüten oder andere Behälter sondern lege sie in einen offenen Korb.

Aufgepasst: Verwende nur gesunde aussehende Blätter, pflücke sie nicht am Straßenrand und setze die geernteten Blätter nicht direktem Sonnenlicht aus.

Tee mit frischen Himbeerblättern

  • Wähle 3 frische Blätter aus – je nach Geschmack kannst du auch etwas mehr oder weniger Blätter verwenden.
  • Spüle die Blätter unter fließend kaltem Wasser ab.
  • Schneide die Blätter in Streifen.
  • Bring Wasser zum Kochen und fülle es in einen Keramik-Becher.
  • Gib die Himbeerblätter hinzu, rühre ein Mal um und bedecke den Becher dann mit einem Deckel oder einer Untertasse.
  • Lasse den Himbeerblättertee 10 bis 15 Minuten ziehen.
  • Fülle den Tee in einen anderen Becher um und gieße ihn dabei durch ein kleines Sieb.
  • Der Tee riecht nun nach Himbeeren und hat einen leicht süßlichen Geschmack.
  • Je nach Geschmack kannst du nun den fertigen Tee mit Honig oder Zucker oder ungesüßt genießen.
  • Nicht mehr als 2 Tassen am Tag!

Himbeerblätter für Tee trocknen

  • Spüle die Blätter unter fließend kaltem Wasser ab.
  • Binde sie zu kleinen Bündeln zusammen und hänge sie kopfüber an einem trockenen, kühlen und gut belüfteten Ort zum Trocknen auf.
  • Vermeide beim Trocknen direktes Sonnenlicht.
  • Nach ca. 4 Tagen sollten die kleinen Bündel durchgehend getrocknet sein, fülle sie nun in einen luftdichten Behälter.
  • Innerhalb der nächsten 6 Monate aufbrauchen und während der Lagerung vor Sonnenlicht schützen.

Tee mit getrockneten Himbeerblättern

  • Bringe Wasser zum Kochen.
  • Gib eine kleine Menge (1-2 Teel) Himbeerblätter in eine Tasse und gieße mit dem kochenden Wasser auf.
  • Den Tee nun mit geschlossenem Deckel ziehen lassen – ca. 5-8 Minuten.
  • Danach in einem Sieb abseihen und pur oder mit Honig gesüßt trinken.
  • Nicht mehr als 2 Tassen am Tag!