Tipps für den Kinderwagen-Kauf

Hilfreiche Tipps für den Kinderwagenkauf

Ist ein Baby unterwegs, haben die werdenden Eltern bald das Bild vor Augen wie sie ihren Nachwuchs im Kinderwagen schieben. Nähert sich dann der Entbindungstermin, wird mit großer  Vorfreude nach einem passenden Kinderwagen gesucht. Hier erfährst Du, welche Kriterien beim Kauf entscheidend sind.

Frau schiebt einen Kinderwagen durch die Straßen
©Unsplash/Ostap Senyuk

Welcher Kinderwagen ist für und richtig?

Werdende Eltern haben die Qual der Wahl zwischen unzähligen Kinderwagen-Modellen, Farben, Mustern und Marken – gar nicht leicht, sich da einen Überblick zu verschaffen. Tatsächlich lassen sich jedoch einige Modelle von vornherein ausschließen, was die Auswahl deutlich verringert.

Welche Eigentschaften der richtige Kinderwagen für Dich haben muss, hängt überwiegend davon ab, wie Du ihn verwenden wirst. Was alles zu bedenken ist, erklären wir auf dieser Seite. Mit unserer Checkliste kannst Du dann beim Kauf die verschiedenen Kriterien und ihre Gewichtung für Dich ganz einfach überprüfen.

Räder

Stell Dir die Frage, wo Du überwiegend mit dem Kinderwagen unterwegs sein wirst. Gehst Du oft im Wald und auf Sandwegen spazieren oder wohnst Du in der Altstadt mit viel Kopfsteinpflaster? Dann sind große, breite Lufträder besser als kleine Gummiräder. Auch sollten zumindest die Räder paarweise festzustellen sein, damit sie sich auf unebenem Gelände nicht an jedem Steinchen verkannten.

In der Stadt und in Geschäften sind kleine, bewegliche Räder besser, da sie den Kinderwagen wendiger machen.

Griff

Der Griff des Kinderwagens sollte in der Höhe zu Deiner Körpergröße passen. Da aber vielleicht auch Dein Partner öfter mit dem Wagen unterwegs sein wird, und vielleicht eine andere Höhe braucht, sind höhenverstellbare Griffe oft hilfreich. Auch kann dies sinnvoll sein, falls ältere Geschwisterkinder den Wagen einmal schieben möchten.

Im Winter sind Eltern meist froh über einen Griff mit Gummierung o.ä. damit das kalte Metall nicht angefasst werden muss.

Gehst Du gern Joggen? Dann achte auf einen großen Abstand zwischen Griff und Rädern, so dass sich Deine Schrittlänge nicht mit den Rädern ins Gehege kommt.

Größe

Wirst Du viel mit dem Kinderwagen zu Fuß unterwegs sein? Dann ist Komfort für Dich und das Baby Priorität und Du musst bei der Größe keine Kompromisse eingehen, sofern es möglich ist, ihn irgendwie auch mal im Auto mitzunehmen.

Bist Du jedoch häufig mit dem Auto unterwegs, z.B. weil Supermärkte, Kinderarzt etc. nicht zufuß erreicht werden können, dann ist es wichtig, dass der Kinderwagen mit Leichtigkeit gefaltet werden kann und ohne großen Aufwand in den Kofferraum passt. Außerdem sollte es auch mit Kinderwagen im Kofferraum noch möglich sein, die Einkäufe zu verstauen. Ein solcher Kinderwagen muss oft kleiner und leichter sein.

Handling

Das Falten und Ausklappen des Wagens sollte einfach und intuitiv sein, so dass auch andere Betreuungspersonen (Tagesmutter, Großeltern …) damit zurecht kommen.

Wenn Du in einem Mietshaus wohnst, sollte er entweder in den Hausflur passen (sogern erlaubt) oder gut die Treppe hinaufzutragen sein. Solltest Du das Gestell im Hausflur lassen und nur die Liegeschale mit in die Wohnung nehmen sollen, muss diese leicht sein und über Tragegriffe verfügen.

Umbau zur Sportkarre

Die meisten Kinderwagen passen nur wenige Monate in der Liegeposition und können dann zum Sportwagen in Sitzposition umgebaut werden. Hierbei gibt es verschiedene Aspekte zu bedenken:

1. Wenn die Eltern groß sind, wird vermutlich auch das Baby recht groß sein und daher schon bald mit den Füßen gegen das Fußende stoßen. Evtl. ist es dann aber noch zu jung, um bereits in Sitzposition zu sein. Darum muss sich der Sitz auch als Sportwagen in eine halbliegende Position stellen lassen oder aber die Liegeschale ist entsprechend größer gewählt, so dass sich der Umbau des Kinderwagens herauszögern lässt.

2. Wenn Du überwiegend mit dem Auto unterwegs sein wirst, dann kommt bei Dir vermutlich nach spätestens 7 Monaten der Wunsch auf, den schweren, sperrigen Kinderwagen gegen einen Buggy einzutauschen. Bei einer solch kurzen Verwendung solltest Du ruhig einen günstigen oder gebrauchten Kinderwagen auswählen und lieber etwas mehr Geld in den Buggy investieren, der dann möglichst eine verstellbare Rückenlehne, eine Ablage für Einkäufe und ein Sonnendach haben sollte.

3. Die Rückenlehne und die Fußstütze sollten auch größeren Kindern passen und verstellbar sein.

Accessoires

Auch beim Zubehör kommt es auf die Art der Verwendung an.

Gehst du mit dem Kinderwagen in den Supermarkt, wirst Du ihn auch gewissermaßen als „Einkaufswagen“ benutzen, denn Du kannst nur einen Wagen zur Zeit schieben und musst das Baby dabei noch irgendwie transportieren. Also landen große Objekte wie Windelpakete, Kartoffeln etc. in eine Ablage unter dem Kinderwagen und kleinere Dinge in eine Tasche, die am Griff des Wagens hängt, jedoch nicht die Standfestigkeit des Wagens beeinträchtigt.

Fährst Du mit dem Auto zum Einkaufen, kann es sich lohnen, wenn der Kinderwagen mit der Baby-Autoschale verbunden werden kann. Somit muss das schlafende Baby nicht geweckt werden, um in den Kinderwagen umgelagert zu werden.

Ablage unter dem Kinderwagen und Babyschalen-Adapter sind also oft wichtiges Zubehör. Aber auch ein passender Regenschutz, Sonnendach bzw. Sonnenschirm und Insektennetz sind wichtig. Diese Dinge können auch unabhängig vom Wagenmodell gekauft werden und passen zu den gängigsten Kinderwagenmodellen.

Beim integrierten Sonnenverdeck solltest Du prüfen, dass dieses Schatten bietet, egal aus welcher Richtung die Sonne scheint.

Manche Modelle verfügen am Griff auch über einen Becherhalter und ein kleines Fach – diese Dinge sind sehr praktisch für Babys Trinkflasche wenn es älter wird und für Schnuller o.ä. – sie sollten jedoch nicht wesentlich zur Kaufentscheidung beitragen.

Geschwister-Kompatibilität

Gibt es noch ein Geschwisterkind unter 4 Jahren? Dann solltest Du entweder über einen Geschwisterwagen mit zwei Sitzen nachdenken, oder prüfen, ob ein zusätzlicher Sitz bzw. ein Geschwisterboard angebracht werden kann.

Sind Geschwister noch nicht vorhanden, jedoch für die Zukunft geplant, sollte der Kinderwagen möglichst von einer Marke sein, die für Langlebigkeit bekannt ist.

Federung und Bremse

Ein Kinderwagen sollte über eine gute Federung verfügen, denn das Baby liegt darin flach auf dem Rücken und muss so manchen Kantstein, das eine oder andere Schlagloch, Türschwellen etc. hinnehmen.

Die Feststellbremse muss zuverlässig sein und darf sich nicht von allein lösen können.

Komfort und Material

Wie weich ist die Matratze im Kinderwagen? Ist das Material abwaschbar oder maschinenwaschbar? Ist die Ausstattung im Winter warm genug? Diese Fragen sollte man sich beim Neukauf ebenso wie beim Gebrauchtkauf stellen.

Gebrauchte Kinderwagen

Bei gebrauchten Kinderwagen ist besonders zu beachten, dass man den Verkäufer bittet, Auskunft zu geben ob der Wagen aus einem Raucherhaushalt kommt. Der Geruch von Rauch kann sich in Kinderwagen festsetzen und ist nur schwer wieder zu entfernen.

Ein Kauf über das Internet ist immer günstiger, jedoch auch riskant, da man den Wagen nicht probefahren kann. Manchmal ist der Rahmen verbogen und der Wagen zieht permanent in eine Richtung oder die Reifen laufen nicht rund, …

Muster, Motiv und Farbe

Welches Muster, Motiv und Farbe sind in erster Linie Geschmackssache. Allerdings ist ein wenig Weitblick manchmal angebracht. Schwangere, die ein Mädchen erwarten, werden vielleicht zu rosa tendieren, bei Jungen evtl. eher zu braun und auch die Motive werden dann gern passend zum Geschlecht gewählt. Wenn der Kinderwagen jedoch für mehrere Kinder benutzt werden soll, ist es ratsamer die Farben und Motive möglichst geschlechtsneutral zu wählen, z.B. mit grau, grün oder orange, auch blau gefällt meist noch beim Töchterchen. Der passende Farbtupfen lässt sich dann mit rosa oder blauer Decke setzen.
Auch wenn rein logisch betrachtet nichts dagegen spricht, einen Jungen in einem rosa Kinderwagen zu schieben, werden die meisten Eltern sich dazu nur schwer überwinden können.

Garantie und Ersatzteile

Gerade wenn der Kinderwagen viel in Gebrauch ist und/oder für mehrere Kinder verwendet werden soll, ist es wichtig, dass der Hersteller eine mehrjährige Garantie leistet. Dies ist durch EU-Recht meist gegeben. Jedoch hilft die beste Garantie nichts, wenn der Hersteller in drei Jahren nicht mehr existiert und auch Ersatzteile nicht mehr erhältlich sind.

Häufige Garantiefälle beim Kinderwagen betreffen einen Rahmenbruch, kaputte Räder oder das Abfallen des Einkaufskorbs unter dem Wagen.

Checkliste „Kinderwagenkauf“

Drucke unsere Checkliste für den Kinderwagen-Kauf aus, und fülle die Kriterien nach Wichtigkeit aus. Mache Dir dann beim Kauf vor Ort Notizen, die Dir helfen einen Überblick über die einzelnen Modelle zu behalten und den passendsten Kinderwagen auszuwählen.

Checkliste Kinderwagen kaufen