Muttermund: Darum ist er schon vor der Schwangerschaft so wichtig.

Muttermund – wichtig für Kinderwunsch und Schwangerschaft

Muttermund und Zyklus sind eng verbunden. Er ist die Schranke zwischen Eizelle und Spermien. In der Schwangerschaft schützt der Muttermund dein Kind vor Eindringlingen wie Keimen. Ist der Muttermund geöffnet, geht die Geburt los!

Schwangere liegt auf Wiese
Der Muttermund wird in der Schwangerschaft zum wichtigen Indikator © miraclemoments via Bigstock

Mit ihrem Muttermund setzen sich die meisten Frauen erst auseinander, wenn sie schwanger sind. Bis dahin führt er ein unscheinbares Dasein. Eigentlich völlig zu Unrecht. Denn auch für deinen Kinderwunsch ist er ganz entscheidend.

Der Muttermund ist das untere Ende des Gebärmutterhalses (Zervix). Er bildet eine natürliche Schranke zwischen der Scheide und dem Uterus. Doch im Laufe deines Zyklus verändert er seine Beschaffenheit. An deinen fruchtbaren Tagen wird er weicher, so dass er für Spermien durchlässig bleibt. Das bedeutet, eine Befruchtung der Eizelle kann jetzt stattfinden. Die übrige Zeit bleibt der Muttermund fest und verschlossen. Tatsächlich kannst du das sogar mit den Fingern ertasten.

Geburt: deutliche Anzeichen, dass es bald losgeht

Frauen die bei einem Kinderwunsch auf die symptothermale Methode zurückgreifen, kontrollieren regelmäßig die Beschaffenheit ihres Muttermundes. Wird er zum Eisprung weicher, ist das für sie das Zeichen mit ihrem Partner Sex zu haben. Wer sich mit der natürlichen Familienplanung genauer auseinandergesetzt hat, der weiß, dass der Muttermund allein keine Aussagekraft über die Fruchtbarkeit hat. Zusätzlich spielen die Basaltemperatur und der Zervixschleim eine wichtige Rolle. Mehr Infos dazu findest du auch im verlinkten Artikel. Außerdem braucht man schon etwas Übung, um die feinen Unterschiede ertasten zu können.

Der Muttermund in der Schwangerschaft

Dein Muttermund wird sich direkt nach der Befruchtung fest zusammenziehen. Zusätzlich bildet der Gebärmutterhals einen Schleimpfropf aus, damit keine Keime in die Fruchthöhle vordringen können. So ist dein Ungeborenes gut vor Eindringlingen geschützt. Weil dieser Verschluss für die Schwangerschaft so wichtig ist, wird der Muttermund bei den Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig untersucht. Dein Frauenarzt wird ihn behutsam ertasten und kontrollieren, wie fest er ist. Gegen Ende der Schwangerschaft, etwa um die 36. SSW, wird der Muttermund wieder weicher. Zusammen mit den Senkwehen sind das die ersten Vorbereitungen auf die Geburt. Löst sich der Schleimpfropfen und ist der Muttermund geöffnet, ist das ein eindeutiges Zeichen, dass es jetzt mit der Geburt losgeht.

Untersucht dich die Hebamme im Krankenhaus zum ersten Mal, wird dein Muttermund erst zwei bis drei Zentimeter offen sein. Mit jeder Wehe öffnet sich der Muttermund weiter und der Gebärmutterhals verkürzt sich. Bis das Baby zur Welt kommen kann, muss der Muttermund allerdings zehn Zentimeter geöffnet sein. Jetzt ist auch der Gebärmutterhals maximal verkürzt, man spricht von „verstrichen“.

Wenn sich der Muttermund zu früh öffnet

Manchmal passiert es, dass sich der Muttermund zu früh öffnet. In diesem Fall droht eine Frühgeburt. Hast du Unterleibsschmerzen, tritt Flüssigkeit aus der Scheide aus oder spürst du eindeutig Wehen, solltest du umgehend einen Arzt aufsuchen. Denn von der 37. SSW sollte dein Kind eigentlich nicht auf die Welt kommen. Einige Organe, vor allem die Lunge, sind noch nicht vollständig entwickelt. Bei einer Frühgeburt ist daher eine ungenügende Lungenreife meist das größte Risiko für die Babys.

Öffnet sich der Muttermund ganz ohne Wehen und deutlich vor dem Entbindungstermin, kann eine Gebärmutterhalsschwäche vorliegen. Der Muttermund hält dem Gewicht des Babys nicht mehr stand und verliert seine natürliche Spannung. In diesem Fall wird der Arzt strenge Bettruhe empfehlen, um den Druck vom Muttermund zu nehmen. Ohne weiteres Eingreifen kann dein Kind dann noch etwas weiterwachsen. Unter Umständen musst du allerdings im Krankenhaus überwacht werden.