Geburtsangst - die Angst vor der Geburt des Babys (3)

Negative Geburtserfahrungen und -berichte

Wenn jemand eine schöne Geburt erlebt hat, so ist dies mit einem Satz erzählt: „Es war ein schönes, überwältigendes Erlebnis“ – mehr gibt es da nicht zu sagen denn es lässt sich nicht so recht in Worte fassen. Hat jemand seine Geburt als schwer, kompliziert oder unschön erlebt, wird dies oft in allen Einzelheiten geschildert. In den meisten Fällen werden uns die negativen Berichte besser im Gedächtnis bleiben weil sie uns mehr beeindrucken und wir vergessen darüber leicht die Tatsache, dass täglich viele Frauen ohne besondere Vorkommnisse ein Kind zur Welt bringen und mit der Entbindung sehr zufrieden sind.

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Eine schlechte Geburtserfahrung resultiert häufig daraus, dass die Geburt einfach nicht den Erwartungen der Gebärenden entsprach. Bei den Infoabenden der Geburtskliniken wurden oft Hilfsmittel (Geburtswanne, Hocker, Seile, besondere Betten, …) angepriesen, die dann vielleicht zum Zeitpunkt der Geburt nicht zur Verfügung standen oder aus anderen Gründen nicht genutzt werden konnten. Enttäuscht stellen Frauen dann fest, dass Sie Ihrem Kind nicht die angedachte perfekte Geburt bieten konnten. Sie plagen sich mit Schuldgefühlen und die – aus Sicht der Hebamme – eigentlich gut verlaufene Geburt wird eher negativ in Erinnerung bleiben. Ähnlich verhält es sich, wenn die Schwangere kein Vertrauen zu den Geburtshelfern aufbauen konnte oder das klinische Umfeld als hektisch empfand oder wenn der Geburtsverlauf entgegen der Erwartung besonders lang und anstrengend war.

Geburtstrauma

Eine vorangegangenes Geburtstrauma führt häufig dazu, dass Frauen weniger oder erst mit großem Abstand weitere Kinder bekommen. Dabei stehen meist gar nicht die Erinnerungen an den Wehenschmerz im Vordergrund sondern belastende Erlebnisse um die Geburt, z.B. das Gefühl dem Klinikpersonal ausgeliefert zu sein oder das Gefühl der fehlenden Selbstbestimmung, ein Einlauf, ein plötzlich notwendiger Kaiserschnitt oder eine Geburt per Saugglocke.

Um diese Dinge zu verarbeiten kann man sich die Krankenakte aus dem Krankenhaus geben lassen und mit einer Hebamme genau analysieren, wie es dazu gekommen ist. „Warum musste das CTG die ganze Zeit angeschlossen sein, was führte letztlich zum Kaiserschnitt, …“ dies zu verstehen und bei der nächsten Geburt bei Entscheidungen durch eigenes Wissen die Situation abschätzen zu können, stärkt Sie gegen Ihre Ängste.