Nestbautrieb bzw. Nesttrieb: Was ist das und gibt es das wirklich?

Nestbautrieb in der Schwangerschaft

Ein Phänomen, das man bei den meisten Frauen im letzten Drittel der Schwangerschaft beobachten kann: Sie werden vom Nestbautrieb gepackt. Mit zunehmenden Bauchumfang steigt dann das Bedürfnis, das Heim besonders schön für das Baby herzurichten. Alles dreht sich um Babyausstattung, Kinderzimmermöbel, Saubermachen und Sortieren. Dann werden die Babysachen alle nochmals durchgewaschen, jeder Raum wird blitzblank geputzt, die Möbel im Kinderzimmer müssen unbedingt noch mal umgestellt und die Wände neu gestrichen werden.

© Natalia Deriabina via Bigstock

Nachgewiesen wurde der Nesttrieb bisher nicht, doch ist fast jede schwangere Frau in den letzten Wochen vor der Geburt davon „befallen“. Mehr oder weniger stark ausgeprägt ist dann das ur-instinktive Bedürfnis, die Wohnung auf Vordermann zu bringen und die letzten Vorbereitungen zu treffen. Der Kopf ist voll mit Plänen, was es alles noch unbedingt zu erledigen gibt, alles soll perfekt sein, bevor das neue Familienmitglied einzieht.

Anzeichen, dass es bald mit der Geburt losgeht

Nestbau ja, aber bitte in Maßen!

Eine gute Möglichkeit sich die letzten Wochen vor der Geburt zu vertreiben und sich auf das Baby einzustimmen ist der Nestbau schon. Doch sollte es eine Frau „in anderen Umständen“ mit ihrem Drang nach Vorbereitung auf keinen Fall übertreiben. Eine Schwangere darf die eigenen körperlichen Grenzen nicht überschreiten und sollte lieber, so schwer es im Eifer des Nesttriebs auch fällt, Aufgaben abgeben und Vieles lieber anderen überlassen. Um keine Komplikationen zu riskieren, sollten Sie auf Folgendes besser verzichten:

  • Auf keinen Fall sollten Sie schwere Sachen tragen und heben, auch nicht nur ausnahmsweise!
  • Vermeiden Sie Bück- und Streckbewegungen, dadurch wird der Körper noch zusätzlich beansprucht.
    Vorsicht bei Putzmitteln! Viele setzen gefährliche Dämpfe frei, verwenden Sie daher lieber nur lösungsmittelfreie Produkte.
  • Vermeiden Sie Kontakt mit Tierkot, z.B. bei Gartenarbeiten oder beim Reinigen des Katzenklos.
    Das Renovieren sollten Sie lieber anderen überlassen und frisch gestrichene Räume, neue Teppiche oder Möbel unbedingt gut auslüften lassen!
  • Belassen Sie es lieber beim Dekorieren des Babyzimmers oder gestalten Sie schon einmal die Geburtskarten, um sich die Vorfreude auf den Nachwuchs zu versüßen. Genießen Sie die letzte freie Zeit zum Erholen und Entspannen, wie oft werden Sie später noch die Zeit haben, sich mit einem guten Buch in die Badewanne zu legen?

Renovieren kann dem Ungeboren schaden

Studien belegen, dass die Ausdünstungen von Farben, Teppichen, neuen Möbeln und Klebstoffen einem Baby schaden können. Doch dies ist nicht nur nach der Geburt der Fall, wenn das Kind in ein frisch renoviertes Zimmer einzieht. Bereits im Mutterleib können die Dämpfe und Gerüche, die eine Schwangere beim Renovieren oder Putzen einatmet, Schaden anrichten. Die Folgen: Fehlbildungen können entstehen oder das Immunsystem des Ungeborenen wird geschwächt, das Kind ist später anfälliger für Krankheiten und das Risiko für Allergien und Atemwegserkrankungen steigt.

Greifen Sie deshalb lieber auf unbedenkliche, lösungsmittelfreie Farben auf Naturbasis zurück und überlassen Sie das Streichen und Tapezieren anderen. Nutzen Sie wenn möglich gebrauchte Möbel. Neue Möbel und Teppiche müssen vor der Geburt des Kindes ausreichend ausdünsten können, bevor das Baby sein neues Heim beziehen kann.

Der Nestbautrieb auf der Zielgeraden

Nur Stunden bevor die Geburt losgeht, werden viele Schwangere noch mal von einer unstillbaren Energie gepackt. Plötzlich verspürt die hochschwangere Frau den Drang die Böden zu wischen, die Wäsche aufzuhängen und die Strampler neu zu sortieren. Und kurze Zeit später setzen oft die Wehen ein. Werden diese durch die zusätzliche Aktivität erst angeregt oder haben Schwangere tatsächlich eine Art „innere Uhr“, die ihnen kurz vor der Entbindung das Kommando zum Einlauf in die Zielgerade gibt? Die Meinungen dazu sind verschieden. Für Manche ist der Nestbau nur ein Mythos, andere sind sich sicher, es gibt ihn tatsächlich!

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Egal, ob und wie stark der Nestbautrieb Sie packt, achten Sie auf Ihre Grenzen und delegieren Sie einige Aufgaben wenn möglich lieber an andere. Ist das Baby dann endlich auf der Welt, wird Ihnen der Sinn erst mal weniger nach Putzen, Aufräumen und Renovieren stehen. Dann gilt es, die erste Zeit mit dem neuen Familienmitglied einfach nur zu genießen und den Nesttrieb, von dem man kurz zuvor noch so gefangen genommen war, mit einem Augenzwinkern abzuhaken.