Organisatorisches in der Schwangerschaft

Datum: 08.12.2013

 
organistorisches Schwangerschaft
Tausend Fragen schießen einem durch den Kopf, wenn die Schwangerschaft nachgewiesen ist. Auch Planungen für die nächsten Monate wie Urlaub, Fortbildung oder anderes sind nun unter einem neuen Licht zu betrachten. Hier findest Du eine kurze Übersicht der wichtigsten organisatorische Veränderungen. 

 

  • Bekanntgabe der Schwangerschaft: Es gibt hierfür in Deutschland keine Frist, jedoch ist der Arbeitgeber erst dann zur Einhaltung des Mutterschaftsgesetzes verpflichtet, wenn er über die Schwangerschaft informiert ist.

 

  • Kündigung: Schwangere können jederzeit das Arbeitverhältnis kündigen, der Arbeitgeber muss sich jedoch an den Kündigungsschutz halten, selbst wenn er noch nicht über die Schwangerschaft informiert war oder die Arbeitnehmerin in der Probezeit ist. Befristete Arbeitsverträge fallen allerdings nicht unter den Kündigungsschutz. Mehr dazu ...


  • Unwohlsein: In den ersten Wochen leiden sehr viele Schwangere unter Unwohlsein, Müdigkeit, manchmal auch Übelkeit und Erbrechen. Daher ist es sinnvoll, in diesen Wochen keine größeren oder anstrengenden Aktivitäten zu planen, sondern dem Körper lieber Zeit und Ruhe zu gönnen, sich an die notwendigen körperlichen Veränderungen zu gewöhnen.

 

  • Finanzielle Unterstützung: Wenn Frauen finanziell schlecht aufgestellt und daher in einer Konfliktsituation bezüglich ihrer Schwangerschaft sind, helfen oft kirchliche Anlaufstellen oder andere Beratungsstellen mit Zuschüssen zur Erstausstattung. Die Mittel müssen unbedingt vor der Geburt beantragt werden und dürfen nicht auf Sozialleistungen angerechnet werden. Infos dazu gibt es bei der "Stiftung für Mutter und Kind".
    Empfänger von Sozialleistungen können zudem einmalige Unterstützung für z.B. Schwangerschaftskleidung beantragen und einen finanziellen Mehrbedarf durch die Schwangerschaft anmelden. Ab der 13. SSW wird dann der Mehrbedarfsbetrag bis zur Geburt gezahlt, jedoch bei einer späteren Beantragung nicht rückwirkend.


  • Schutzfristen + Einkommen: 6 Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin darf eine Arbeitnehmerin nur noch auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin beschäftigt werden (dies kann in der Ausbildung manchmal sinnvoll sein, um zulässige Fehlzeiten nicht zu überschreiten). Nach der tatsächlichen Entbindung beträgt die Schutzfrist 8 Wochen bzw. 12 Wochen wenn Mehrlinge zur Welt gekommen sind. Bei Frühgeburten gibt es zudem besondere Regelungen. Bei Angestellten wird in dieser Zeit durch die Krankenkasse das sogenannte Mutterschaftsgeld gezahlt, welches sich nach dem durchschnittlichen Einkommen der vergangenen 3 Monate richtet. Beträgt der Tageslohn dabei mehr als 13 €, muss die Differenz zum tatsächlichen Tageslohn vom Arbeitgeber gezahlt werden (Arbeitgeberzuschuss). Für Privatversicherte, Beamte und Selbstständige gibt es gesonderte Regelungen und evtl. auch keinen Anspruch auf Lohnersatzleistungen. Die aktuellsten Infos zu diesem Thema findest Du unter www.mutterschaftsgeld.de .


  • Flugreisen: Wenn Geschäftsreisen anstehen oder der Urlaub bereits gebucht ist, muss bedacht werden, dass Fluggesellschaften in der Regel keine Schwangeren nach der 36. SSW transportieren. Manchmal wird auch bereits ab der 30. SSW eine Bescheinigung des Arztes verlangt, dass die Schwangere reisefähig ist. Die beste Zeit zum Reisen ist für Schwangere meistens im zweiten Trimester, weil sie sich dann körperlich oft am Besten fühlen.


  • Urlaubsanspruch: Der Anspruch auf Urlaub verkürzt sich durch eine Schwangerschaft nicht. Fehlzeiten und Beschäftigungsverbote wirken sich also nicht auf die Urlaubstage aus. Kann vor dem Mutterschutz nicht der gesamte Urlaubsanspruch genommen werden, so bleibt der Restanspruch im aktuellen und im folgenden Kalenderjahr erhalten.


  • Umzug: Ist eine größere Wohnung nötig, sollte der Zeitpunkt des Umzugs möglichst im zweiten Trimester der Schwangerschaft liegen, da sich eine Schwangere dann noch recht gut bewegen und Dinge einpacken kann. Heben und Tragen von Umzugskartons ist jedoch zu jeder Zeit tabu. Zudem kann es manchmal leichter sein einen neuen Vermieter zu finden, wenn der Babybauch noch nicht zu sehen ist. Denke beim Umzug auch an zukünftige Bedürfnisse: Spielplatz, Kindergarten und Grundschule gut erreichbar, evtl. gute Einkaufsmöglichkeiten zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Kinderarzt in der Nähe, verkehrssichere Umgebung ...


  • Untersuchungen: Die Vorsorgeuntersuchungen finden bei normalem Verlauf zunächst alle 4 Wochen statt und zum Ende der Schwangerschaft in kürzeren Abständen. Sollte es nicht möglich sein, diese Untersuchungen außerhalb der Arbeitszeit durchzuführen, muss der Arbeitgeber die Mitarbeiterin hierfür frei stellen, ohne ihr dabei Lohn oder Urlaubszeiten zu kürzen.


  • Besondere Vorsorgeuntersuchungen: Wer zusätzliche diagnostische Maßnahmen während der Schwangerschaft wünscht, sollte sich erkundigen, in welcher Schwangerschaftswoche diese erfolgen müssen und dann prüfen, ob diese Termine ungünstig mit anderen Terminen (z.B. Reisen) zusammentreffen.


  • Geburtsvorbereitungskurse: Etwa in der Mitte der Schwangerschaft sollte man sich nach einer Hebamme und einem Geburtsvorbereitungskurs umschauen. Die Termine fallen meist in die letzten 10 bis 12 Wochen der Schwangerschaft und finden mit oder ohne Partner statt. Zusätzlich können auch Babypflegekurse, Schwangeren-Yoga, Schwangerenschwimmen o.ä. durchgeführt werden. Anders als beim Geburtsvorbereitungskurs muss man die Kosten jedoch selbst tragen.


  • Elternzeit: Die Elternzeit kann im Anschluss an den Mutterschutz nach der Entbindung genommen werden. Sie wird dem Arbeitgeber spätestens 7 Wochen vor Antritt (also spätestens eine Woche nach der Geburt) schriftlich mitgeteilt und bedarf keiner Zustimmung des Arbeitgebers. Die Elternzeit beträgt maximal 36 Monate (abzüglich der Wochen Mutterschutz nach der Entbindung) und kann u.U. auch für spätere Jahre aufgespart werden. Während der Elternzeit ist es ggfs. möglich, zusätzlich bis zu 30 Stunden/Woche zu arbeiten.


  • Elterngeld: Das Elterngeld wird für 12 Monate gezahlt, sofern nur ein Elternteil die Elternzeit beansprucht. Zwei weitere Monate Elterngeld werden gezahlt, wenn auch der im Haushalt lebende Partner mindestens zwei Monate Elternzeit nimmt. Voraussetzung: Das Kind wird überwiegend von dem Elternteil betreut der das Elterngeld erhält.


  • Geburtstermin: Der genaue Entbindungstag ist vorab nicht bekannt, nur der errechnete Termin. Die Geburt kann aber auch schon Wochen vorher (z.B. Frühgeburt), Tage vorher oder bis zu 14 Tage nach diesem Termin erfolgen. Selbst ein geplanter Kaiserschnitt schützt nicht vor vorzeitigen Wehen und einer früheren Geburt. Wenn der Partner für den Zeitpunkt der Entbindung verfügbar sein möchte, sollte er dies bei seiner Terminplanung soweit möglich berücksichtigen. Urlaub für die erste Zeit zuhause sollte er versuchen in Vereinbarung mit dem Arbeitgeber flexibel dann zu starten, wenn die Partnerin aus dem Krankenhaus entlassen wird. Alternativ kann man Verwandte oder eine "Doula" in die Planung einbeziehen, die in den ersten Wochen nach der Geburt hilfreich zur Seite steht.


  • Kliniksuche: Die meisten Kliniken bieten nur alle 4 Wochen einen Informationsabend mit Kreißsaal-Führung an. Da man nicht immer gleich die richtige Klinik findet, ist es sinnvoll, sich schon 3-4 Monate vor dem ET umzuschauen. Auch sollte man sich über die Möglichkeiten von hebammengeführten Geburtshäusern oder Hausgeburten rechtzeitig informieren.

 

 

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