Risikoschwangerschaft: Was bedeutet das wirklich für dich und das Baby?

Risikoschwangerschaft: Was bedeutet das für mich?

Ist eine Risikoschwangerschaft wirklich ein Risiko für dich und das Baby? Wir erklären, nach welchen Kriterien Ärzte deine Schwangerschaft beurteilen. Dein Alter ist nur ein Punkt auf einer langen Liste.

Bauch einer Schwangeren
Risikoschwangerschaft - so bewerten Ärzte die Schwangerschaft © Ignacio Campo via Unsplash

Wenn das Wort Risikoschwangerschaft im Mutterpass steht, kann einen das ziemlich verunsichern. Habe ich etwas falsch gemacht? Ist mein Kind gesund? Wir können dich beruhigen. Die Einstufung Risikoschwangerschaft bedeutet nicht zwangsläufig, dass Komplikationen auftreten werden.

Tatsächlich sprechen Ärzte inzwischen häufiger als früher von einer Risikoschwangerschaft. Das liegt daran, dass der Risikokatalog sehr umfassend geworden ist, der für die Beurteilung der Schwangerschaft abgefragt wird. Er umfasst inzwischen 52 Fragen.

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Neben dem allgemeinen Gesundheitszustand und dem Alter, ist zum Beispiel auch der Lebensstil entscheidend. Es gibt also viele verschiedene Faktoren, die Ärzte als mögliches Risiko für das Ungeborene einstufen. Diese werden anhand eines festgelegten Fragenkatalogs bei der ersten Vorsorgeuntersuchung vom Frauenarzt abgefragt. Die Ergebnisse werden auf Seite fünf und sechs im Mutterpass eingetragen. Für Ärzte gibt es aber natürlich ein paar Hauptkriterien, an denen sie die Risikoschwangerschaft festmachen: Dein Alter und Vorerkrankungen gehören hier dazu.

Wichtige Kriterien für eine Risikoschwangerschaft

  • Erstgebärende, die älter als 35 Jahre sind
  • Erstgebärende, die jünger als 18 Jahre sind
  • Vorerkrankungen der werdenden Mutter (Diabetes, Asthma, Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen)
  • vorangegangene Fehlgeburten oder Frühgeburten
  • bekannte Erbkrankheiten in der Familie (z.B. Mukoviszidose oder die „Bluterkrankheit“ Hämophilie)
  • Übergewicht bei der werdenden Mutter
  • Rhesus-Unverträglichkeit (Mutter bildet Antikörper gegen das Blut des Kindes)
  • Zwillingsschwangerschaft und Mehrlingsschwangerschaften

Gerne wird eine Risikoschwangerschaft nur Frauen zugeschrieben, die erst später beschließen, schwanger zu werden. Doch tatsächlich kann der weibliche Körper auch zu jung für eine Schwangerschaft sein. Bei minderjährigen Schwangeren ist zum Beispiel das Risiko einer Präeklampsie, also dem schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck, erhöht. Das kann zu einer verzögerten Entwicklung des Fötus führen. Bei Schwangeren über 35 Jahren steigt dagegen das Risiko einer Fehlgeburt. Auch chromosomale Störungen, vor allem die Trisomie 21 (auch Downsyndrom genannt), treten häufiger auf. Aber um es noch einmal deutlich zu sagen: Diese Komplikationen können auftreten, müssen aber nicht.

Vorsorge bei einer Risikoschwangerschaft

Bei einer Risikoschwangerschaft wird deine Schwangerschaft noch engmaschiger überprüft als gewöhnlich. Bis zur 32. SSW steht jeden Monat eine Vorsorgeuntersuchung an. Danach sogar alle zwei Wochen. Für dich hat das den schönen Nebeneffekt, dass du dein Kleines über die Ultraschalluntersuchungen öfter sehen darfst. Und die Kosten dafür übernimmt die Krankenkasse. Normalerweise stehen Schwangeren nur drei Ultraschalluntersuchungen zu.  Alle weiteren sind freiwillige Zusatzleistungen und müssen von selbst finanziert werden. Als Risikoschwangere gehört aber z.B. auch eine Fruchtwasseruntersuchung zu den Vorsorgeuntersuchungen, welche die Krankenkasse zahlt.

Wie gehe ich mit der Diagnose um?

Ein bisschen kommt das natürlich auf die Situation an und was letztendlich der ausschlaggebende Punkt für die Einstufung war. Ernsthafte Vorerkrankungen dürfen nicht unterschätzt werden, ebenso wie vorangegangene Fehlgeburten. Grundsätzlich sollte dich der Eintrag „Risikoschwangerschaft“ aber nicht ängstigen. Sehe ihn als eine Art Zusatzversicherung für dich und die Ärzte.