Schwangerschaft in anderen Ländern

So ist schwanger sein weltweit

Weltweit bekommen Frauen im Durchschnitt 2,6 Kinder und jedes Land hat hierzu seinen eigenen Aberglauben, seine eigenen Rituale und Traditionen. Während man in Guyana glaubt dass das Baby schielen wird, wenn die Mutter in der Schwangerschaft Stöckelschuhe trägt, wird in England angenommen dass ein Baby später stottert, wenn man es an den Füßen kitzelt. In manchen Ländern wird der Mutter nach der Entbindung die Plazenta serviert oder dem Baby die Nabelschnur nach der Geburt um den Hals gebunden. Traditionen aus aller Welt rund um die Schwangerschaft und Geburt.

Schwangere Frau steht am Bett ihres Kindes
©Twenty20/Vanessa Aline

Äthiopien:

Hier werden Schwangerschaft und Geburt als ganz natürlich und nichts Besonderes erachtet. Darum ändert sich im Leben dieser Frauen nichts – sie arbeiten und verhalten sich wie vor der Schwangerschaft.

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Bali:

Schwangerschafts-Verbote:

Balinesische Schwangere dürfen keinen Tintenfisch essen – sonst wird es eine schwere Geburt, glaubt man.

Außerdem muss der werdende Vater in den ersten Schwangerschaftswochen alle Wünsche und Gelüste der Frau erfüllen. Ihre Forderungen werden als Forderungen des Kindes verstanden, die es durch sie aussprechen lässt. Aus Angst vor Fehlbildungen oder einem Kind mit schlechten Eigenschaften, muss der Vater auch dem ungewöhnlichsten Verlangen nachgeben.

Nach der Geburt:

Die ersten Monate nach der Geburt gelten der Heilung der Mutter.

Das Baby berührt in den ersten 105 Tagen nicht den Boden sondern wird entweder von der Mutter oder einem engen Verwandten getragen bzw. gehalten.

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Bolivien:

Bolivianische Mütter dürfen nicht stricken weil man glaubt, dass sich sonst die Nabelschnur des Babys um den Hals windet.

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China:

Schwangerschaft-Verbote:

Chinesische Schwangere gehen nicht zu Beerdigungen, vermeiden Sex in der Schwangerschaft und halten sich von bösen Geistern fern.

Auch die innere Verfassung der Mutter soll sich nach Vorstellung der Chinesen auf die Seele und den Körper des Kindes auswirken, darum soll die Schwangere ihre Gedanken streng kontrollieren: nicht über andere tratschen, keine Temperaments- oder Wutausbrüche und keine anstrengende körperliche Arbeit.

Geburtsgeschenke:

Vor der Geburt ein Geschenk für das Baby zu geben bringt in der chinesischen Kultur nicht nur Pech, sondern beleidigt auch die Großmutter. Denn die Mutter der Schwangeren ist für die gesamte Ausstattung des Babys zuständig. Sie überbringt der Schwangeren einen Monat vor dem Entbindungstermin Kleidung für das Ungeborene um die Ankunft des Enkelkindes zu beschleunigen. Ist das Baby geboren, bringt sie drei Tage später den Rest der Erstausstattung.

Geburtsschmerzen:

Auch bei der Geburt gilt es als alte Weisheit, dass die Gefühle und Gedanken der Schwangeren darauf Einfluss nehmen. Sie soll keine negativen Emotionen oder ängstlichen Gedanken verspüren. Darum erhalten Entbindende oft einen Kräutertrank der den Schmerz lindern soll.

Namensgebung:

Die Namensgebung erfolgt nach der Geburt doch ändert sich der Name im Laufe des Lebens: ein Name für die Kindheit, ein Name für die Schulzeit, einer für das Erwachsenenleben und einer beim Tod.

Wochenbett:

Chinesische Mütter bleiben nach der Geburt einen Monat lang im Bett, ruhen sich aus und bonden mit ihrem Baby.

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Mali:

Geburt:

Der Plazenta wird eine starke Macht zugesprochen. Sie kann die Stimmung des Babys negativ  beeinträchtigen oder es sogar krank machen. Daher wird sie gewaschen, getrocknet, in einen Korb gelegt und so schnell wie möglich durch den Kindsvater vergraben.

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