Schwangerschaftsdiabetes - Ursachen, Behandlung und Verlauf

Schwangerschaftsdiabetes – Ursachen, Behandlung und Verlauf

Ungefähr 10 bis 15 Prozent der Schwangeren haben eine Störung des Zuckerstoffwechsels. Hier gibt es ganz verschiedene Ausprägungen und nur bei 5 Prozent stellt sich tatsächlich eine Erkrankung heraus. Aber hat der Frauenarzt durch den Glucosetoleranztest bei einer Schwangeren einen Diabetes mellitus festgestellt, muss eine entsprechende Behandlung erfolgen.

 

 

Arzt hält Labortest in der Hand
©Pixabay/Darko Stojanovic

Was passiert bei Schwangerschaftsdiabetes?

Durch eine zu geringe Insulinproduktion der Schwangeren steigt ihr Blutzuckerspiegel zu sehr an. Dieser erhöhte Zuckergehalt im Blut gelangt natürlich auch über die Plazenta zum ungeborenen Kind. Dieses produziert dadurch selbst Insulin und lagert den Zucker als Fett ein, was zu einem auffällig großen, schweren Kind führt. Auch die Urin-Ausscheidung des Ungeborenen ist erhöht, die Fruchtwassermenge steigt über das normale Maß. In der frühen Schwangerschaft sind durch einen zu hohen Blutzucker auch Fehlbildungen des Ungeborenen oder Fehlgeburten möglich, im späteren Schwangerschaftsverlauf beseht bei fehlender Behandlung ein Risiko von Organstörungen. Auch die Plazenta ist in ihrer Funktion evtl. betroffen und kann dadurch keine ausreichende Versorgung des Kindes leisten.

Behandlung in der Schwangerschaft

Zunächst einmal wird festgestellt welchen Zuckerschwankungen die Schwangere über einen Tag hinweg unterliegt (Tagesprofil). In den meisten Fällen (ca. 85%) lässt sich der Diabetes mittels einer Ernährungsumstellung ausreichend behandeln. Hierbei werden die Mahlzeiten auf fünf bis sechs Nahrungsaufnahmen verteilt und genaue kcal-Vorgaben eingehalten. Eine Diätberatung hilft der Schwangeren, die dafür notwendigen Verhaltensrichtlinien zu erarbeiten und umzusetzen.

Manchmal ist eine Ernährungsumstellung nicht ausreichend (bei 25%). In diesem Fall sind Insulin-Injektionen die einzige Behandlungsmöglichkeit, da orale Antidiabetika in der Schwangerschaft nicht genommen werden dürfen. Moderne Insulin-Pens und handliche Blutzuckermessgeräte machen solche Maßnahmen heutzutage deutlich einfacher und angenehmer als in früheren Zeiten. Die Schwangere sollte auf jeden Fall engmaschig den BZ kontrollieren und auch beim Frauenarzt häufiger untersucht werden. Besonders regelmäßige Ultraschall- und CTG-Kontrollen sind wichtig.

Geburt

Schwangere mit Gestationsdiabetes sollten für die Entbindung möglichst eine Geburtsklinik mit angeschlossener Kinderklinik auswählen. Wenn das Kind bei einem erst spät erkannten Diabetes besonders groß ist, wird die Geburt manchmal recht anstrengend und hat häufiger einen Kaiserschnitt oder eine Geburt per Zange oder Saugglocke zur Folge. Nach der Geburt haben solche Babys auch häufiger die Neugeborenen-Gelbsucht und müssen einige Zeit unter einer UV-Lampe liegen.

In jedem Fall muss das Neugeborene einer Frau mit Schwangerschaftsdiabetes genau überwacht werden. Dazu gehören auch regelmäßige Blutentnahmen zur Bestimmung des Blutzuckerwertes. Bei der Ernährung des Säuglings wird empfohlen dass die an Diabetes erkrankte Mutter das Kind stillt.

Weiterer Verlauf

Häufige Ursachen für den Gestationsdiabetes sind Fehlernährung/Übergewicht und Schwangerschaftshormone. Daher verschwindet der Diabetes in den meisten Fällen auch mit der Hormonumstellung nach der Geburt bzw. nach einer Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion.

Für Mutter und auch für das Kind bleibt jedoch ein erhöhtes Risiko, im weiteren Verlauf des Lebens an Diabetes zu erkranken. Dies gilt besonders für weitere Schwangerschaften der Mutter. Bei zuvor festgestelltem Gestationsdiabetes sollte in allen nachfolgenden Schwangerschaften bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel und auch im späteren Verlauf ein Glucosetoleranztest erfolgen.

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