Sodbrennen in der Schwangerschaft - 21 Tipps, die wirklich helfen

21 Tipps gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft

Sodbrennen und Schwangerschaft – eine feurige Mischung für werdende Mütter in der zweiten Schwangerschaftshälfte. Wenn Du gut eine Stunde nach dem Essen eine erneute Begegnung mit Deiner letzten Mahlzeit hast, dann geht es Dir wie mehr als 70 Prozent aller Schwangeren. Doch es gibt Wege, Sodbrennen zu vermeiden oder wenigstens ohne Einnahme von Medikamenten für Linderung zu sorgen.

Was ist die Ursache für Sodbrennen?

Wenn das Baby im Bauch mehr und mehr Platz beansprucht, dann werden Organe nach oben geschoben, darunter auch der Magen. Normalerweise sorgt ein Schließmuskel dafür, das ein Zurückfließen des Mageninhalts unterbunden wird. In der Schwangerschaft ist der Druck auf den Magen jedoch oft so groß, dass dieser Muskel insbesondere im Liegen nicht mehr ausreichend standhalten kann. Hinzu kommt, dass das Hormon Progesteron die Muskeln im Körper entspannt (um vorzeitige Wehen zu vermeiden) – somit auch den Muskel, der den Mageneingang verschließt.

Mit dem ursprünglich so leckeren Essen kommt nun Magensäure die Speiseröhre hinauf, und sorgt für einen ekligen Geschmack im Mund und ein brennendes Gefühl in Hals und Rachen.

Ist Sodbrennen gefährlich?

Sodbrennen wird in der Medizin als „Reflux“ bezeichnet und ist in den meisten Fällen gesundheitlich nicht gefährlich, wenngleich auch unangenehm. Leidet jemand jedoch unter sehr häufigem Sodbrennen, so kann die Magensäure die Speiseröhre angreifen und somit für eine Entzündung der Speiseröhre sorgen. Man spricht dann von einer Refluxösophagitis und diese muss unbedingt behandelt werden, damit es nicht zu Komplikationen kommt.

Eine weitere Gefahr durch Sodbrennen besteht für die Zähne: Die Magensäure greift den Zahnschmelz an!

Verhaltenstipps gegen Sodbrennen

1. Linke Seitenlage

Es hilft zwar oft ein wenig, den Oberkörper im Bett hoch zu lagern, jedoch ist es deutlich effektiver, auf der linken Körperseite zu liegen. Durch die linke Seitenlage wird ein anatomischer Knick an der Mündung der Speiseröhre genutzt, welcher hilft, diese zu verschließen. Obendrein wird der Mageninhalt in dieser Position schneller in den Verdauungstrakt geleitet und als weiterer Effekt verbessert die linke Seitenlage auch noch die Versorgung Deines Babys mit Blut und Nährstoffen aus der Plazenta.

2. Ernährung ändern

Fette Speisen, Schokolade, Nüsse, stark gewürztes Essen, große Mahlzeiten … alles was die Verdauung belastet und für eine lange Verweildauer im Magen sorgt, erhöht die Wahrscheinlichkeit von Sodbrennen. Besser sind mehrere leicht verdauliche und kleine Mahlzeiten mit wenig Fett. Verzichte außerdem auf Süßigkeiten.

3. Abendbrotzeiten anpassen

Verzichte auf Mahlzeiten kurz vor dem Schlafengehen. Deine letzte Mahlzeit des Tages sollte nicht weniger als 3 Stunden vor dem Zubettgehen eingenommen werden.

4. Aufrecht nach dem Essen

In den ersten 60 Minuten nach dem Essen solltest Du Dich nicht hinlegen. Sitzen oder gehen fällt nach dem Essen vielleicht schwer, weil man müde ist, jedoch hilft es, die Speiseröhre zu schonen.

5. Keine enge Kleidung tragen

Manchmal wird sogar eine Umstandhose zu eng und dann sollte man sie entweder weiter stellen oder eine passendere Größe tragen, um zusätzlichen Druck auf den Magen zu vermeiden.  Selbst Unterhosen und BH’s können manchmal zu sehr drücken. Achte darauf, weite und bequeme Umstandskleidung zu tragen, die am Bauch locker sitzt.

6. Richtig trinken

Sodbrennen kann tatsächlich auch ein Zeichen von Flüssigkeitsmangel sein. Hand aufs Herz, wie viel Wasser hast Du heute schon getrunken? Etwa 6 bis 8 Gläser Wasser solltest Du am Tag trinken, jedoch nicht zu viel auf einmal sondern gut über den Tag verteilt und möglichst wenig davon zu den Mahlzeiten. Auf Kaffee und auf Getränke mit Kohlensäure solltest Du übrigens unbedingt verzichten, das wäre wie „Benzin ins Feuer gießen“.

7. Kaugummi kauen

Ja, Du hast richtig gelesen: Wir empfehlen Kaugummi! Es enthält Bicarbonat (auch in Backpulver enthalten), welches einer Übersäuerung entgegenwirkt und Säure in der Speiseröhre neutralisieren kann. Außerdem regt das Kauen von Kaugummi den Speichelfluss an, was ebenfalls die Säure in der Speiseröhre bekämpft. Zusatzeffekt: Es verbessert den Geschmack im Mund und gibt frischen Atem.

8. Werde Milchmädchen

Milch wird schon lange als Mittel gegen Sodbrennen angepriesen, besser noch ist Joghurt. Ein paar Löffel Joghurt nach der Mahlzeit können helfen, die Speiseröhre zu schützen und fördern zudem die Verdauung.

9. Exotische Lösungen

Ingwer gilt schon lange als Mittel gegen Übelkeit aber auch bei Sodbrennen kann Ingwer entweder roh, als Tee-Aufguss oder in Tablettenform für deutliche Linderung sorgen.

Papaya als frische Frucht, Saft, getrocknet oder in Tablettenform soll ebenfalls helfen.

10. Säure meiden

Nimm keine Nahrungsmittel oder Getränke zu Dir, die viel Säure enthalten. Verzichte z.B. auf Säfte mit hohem Säureanteil und auf Salatdressings mit viel Essig.

11. Alternative Medizin

Wenn nichts helfen will und Du auf Medikamente verzichten möchtest, können homöopathische Mittel, Akupunktur oder Akupressur helfen. Wende Dich an eine erfahrene Heilpraktikerin oder frage Deine Hebamme, ob sie hierfür eine Zusatzausbildung hat.

Hausmittel gegen Sodbrennen

12. Senf

1 Teelöffel Senf nach der Mahlzeit essen.

13. Haferflocken

1 Teelöffel Haferflocken lange und gut kauen, dann schlucken.

14. Nüsse

Haselnüssen oder Mandeln lange kauen und den Brei dann hinunterschlucken. Beides ausprobieren, da die Nüsse unterschiedlich wirksam sind.

15. Backwaren

Ein Stück Weißbrot oder Zwieback lange kauen und dann runterschlucken.

16. Rohkost

Eine rohe Karotte erst lange kauen und dann schlucken. Oder eine gekochte Kartoffel essen.

17. Heilerde

Heilerde (gibt’s im Reformhaus) nach Packungsanleitung in einem Glas Wasser verrühren und trinken oder alternativ in Kapselform zu Dir nehmen.

18. Natron

Wasser mit etwas Natron (z.B. Kaisernatron, Backabteilung) vermischen und trinken.

19. Kartoffelsaft

1 rohe Kartoffel reiben, dann den Saft daraus pressen und dann trinken

20. Kondensmilch

1 EL Kondensmilch nach der Mahlzeit einnehmen.

21. Sonnenblumenkerne

Die Kerne lange kauen und dann schlucken.

Wenn nichts hilft

Sodbrennen sollte auf jeden Fall Thema beim nächsten Frauenarzt-Termin sein, wenn Du regelmäßig darunter leidest. Ist die Speiseröhre angegriffen und helfen keine anderen Maßnahmen, kann es notwendig werden, Medikamente zur Neutralisierung der Säure einzunehmen. Lass Dich ausführlich beraten und achte auf die Hinweise in der Packungsbeilage. Wenn Du unsicher bist, hole Dir eine zweite Meinung  von einem anderen Frauenarzt ein oder rufe bei Deinem behandelnden Arzt an, um weitere Fragen zu stellen.

Die wirksamste Methode gegen Sodbrennen ist natürlich die Entbindung – aber damit solltest Du wirklich bis zum Ende der Schwangerschaft warten. Immerhin hören die Beschwerden dann sofort auf und geraten schnell in Vergessenheit.