Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Toxoplasmose Schwangerschaft – Vorbeugen und behandeln

Die eigentlich harmlosen Infektionskrankheiten Toxoplasmose, Röteln und Ringelröteln können in der Schwangerschaft zur Gefahr für das Ungeborene werden. Für Frauen mit Kinderwunsch und werdende Mütter ist es deshalb wichtig zu wissen, wie sie sich vor einer Ansteckung schützen können, wie sich eine Infektion bemerkbar macht und welche Auswirkungen die Krankheiten auf ihr Baby haben könnte.

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Toxoplasmose

Schätzungen zufolge wurden die Hälfte aller Deutschen schon mit Toxoplasmose infiziert. Und das meist ohne es zu wissen, denn bei Menschen mit gutem Immunsystem macht sich die Krankheit gar nicht oder nur mit leichten grippeähnlichen Symptomen bemerkbar. Danach ist man ein Leben lang immun und es besteht auch für eine spätere Schwangerschaft keine Gefahr mehr. Ist eine Frau aber bereits in freudiger Erwartung, kann die erstmalige Ansteckung mit dem Toxoplasmoseerreger jedoch zu einer Fehlgeburt oder zu schweren Schädigungen des Ungeborenen führen. Auch Spätfolgen bei vermeintlich gesunden Neugeborenen sind möglich, beispielsweise Augen- und Gehörschäden oder Entwicklungsverzögerungen.

Ob eine Immunität oder eine akute Infektion vorliegt, kann durch eine Blutuntersuchung beim Frauenarzt festgestellt werden. Anders als in Österreich gehört dieser Test in Deutschland nicht zu den routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen und muss von der Schwangeren selbst bezahlt werden. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nur, wenn ein begründeter Verdacht für eine Erstinfektion besteht. Empfehlenswert ist der Check aber in jedem Fall, nicht nur für Katzenbesitzer. Diese sind nach jahrelangem Kontakt mit dem Tier übrigens oft schon immun und brauchen sich über eine Ansteckung keine Gedanken mehr zu machen.

Vorbeugen und Behandeln

Wird bei der Laborkontrolle eine Infektion festgestellt, kann mit entsprechenden Medikamenten das Erkrankungsrisiko des Babys gesenkt werden. Je schneller nach der Ansteckung dies geschieht, desto höher sind die Chancen, das Kind im Mutterleib vor einer geistigen oder körperlichen Behinderung zu schützen. Durch Ultraschall- und Fruchtwasseruntersuchung wird der Erfolg der Therapie nach einiger Zeit kontrolliert. Nach der Geburt kann auch das Neugeborene auf eine Infektion getestet und gegebenenfalls medikamentös behandelt werden.

Ohne den erfolgreichen Nachweis von Antikörpern im Blut der Mutter, oder wenn auf den Test verzichtet wird, ist besondere Vorsicht geboten. Um einer Ansteckung vorzubeugen sollten werdende Mamas für neun Monate folgende Regeln beherzigen:

  • auf den Genuss von rohem und nur halb durchgebratenem Fleisch lieber verzichten, Wurstsorten wie Mettwurst, Salami und rohen Schinken meiden
  • wenn beim Kochen mit rohem Fleisch gearbeitet wird, ist anschließendes Händewaschen wichtig
  • bei der Gartenarbeit Gummihandschuhe benutzen, danach gründlich die Hände waschen
  • die Reinigung der Katzentoilette sollte jemand anderes übernehmen, ist dies nicht möglich, sind auch hierbei das Tragen von Gummihandschuhen und eine anschließende Händedesinfektion ratsam
  • Gemüse, Salat und Obst vor dem Verzehr gründlich säubern, vor allem wenn es aus dem eigenen Garten oder Freilandanbau kommt
  • eigentlich selbstverständlich, aber zum Schutz vor Toxoplasmose besonders wichtig: Händewaschen vor dem Essen
  • Kontakt mit fremden Katzen meiden, beim Schmusen und Spielen mit dem eigenen Stubentiger: hinterher Hände waschen
  • der Tierarzt kann auch bei Katzen einen Toxoplasmosetest durchführen. Ist sie infiziert, ist es vielleicht möglich sie für sechs Wochen, so lange sie ansteckend ist, in einer Tierpension oder bei Bekannten in Pflege zu geben