Schwangerschaftsübelkeit - Hilfe für die ersten Wochen

Schwangerschaftsübelkeit – Hilfe für die ersten Wochen

Meist beginnt sie morgens gleich nach dem Aufwachen, doch manche Frauen spüren sie erst später oder sogar durchgehend von morgens bis abends: Übelkeit in der Schwangerschaft! Gar nicht schön, wenn einem damit die Freude über die Schwangerschaft vermiest wird. Der Alltag im Beruf oder mit bereits vorhandenen Kindern muss trotz flauem Gefühl im Magen bewältigt werden – was hilft?

Ich bin schwanger – warum ist mir schlecht?

Es gibt leider keine einfache Antwort darauf, warum vielen Frauen in den ersten Schwangerschaftswochen übel ist. Es handelt sich vermutlich um eine Kombination von körperlichen Veränderungen, die dafür verantwortlich ist. Diese Veränderungen schließen einen rapiden Anstieg der  Hormone „Östrogen und ß-HCG“ ein, wodurch ein empfindlicher Geruchsinn, überschüssige Magensäure und vermehrte Müdigkeit zustande kommen. Einige Wissenschaftler vermuten auch, dass Stress und Emotionen hierbei eine Rolle spielen.

 

Auch wenn es Dein Unwohlsein nicht verringert, vielleicht hilft es Dir, zu wissen, dass Du nicht allein bist. Ungefähr 75% bis 80% der werdenden Mütter leiden darunter, davon leiden etwa 28% nur unter der Übelkeit, ohne zu erbrechen. Das Unangenehmste: Die Übelkeit kann zu jeder Tageszeit zuschlagen. Nur wenige Frauen haben sie nur am morgen, fast immer begleitet sie die Schwangere durch den ganzen Tag.

Manchmal haben Frauen in der ersten Schwangerschaft keine Probleme, beim nächsten Kind kann es sie jedoch trotzdem treffen. Wer bereits Erfahrungen mit Schwangerschaftsübelkeit gemacht hat, und nun ein weiteres Kind plant, sollte vorab mit dem Frauenarzt über Möglichkeiten der Vorbeugung sprechen.

Vorbeugend können helfen:

  • bestimmter Vitamin-B Präparate sowie Folsäure
  • eine gesunde Ernährung – bereits vor der Schwangerschaft

 

Die gute Nachricht ist: Übelkeit in der Frühschwangerschaft gilt als gutes Zeichen! Es zeigt, dass ein hohes Maß an Schwangerschaftshormonen vorhanden ist und dies macht eine Fehlgeburt unwahrscheinlicher.

Risikofaktoren für Übelkeit in der Schwangerschaft

Untersuchungen haben ergeben, dass Frauen mit bestimmten Vorerkrankungen bzw. Voraussetzungen eher von Übelkeit betroffen sind, dazu gehören Frauen die

… Übelkeit und Erbrechen bei Migräne haben

… seekrank / reisekrank werden und dabei Übelkeit oder Erbrechen erleben

… generell durch bestimmte Gerüche oder einen bestimmten Geschmack leicht unter Übelkeit leiden

… Erfahrung mit Übelkeit durch Einnahme der Pille haben

… Mehrlinge erwarten

… schon in vorherigen Schwangerschaften Übelkeit oder Erbrechen hatten

 

Was kann es verschlimmern, was hilft?

Schwangere Frauen reagieren unterschiedlich, doch einige Auslöser treten gehäuft auf:

  • Gerüche: dagegen hilft ein Tropfen Zitronen- oder Pfefferminz-Öl auf dem Handrücken, an dem man riechen kann
  • Hunger bzw. niedriger Blutzucker-Spiegel: gleich nach dem Aufwachen Zwieback oder Butterkekse essen, tagsüber kleine Snacks dabei haben
  • Stress: Entspannung und Spaziergänge in den Tagesablauf einbinden
  • Flüssigkeitsmangel: Tees, eiskaltes oder warmes Wasser trinken, evtl. schluckweise
  • Müdigkeit: körperliche Bewegung, alles was den Kreislauf etwas ankurbelt
  • fette oder stark gewürzte Speisen: auf leicht bekömmliche Kost ausweichen

Wie lange wird die Übelkeit anhalten?

Keine Schwangerschaft ist wie die andere und das gilt auch bei der Schwangerschaftsübelkeit. Sie kann also sowohl wenige Wochen als auch mehrere Monate anhalten, letzteres ist jedoch eher selten.

 

Unglücklicherweise kann Übelkeit oder gar Erbrechen (z.B. durch Gerüche ausgelöst) in der gesamten Schwangerschaft kommen und gehen.Nicht immer müssen sich Schwangere auch übergeben. In der Regel besteht nur ein andauerndes Gefühl der Übelkeit, Appetitlosigkeit oder auch des Ekels bei Gerüchen und Anblick von Nahrung. Doch diejenigen Frauen, die erbrechen, fühlen meist zunächst einige Zeit der Erleichterung.

Bislang scheint ein Hauptgrund für die Übelkeit in den Hormonwerten zu liegen. Somit hört man oft, dass sie ein gutes Zeichen ist, das die stabile Hormonlage bestätigt. Ein schwanger Trost! Doch wenn diese Hormone nach der 12. bis 16. SSW im Wert wieder sinken, dann bessert sich meist auch die Schwangerschaftsübelkeit und die Schwangere fühlt sich plötzlich „zum Bäume ausreißen“.

Nur ein kleines Schwangerschafts-Zipperlein?

Menschen, die selbst nicht davon betroffen sind, verharmlosen diesen Zustand gern. Im Normalfall ist die Übelkeit sie ja auch weder für die Mutter noch für das Kind gefährlich, sondern hauptsächlich sehr störend und einschränkend in der Lebensqualität. Dennoch hat Schwangerschaftsübelkeit Krankheitswert und sollte auch so betrachtet werden. Hilfe bei der Verrichtung von Hausarbeit und Kinderbetreuung ist meistens angebracht und viele Schwangere können in diesem Zustand kaum arbeiten gehen, da die Konzentration unter dem Unwohlsein leidet. Manche Kollegen mögen das als Anstellerei betrachten, aber wer selbst einmal unter Schwangerschaftsübelkeit gelitten hat, wird Verständnis haben.

Was passiert, wenn ich mich so oft übergebe, dass ich nichts bei mir behalte?

Zum Glück geht es nur wenigen Frauen so schlecht, dass sie keine Nahrung oder Flüssigkeit bei sich behalten können. Wenn es bei Dir so sein sollte, dann mache unbedingt einen Termin mit Deinem Frauenarzt und sprich mit ihm über die Schwangerschaftsübelkeit und häufiges Erbrechen!

Du solltest übrigens auch mit ihm sprechen, wenn Dir über längere Zeit absolut nicht nach Essen zumute ist und dadurch keine ausreichende Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme erfolgt. Besonders wenn Du Gewicht verlierst, muss überlegt werden ob die Versorgung des Babys noch gewährleistet ist.

Zum Glück ist die so genannte „Hyperemesis Gravidarum“ (starkes Erbrechen bei Schwangeren) nicht so häufig und kann behandelt werden. Unbehandelt allerdings kann es zur Unterversorgung, Dehydration (= starker Flüssigkeitsverlust) und anderen Komplikationen für Dich und Dein Baby kommen.

Wird eine Dehydration diagnostiziert, kannst Du im Krankenhaus oder ambulant über eine intravenöse (= in die Vene) Zufuhr mit Flüssigkeit, Glucose und Elektrolyten versorgt werden. Außerdem ist die Gabe von Medikamenten gegen das Erbrechen abzuwägen, so dass eine Nahrungsaufnahme wieder möglich wird. Auf keinen Fall sollten solche Medikamente auf eigene Faust eingenommen werden. Die sorgfältige Auswahl des richtigen Wirkstoffs, der das Baby nicht schädigt und auch bei der werdenden Mutter keine Nebenwirkungen verursacht, ist unbedingt dem Arzt zu überlassen.

Wird das Baby beeinträchtigt?

Eine milde Form der morgendlichen Übelkeit wird Dein Baby nicht beeinträchtigen, solange Du Nahrung bei Dir behalten kannst und eine ausgewogene Kost sowie ausreichend Flüssigkeit zu Dir nimmst.

Die meisten Frauen finden schnell heraus, was sie vertragen und wie oft sie am Tag etwas essen müssen, damit es ihnen besser geht. Wenn Du Vitamin- und Nahrungsergänzungspräparate für die Schwangerschaft (z.B. Folsäure) schlecht schlucken kannst, versuche es zusammen mit etwas Nahrung, das ist dann auch verträglicher für den Magen.

Oft gibt es eine Tageszeit, zu der man sich besser fühlt und die für die Einnahme dann besser geeignet ist als andere Zeiten. Hilft auch dies nichts, iss täglich vitaminreiche Cerealien und achte auf eine vitaminreiche Ernährung, so bekommen Du und Dein Baby was ihr braucht.

Gibt es Abhilfe gegen Übelkeit in der Schwangerschaft?

Das perfekte Medikament gegen die Übelkeit in der Schwangerschaft gibt es leider nicht. Zudem ist mit der Einnahme von Medizin in der Schwangerschaft ohnehin Vorsicht geboten denn eine wissenschaftliche Erprobung von Medikamenten ist bei Schwangeren aus naheliegenden Gründen nicht möglich. Dennoch gibt es Studien, die zeigen dass eine Einnahme bestimmter B-Vitamine hilft.

Akupunktur oder homöopathische Mittel sind alternative Behandlungsmöglichkeiten. Tees, Zwieback am Morgen und andere kleine Tricks gelten ebenfalls als hilfreich. Manche Frauen schwören auf einen Schluck eiskaltes Wasser, wann immer das Unwohlsein zuschlägt.