Übertragung – wenn das Baby nicht ausziehen will

Übertragung – wenn das Baby nicht ausziehen will

Von einer Übertragung sprechen Ärzte, wenn das Baby zu lange auf sich warten lässt. Ab welcher Woche es für den Bauchbewohner gefährlich werden kann und was im Notfall zu tun ist, erklären wir hier.

übertragung: Schwangere mit sehr dickem bauch
Eine Übertragung belastet Mutter und Kind ©avemario vis Bigstock

Das mit dem Geburtstermin ist so eine Sache. Zwar steht der errechnete Termin dick im Kalender, doch nur die wenigsten Babys kommen auch wirklich an diesem Tag zur Welt. In der Regel genießen die Kleinen noch ein paar Extratage in Mamas Bauch. Ärzte sprechen dabei von einer sogenannten Terminüberschreitung. Und diese ist – im Gegensatz zur Übertragung – völlig in Ordnung. In unserem Video haben wir zur besseren Einordnung noch die genauen Prozentzahlen aufgeführt, wann die meisten Babys zur Welt kommen.

Eine Übertragung ist für Babys wesentlich riskanter. Von einer Übertragung sprechen Ärzte dann, wenn auch die 42. Schwangerschaftswoche abgeschlossen ist und der Bauchbewohner noch immer keine Anstalten macht, auszuziehen. In diesem Fall wird ein Eingreifen notwendig. Der Körper ist für eine noch längere Schwangerschaft nicht ausgelegt und kann für das Baby keine optimale Versorgung mehr sicherstellen.

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Übertragung: Gefahren für das Baby

Das größte Problem bei einer Übertragung ist, dass die Plazenta jetzt schnell altert. Sie kann das Baby nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen. Auch das Fruchtwasser wird immer weniger. Dem Baby wird jetzt quasi nach und nach sein Lebensraum genommen. Das kann bei ihm zu stressbedingten Zwangs- und Fehlhaltungen führen.

Um das Risiko für Mutter und Kind möglichst gering zu halten, stehen Schwangere ab dem Moment der Terminüberschreitung besonders unter Beobachtung. Alle zwei Tage steht dann ein Kontrolltermin beim Frauenarzt an. Dabei wird per Ultraschall kontrolliert, ob noch genug Fruchtwasser vorhanden ist und wie gut die Plazenta noch arbeitet. Mittels Kardiotokografie (CTG) überprüft der Arzt die Herztöne des Babys und kann gegebenenfalls erste Wehentätigkeiten erkennen.

Das Problem dabei ist, dass diese Untersuchungen nur den aktuellen Ist-Zustand wiedergeben können. Wie sicher der Zustand des Kindes entwickeln wird, kann der Arzt damit nicht vorhersagen. Nähern sich Mutter und Kinder der kritischen 42. Woche, gehen Ärzte daher meist auf Nummer sicher und raten dazu, die Geburt künstlich einzuleiten. Das heißt, mit Hilfe von Medikamenten müssen die Wehen ausgelöst werden.

Das Baby nach einer Übertragung

Wird ein Kind nach Übertragung entbunden, sieht man deutlich, dass es höchste Zeit für die Geburt war. Viele Neugeborene, die weit nach dem errechneten Termin kommen, haben nur noch sehr wenig oder gar keine Käseschmiere mehr. Da diese Schutzschicht für die Haut fehlt, kann es passieren, dass sich die Haut etwas abschält. Auffällig sind auch die „Waschfrauenhände“, also extrem schrumpelige Hände, wie wir sie von einem zu langen Bad kennen.

Da mit einer Übertragung das Risiko einer Neugeborenengelbsucht steigt, kontrollieren die Ärzte dein Baby auf Verfärbungen. Auch die Vitalzeichen werden ganz genau überprüft. Ist der Apgar-Score in Ordnung und kann auch eine Gelbsucht ausgeschlossen werden, musst du dir keine Sorgen machen. Dein Baby hat die Geburt gut überstanden.

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