Geburtsangst - die Angst vor der Geburt des Babys (4)

Was tun gegen Angst vor der Geburt?

Die Auseinandersetzung mit einer starken Geburtsangst sollte vor der Entbindung stattfinden. Grundsätzlich haben Sie ein Recht darauf, Angst zu haben und dies auch zu zeigen und zu äußern. Die Einbeziehung des Partners und der Hebamme kann bei der Angstbewältigung helfen. Fragen Sie sich, warum oder wovor Sie Angst haben. Am Besten machen Sie sich dafür eine Liste. Dann finden Sie für jeden Punkt eine Lösung, ein Gegenargument oder eine Einstellung mit der Sie der Angst begegnen können. Hier ein paar unverbindliche Beispiele:

Schwangere liest ein Buch
©Pexels/Josh Willink

Ich habe Angst vor der Geburt weil ich …

  • … die Wehen und die Schmerzen fürchte. Lösung: Wenn ich es nicht aushalte, kann ich eine PDA in Anspruch nehmen.
  • … negative Berichte über Geburten gehört habe. Lösung: Jede Geburt ist anders. Ich kann eine schöne Geburt haben, auch wenn es bei anderen nicht so gut gelaufen ist.
  • … Angst vor Verletzungen an meinem Körper bzw. vor einem Kaiserschnitt habe. Lösung: In der heutigen Medizin muss niemand unnötig unter Schmerzen leiden. Es gibt Medikamente die Schmerzen lindern und die Wunden heilen meist recht schnell. Es ist gut, dass es für komplizierte Geburten eine solche Lösung gibt!
  • … in einer vorangegangenen Schwangerschaft schlechte Erfahrungen gemacht habe. Lösung: Was geschehen ist, ist geschehen. Ich habe bei der letzten Geburt viel gelernt. Dieses Mal bin ich noch besser vorbereitet und kann die Geburtssituation besser beeinflussen.
  • … den Geburtsvorgang befremdend finde und ich nicht verstehe, was dabei im Körper passiert. Lösung: Ich lasse mir von der Hebamme alles gut erklären und kaufe mir ein Buch, in dem ich alles nachlesen kann.
  • … nicht weiß was ich bei der Geburt machen soll. Lösung: Ich besuche einen Geburtsvorbereitungskurs und lerne, die Wehen zu veratmen. Ich informiere mich über die verschiedenen Geburtsphasen und vertraue darauf, dass ich es instinktiv weiß und dass die Hebamme mir hilft.
  • … befürchte nicht rechtzeitig im Krankenhaus anzukommen oder meinen Partner nicht dabei zu haben. Lösung: Wir haben einen Plan, was wir machen, wenn es schneller gehen muss. Ich habe die Nummer des Rettungsdienstes in meinem Telefon gespeichert und falls mein Partner nicht schnell genug da sein kann, habe ich jemanden (Freundin, Schwester, Mutter), der es auf alle Fälle rechtzeitig schafft und mich unterstützt.
  • … nicht weiß, ob ich der Hebamme und den Ärzten vertrauen kann. Lösung: Ich informiere mich ausführlich und melde mich vorher in der Klinik an. Ich bitte um ein ausführliches Gespräch als Vorbereitung für die Geburt, so dass alle wichtigen Wünsche und Sorgen bereits in meiner Akte notiert sind.
  • … Komplikationen befürchte, die das Baby oder mich sterben lassen. Lösung: Niemand hat eine Garantie, dass alles gut geht aber es hilft weder mir noch dem Kind, wenn ich mir mit Zweckpessimismus den schlimmsten Fall ausmale. Ärzte und Hebammen werden sich gut um mich und mein Baby kümmern.
  • … ein krankes Kind bekommen könnte. Lösung: Ich bin nicht allein. Wenn mein Kind krank auf die Welt kommt, werden uns Ärzte und Freunde helfen, die Situation zu bewältigen.
  • … nicht die Kontrolle über die Situation verlieren möchte. Lösung: Ich versuche so viel wie möglich mit der Hebamme abzustimmen und werde meine Wünsche klar und freundlich äußern. Mein Partner wird mich dabei unterstützen.
  • … nicht weiß, wie das Leben mit dem Baby sein wird und ob ich dem gewachsen bin. Lösung: Ich werde das schaffen, so wie alle anderen Frauen es vor mir geschafft haben. Wenn ich Probleme habe, kann ich mir bei der Hebamme, dem Kinderarzt oder bei anderen Eltern Rat holen. Mein Kind wird es bei mir gut haben.

Denke an das Positive der Geburt

Ich freue mich auf die Geburt weil …

  • … ich endlich mein Baby sehen und kennenlernen kann
  • … mein Partner das Baby endlich selbst festhalten kann
  • … ich stolz auf mich bin, wenn ich ein Baby geboren habe
  • … ich mich selbst davon überzeugen kann, dass es meinem Baby gut geht
  • … mein Körper sich von der Schwangerschaft erholen kann
  • … die vielen Vorbereitungen für das Baby nun einen Nutzen haben
  • … das Leben mit dem Baby spannend und neu sein wird
  • … ich endlich den süßen Strampelanzug benutzen kann
  • … die Schwangerschaftsbeschwerden wie Sodbrennen, Rückenschmerzen etc. vorüber sind
  • … ich mich bald wieder ungehindert bewegen kann