Wehen: Anzeichen richtig erkennen und Wehenarten unterscheiden

Wehen richtig erkennen

„Im Taxi entbunden“ – solche Überschriften hat es gelegentlich schon gegeben und viele Schwangere fürchten, dass sie ein ähnliches Entbindungserlebnis erwartet. Doch ist eine solch schnelle Geburt eher die Ausnahme und meistens kündigt sich die Entbindung bereits Stunden zuvor unmissverständlich an. Erfahren Sie hier, wie Sie Geburtswehen erkennen und den richtigen Zeitpunkt für den Weg zur Klinik abschätzen.

Gute Vorbereitung

Die meisten Kliniken begrüßen es, wenn sich eine Schwangere bereits einige Wochen vor der Entbindung im Kreißsaal anmeldet. Das erleichtert die Aufnahme aller wichtigen Daten und Sie ersparen sich die Formalitäten im Wehenzustand. Auch hilft es, Unsicherheiten bezüglich der Geburt zu reduzieren wenn Sie den Weg zum Kreißsaal bereits kennen, die Fahrtdauer einschätzen können und wissen, wie es dort aussieht. Vielleicht bekommen Sie auch schon einen ersten Eindruck vom Kreißsaal-Team und der dort herrschenden Atmosphäre. Unbedingt sollten Sie die Telefonnummer des Kreißsaals haben, damit Sie anrufen können wenn Sie unsicher sind ob die Geburt beginnt.

 

Erste Anzeichen, dass es los geht

Die meisten Schwangeren kennen bereits Senkwehen und fürchten, diese mit den Geburtswehen zu verwechseln. Tatsächlich ist es aber so, dass sich die Geburtswehen anders anfühlen und nur schwer ignoriert werden können. Frauen erkennen in den meisten Fällen die Zeichen der Geburt durch die veränderte Wehenqualität und durch die regelmäßigen Wehenabstände. Auch andere Nebeneffekte um die Geburt sind meist zu bemerken: Es kommt z.B. häufig zu leichtem Durchfall.

Senkwehen oder Eröffnungswehen?

Senkwehen sind unregelmäßig und meist nur mäßig schmerzhaft. Sie treten am Ende der Schwangerschaft auf und bringen den Fötus in Geburtsposition.

Eröffnungswehen kommen in regelmäßigen, sich zunehmend verkürzenden Abständen. Sie fühlen sich meist wie ein starker Menstruationsschmerz mit Ziehen im Rücken an und werden zunehmend stärker und länger (etwa 25 – 60 sec.).

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Senkwehen werden meist weniger wenn man ein warmes Bad nimmt, Eröffnungswehen hingegen nicht, sie können durch das warme Baden sogar intensiver werden.

Was ist jetzt zu tun?

Messen Sie die Wehenabstände, notieren Sie diese ggfs. und versuchen Sie, ausreichend ruhig und tief zu atmen. Verkrampfen Sie sich nicht sondern bleiben Sie so entspannt wie es Ihnen möglich ist. Wie schmerzhaft Sie die Wehen empfinden, hängt von Ihrer generellen Schmerzempfindlichkeit und vom aktuellen Grad Ihrer Entspannung ab. Versuchen Sie, statt sich zu verkrampfen, besser  die Wehen willkommen zu heißen: „Jede Wehe bringt mich meinem Kind näher!“

Zwischen den Wehen sollten Sie Kraft sammeln und sich ausruhen, statt noch schnell den Abwasch oder die Wäsche zu erledigen.

 

Trinken Sie viel. Wenn Sie unsicher sind ob es wirklich los geht, kontaktieren Sie Ihren Frauenarzt oder Ihre Hebamme oder direkt den Kreißsaal und klären Sie, wie Sie weiter vorgehen sollen.

Wann sollte ich in die Entbindungsklinik (bzw. das Geburtshaus) fahren?

Sie sollten schon einige Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin eine Kliniktasche bereit halten, damit Sie startklar sind.

Gründe sofort in die Klinik zu fahren:

  • vaginale Blutungen (auch leichte Schmierblutungen)
  • plötzliche Schmerzen zusätzlich zu den Wehen
  • Abgang von Flüssigkeit aus der Scheide (möglicher Blasensprung)
  • Fieber oder erhöhte Körpertemperatur
  • Abgang des Schleimpfropfs
  • Augenflimmern
  • Übelkeit, Schwindelanfälle

Zeitpunkt für die Klinik bei keinem der oben genannten Anzeichen:

 

Kommen die Wehen in regelmäßigen Abständen von 10 Minuten, sollten Sie sich auf den Weg zum Kreißsaal machen – bei längerer Anfahrt auch schon etwas früher.

Blasensprung

Am Ende der Schwangerschaft wird der Frauenarzt oder die Hebamme regelmäßig kontrollieren wie tief der Fötus bereits im Becken liegt. Sollte es zu einem Blasensprung kommen bevor das Kind mit dem Kopf vollständig im Becken liegt, ist ein liegender Transport zum Kreißsaal ratsam da sonst das Risiko besteht, dass die Nabelschnur unter den Kopf des Fötus gelangt und während der Geburt abgedrückt wird. Fragen Sie im Kreißsaal nach falls Sie unsicher sind ob ein liegender Transport notwendig ist.

Vorzeitige Wehen

Bei einem normalen, zeitgerechten Geburtsablauf setzen die Wehen ein wenn die Entwicklung des Fötus im Bauch abgeschlossen und er somit geburtsreif ist. Doch es kommt auch vor, dass Frauen vorzeitig Wehen haben und eine Frühgeburt droht.

Anzeichen für eine Frühgeburt sind generell: vorzeitige Wehen, die vorzeitige Öffnung des Muttermundes und der vorzeitige Blasensprung.

Wehentätigkeit in der Schwangerschaft ist nicht immer ein Zeichen einer drohenden Frühgeburt. Jedoch ist bei 5 bis 6 Wehen je Stunde zu erwarten dass sich der Muttermund öffnet, ebenso bei mehr als 10 schmerzhaften Wehen pro Tag und dies ist als problematisch anzusehen.

Man spricht von einer Frühgeburt wenn das Baby vor der vollendeten 36. Schwangerschaftswoche geboren wird. Durch den medizinischen Fortschritt ist ein Frühgeborenes inzwischen meist ab der 24. SSW außerhalb des Mutterleibes lebensfähig, jedoch noch vielen Risiken ausgesetzt.

Darum ist es wichtig, dass sich Schwangere mit vorzeitigen Wehen strikt an die ärztlichen Vorgaben halten, sich entsprechend schonen und versuchen die Schwangerschaft so lange wie möglich zu erhalten. Meist wird die Einnahme von Magnesium verschrieben da dieses sich entkrampfend auf die Muskulatur auswirkt. Manche Frauenärzte verschreiben Magnesium routinemäßig da es bei Schwangeren leicht zu einem Mangel kommt weil der Fötus besonders in den letzten drei Schwangerschaftsmonaten einen Großteil davon beansprucht. Magnesiummangel kann vorzeitige Wehen auslösen, häufig gehen dem Wadenkrämpfe, Kopfschmerzen, Depressionen oder Übelkeit und Erbrechen voraus.