7 Wissenswerte Infos rund um die Geburt

Autorin: Barbara Schniebel

Datum: 08.01.2016

Kreißsaal Wissen 
Du denkst Du hast schon alles über die Geburt? Manches findet man nicht in Büchern und wird auch nicht von Arzt oder Hebamme erklärt. Hier findest Du 7 Infos, die Dir vielleicht noch nicht bekannt aber dennoch wissenswert sind. 

#1: Große Babys?

Der Arzt misst Dein Baby regelmäßig per Ultraschall. Diese Messung wird zum Ende der Schwangerschaft deutlich ungenauer, verglichen mit der Frühschwangerschaft. Somit liegt das geschätzte Geburtsgewicht oft 10% bis 20% daneben. Das angeblich über 4kg schwere Baby kann also durchaus Normalgewicht haben. 

Die Ermittlung des vermutlichen Gewichts des Babys erfolgt mit Hilfe der Werte aus der Ultraschall-Messung. Kopfumfang und Länge des Oberschenkelknochens werden dabei mit einer oder mehreren Statistiken verglichen. Diese Statistiken spiegeln wieder, wie schwer Babys im Durchschnitt bei den gemessenen Werten bei der Geburt waren. Das bedeutet, dass das genannte Gewicht des Babys nur eine Vermutung ist, die aus dem Vergleich mit anderen Babys resultiert. Dein Baby kann nichtsdestotrotz andere Proportionen haben. Zudem spielt hier auch die Genauigkeit beim Messen im Ultraschall eine wesentliche Rolle - und wie ruhig das Baby sich bei der Messung verhält.

 

#2: 40 Wochen Schwangerschaft?

Dass nur ein geringer Prozentsatz aller Babys zum Entbindungstermin auf die Welt kommt, hat sich schon herumgesprochen. Eine Schwangerschaft dauert in der Regel nicht 40, sondern 40 Wochen und ein paar Tage mehr. Somit ist eine Entbindung in der 41. SSW eher zu erwarten. Bei Erstgebärenden findet die Entbindung meist in der 41. Woche +3 statt (41 +3), bei Mehrgebärenden etwa 3 Tage nach dem errechneten ET, also 40+3. Aber auch das ist mehr Statistik als Tatsache. Lies hier mehr über die genauere Vorhersage der Entbindung am Ende der Schwangerschaft.

 

#3: Einmal Kaiserschnitt - immer Kaiserschnitt?

Das muss nicht unbedingt sein. Tatsächlich hängt es von verschiedenen Faktoren ab wie z.B. die Zeit, die seit dem letzten Kaiserschnitt verstrichen ist, die Art des Schnitts und der Wundheilung, der Grund für den Kaiserschnitt und die Größe des Babys. Die ganz große Frage dahinter ist: Kann die Naht der Belastung der Wehen standhalten? Auch gibt es medizinische Indikatoren, die einen erneuten Kaiserschnitt nötig machen können. Die Mehrzahl der Frauen kann aber unter günstigen Bedingungen (wenn also keine weiteren Risikofaktoren vorliegen) eine natürliche Entbindung in Betracht ziehen, da das Risiko einer Uterus-Ruptur bei etwa 1% liegt.

  

Der Satz "Einmal Kaiserschnitt, immer Kaiserschnitt" ist übrigens zurückzuführen auf einen Artikel von Edwin Cragin im Jahr 1916, worin er im Wesentlichen die Kollegen vor einem zu leichtfertigen Einsatz eines Kaiserschnitts warnen wollte, da dieser zukünftige weitere operative Eingriffe zur Geburt nach sich ziehen würde.

 

Mehr zum Thema Kaiserschnitt ...

 

#4: Angst kann die Geburt stoppen

Die Natur hat es clever eingerichtet, dass bei Gefahr der Geburtsvorgang gestoppt wird. Wenn also der Säbelzahntiger um die Ecke schlich, hat die Angst (genauer: das Hormon Adrenalin) der gebärenden Frau ermöglicht, das Weite zu suchen und dafür die Wehen unterbrochen.

Nun ist eine Schwangere im Kreißsaal meist sicher, dennoch bekommen Frauen oft Angst - nämlich vor der Geburt - und dies kann den Geburtsvorgang behindern, die Wehen stoppen und für eine deutlich längere und vielleicht auch schwierigere Geburt sorgen.

 

Mehr zum Thema Geburtsangst ...

 

#5: Geburtseinleitung

Die künstliche Einleitung der Geburt kann durch vaginale Zäpfchen oder einen Tropf erfolgen. Nicht immer kommt es unmittelbar im Anschluss auch zu Wehentätigkeit. Besonders bei den Zäpfchen kann es durchaus einen Tag und länger dauern, bis die Wehen einsetzen.

 

#6: Entbindung mit Epidural Anästhesie

Kaum eine Frau entbindet heute noch ohne PDA. Schmerzfrei soll die Geburt sein und zugleich ohne Nebenwirkungen für das Baby. Doch nicht immer kann dieses Ziel erreicht werden. Viele Frauen werden mit der PDA nur teilweise schmerzfrei, z.B. halbseitig. Auch muss die Anästhesie für die Presswehen beendet sein, damit die Schwangere tatkräftig mithelfen kann - dies ist nur möglich wenn sie die Wehen spürt. Auch ist die PDA nicht so frei von unerwünschten Wirkungen wie es gern behauptet wird. Die unter einer normalen Geburt ausgeschütteten Hormone z.B. für das Bonding werden durch eine PDA nur vermindert produziert. Studien legen nahe, dass Geburten mit PDA länger dauern. Auch Dein Baby bekommt über die Nabelschnur die Medikamente aus der PDA verabreicht - jedoch hat es weniger die Möglichkeit diese im Körper abzubauen als ein erwachsener, vollständig entwickelter Mensch. Lies mehr dazu unter Geburt mit PDA ...

 

#7 Babys Herzfrequenz

Eine große Sorge von werdenden Müttern ist, dass das Baby während der Geburt nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird und dadurch Schaden nimmt. Wenn dann während der Geburt das CTG plötzlich Alarm schlägt, wird aus Sorge unmittelbar Angst. Das kann durchaus motivieren und neue Kräfte zum Pressen mobilisieren, dennoch sollte man wissen, dass während der Geburt die Nabelschnur gedehnt und gedrückt wird und kurzzeitige Abfälle der Herzfrequenz dabei normal sind. Zwar führt es vielleicht dazu, dass sich der Kreißsaal plötzlich mit Personal füllt, aber ein Blick in das Gesicht Deiner Hebamme wird Dir meist verraten, wie ernst die Lage wirklich ist.

 

 

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