Stimmungstief nach der Geburt

Wochenbett-Psychose oder Wochenbett-Depression?

Erfahre, was hinter den einzelnen Abstufungen steckt!

©Unsplash/Elizabeth Lies

Postpartales Stimmungstief (Babyblues):

Etwa 3 Tage nach der Entbindung tritt bei ca. 80% aller Mütter dieses Tief auf. Man spricht dann oft vom „Heultag“ und meistens klingt diese Phase nach wenigen Stunden oder Tagen wieder ab. Symptome sind meist Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Traurigkeit, Reizbarkeit, Gemütsschwankungen und häufiges Weinen. Hier ist es wichtig, die Mutter über Ihren Zustand aufzuklären. Das Wissen über die Ursache Ihres Stimmungstiefs, kann sie von ihren Schuldgefühlen entlasten.

Wochenbett-Depression:

10 – 25% der Mütter entwickelt im ersten Jahr nach der Geburt eine Depression. Sie beginnt meist schleichend und wird oft nur an den körperlichen Symptomen erkannt. Sie kann schon gleich nach der Entbindung oder im Laufe des ersten Jahres entstehen. Häufige Symptome sind Appetit- oder Essstörungen, Schuldgefühle, Verringerung der Libido, große Müdigkeit, Ängstlichkeit, Traurigkeit und das Gefühl, der Mutterrolle nicht gewachsen zu sein. Bei schwerem Verlauf kommen Angst, Panik und vielleicht auch Selbstmordgedanken hinzu.

Entwickelt sich eine Depression, so reicht Selbsthilfe nicht aus – professionelle Hilfe ist unbedingt erforderlich. Zunächst sollte sich die betroffene Mutter jemandem anvertrauen, z.B. der Hebamme, dem Haus- oder Frauenarzt. Diese werden die Beschwerden ernst nehmen und können dann eine Behandlung in die Wege leiten. Die Behandlung kann in Form von Psychotherapie, Medikamenten oder Hormongabe erfolgen – meist ist es eine Kombination aus mehreren Behandlungen. Auch alternative Heilmethoden wie Akupunktur werden immer häufiger angewendet.

Wochenbett-Psychose:

0,1 bis 0,2% der Mütter entwickeln nach der Geburt eine Wochenbett-Psychose. Sie tritt meist in den ersten 14 Tagen nach der Geburt auf und ist die schwerste Form der Krisen nach einer Geburt. Erste Anzeichen können sein, dass die Mutter sich regelrecht zwingen muss, sich um das Neugeborene zu kümmern. Sie ist am Baby kaum interessiert, psychomotorisch unruhig, hat Gemütsschwankungen, Schuldgefühle, vielleicht sogar Wahnvorstellungen. Sie ist unter anderem vielleicht verwirrt, ängstlich oder antriebslos. Die Therapie entspricht der Behandlung einer Wochenbett-Depression, jedoch kann ein stationärer Aufenthalt zusätzlich erforderlich sein, um das Leben von Mutter und Kind zu schützen.