Zyste am Eierstock: Muss ich mir Sorgen machen?

Zyste am Eierstock: Muss ich mir Sorgen machen?

In der Regel bildet sich eine Zyste am Eierstock unbemerkt und wird erst durch eine Vorsorgeuntersuchung entdeckt. Wie aber entstehen Zysten überhaupt und können sie gefährlich werden?

Eine Zyste am Eierstock muss nicht schmerzhaft sein
Eine Zyste am Eierstock bleibt oftmals zunächst unbemerkt. © siam.pukkato via Bigstock

Eine Zyste ist ein mit Flüssigkeit oder Gewebe gefülltes Bläschen. Eine Zyste am Eierstock wird auch als Ovarialzyste bezeichnet und verursacht in den meisten Fällen keine Beschwerden.

Wie entstehen Eierstockzysten?

Bei Zysten am Eierstock unterscheidet man zwischen zwei Arten:

  • den funktionellen Zysten und
  • den angeborenen Zysten

Funktionelle Eierstockzysten

Wird am Eierstock eine Zyste entdeckt, handelt es sich in den meisten Fällen um eine funktionelle Zyste. Sie können ab dem geschlechtsreifen Alter entstehen, vor allem in der Pubertät oder während der Wechseljahre, da der Körper hier besonders starken hormonellen Schwankungen ausgesetzt ist. Weitere Ursachen, die zu einer Zyste am Eierstock führen können sind beispielsweise Nebenwirkungen von Hormontherapien oder eine Endometriose – also eine meist gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut.

Unter den funktionellen Eierstockzysten existieren folgenden Unterarten:

Follikelzyste:

Einmal im Monat bildet sich im Eierstock ein Eibläschen – Follikel genannt. Er ist mit Flüssigkeit sowie der heranreifenden Eizelle gefüllt. Ist der Follikel zwischen 15 und 25 Millimeter groß, platzt er und setzt die Eizelle frei (Eisprung). Findet jedoch kein Eisprung statt, kann der Follikel im Eierstock erhalten bleiben und weiterwachsen. Das Ergebnis ist eine bis zu acht Zentimeter große, mit Flüssigkeit gefüllte Follikelzyste.

Gelbkörper-Zyste:

Eine weitere Form der Zyste am Eierstock ist die Gelbkörper-Zyste, auch Corpus-luteum-Zyste genannt. Der Gelbkörper entsteht aus den Resten des gesprungenen Follikels. Normalerweise bildet sich der Gelbkörper von selber zurück, wenn die freigesetzte Eizelle nicht befruchtet wird. Er kann sich aber auch zystisch verändern.

Auch die sogenannte Luteinzyste kann aus dem Gelbkörper im Zuge einer Hormontherapie gegen Unfruchtbarkeit entstehen.

Das passiert in deinem Körper bei einer Endometriose

Schokoladenzyste:

Sie kann bei einer Endometriose entstehen und zwar, wenn sich Teile der Gebärmutterschleimhaut in den Eierstöcken ansiedeln und dort weiterwachsen. Dabei behält die Gebärmutterschleimthaut jedoch die Funktion bei, während der Menstruation zu bluten. Das Problem: Weil das Blut nicht abfließen kann, wie es in der Gebärmutter der Fall ist, bilden sich Zysten, die wegen ihrer Farbe Schokoladenzysten genannt werden.

Polyzystische Ovarien:

Bei dieser Form der Zyste am Eierstock ist ebenfalls ein hormonelles Ungleichgewicht schuld, was dazu führt, dass die Eierstöcke immer mehr Follikel bilden. Diese platzen jedoch nicht, sondern werden zu polyzystische Ovarien. Sie sind Hauptmerkmal des sogenannten PCO-Syndroms (polyzystisches Ovarialsyndrom).

Angeborene Zysten

Es gibt jedoch auch angeborene Fehlbildungen wie den Dermoidzysten oder den Parovarialzysten, die sich aus embryonalen Gewebe bilden und entweder in oder neben den Eierstöcken siedeln. Im Gegensatz zu den funktionellen sind angeborene Zysten weitaus seltener. Bösartige Entartungen sind noch seltener: In nur ein bis zwei Prozent der Fälle handelt es sich um einen Tumor.

Symptome einer Eierstockzyste

Oft entwickeln sich Zysten symptomfrei. Ab einer bestimmten Größe und bei Komplikationen können jedoch Symptome wie Störungen der Regelblutung, Krämpfe und Ziehen im Unterleib, Rückenschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Übelkeit, Fieber oder Schwindel. Kläre solche Symptome immer mit deinem behandelnden Frauenarzt ab.

Wie wird eine Zyste am Eierstock diagnostiziert und behandelt?

Wenn der Verdacht auf eine Ovarialzyste besteht, stellt der behandelnde Frauenarzt in der Regel zunächst mehrere Fragen, wie: Wann war die letzte Regelblutung? Wie lange hat sie gedauert? Werden Hormonpräparate genommen?

Danach untersucht der Arzt die Eierstöcke per Ultraschall. Diagnostiziert er eine Dermoid- oder Parovarialzyste am Eierstock, wird er diese per Bauchspiegelung (in Vollnarkose) entfernen. Dieser operative Eingriff ist jedoch eher selten.

Abhängig von Art und Größe können Eierstockzysten auch mit Medikamenten therapiert werden. Die darin enthaltenen Hormone können zu einer Rückbildung des entarteten Gewebes führen.

Kann eine Zyste am Eierstock gefährlich werden?

In über 90 Prozent der Fälle sind Ovarialzysten jedoch kein Grund zur Sorge und heilen von selbst und ohne Therapie aus. Und auch wenn sie in der Regel weder Beschwerden noch Komplikationen verursachen, gibt es auch hier Ausnahmen:

Zyste am Eierstock geplatzt: Wie hoch sind die Risiken?

Dies kann beispielsweise sowohl bei einer Tastuntersuchung als auch ohne Auslöser geschehen, ist äußerst schmerzhaft, aber auch harmlos. Gefährlich wird es erst, wenn umliegende Gefäße verletzt wurden und es zu Blutungen im Bauchraum kommt. Dann muss umgehend operiert werden.

Das bedeutet Stieldrehung einer Zyste

Große Zysten sind manchmal über einen Gefäßstiel mit dem Eierstock verbunden. Ruckartige Bewegungen können dazu führen, dass sich der Stiel verdreht und die Blutversorgung des Eierstocks unterbrochen ist. Die Folge: starke Schmerzen, Schweißausbrüche und Übelkeit. Hier muss eine OP erfolgen.

Kann ich trotz Zyste schwanger werden?

Eine Zyste am Eierstock hat nur selten Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit der Frau. Jedoch haben Frauen mit Kinderwunsch im Fall von polyzystischen Ovarien und bei schwerwiegenden Zysten in Folge einer Endometriose oft Probleme, schwanger zu werden.