6. Schwangerschaftswoche (6. SSW)

6. SSW 
Während in Deinem Körper bereits ein zweites, kleines Herzchen schlägt, hast Du vielleicht mit allerlei Veränderungen zu kämpfen. Neben körperlichen Symptomen spielt nun auch die Psyche etwas verrückt und zwischen Launenhaftigkeit und Selbstzweifeln kommt die Freude über die Schwangerschaft vielleicht gerade etwas kurz.

Zu Beginn der 6. Schwangerschaftswoche sind es bis zum Entbindungstermin (ET) noch:
35 Wochen bzw. 245 Tage 
man spricht von SSW 5 +0

 

 

 

Dein Körper in der 6. Woche

Dein Bauch

Bild: shutterstock.com 

Wenn Du erstmals schwanger bist, dann wird sich Dein Bauch noch nicht verändert haben. Vielleicht scheint er Dir dicker, das liegt dann vermutlich an Verdauungsproblemen. Wenn Du keine Schwangerschaftsübelkeit hast, kann es sein, dass Du schon ein wenig zugenommen hast. Wer unter Übelkeit leidet, wird vielleicht ein wenig Gewicht verloren haben.

Bei der zweiten und jeder nachfolgenden Schwangerschaft wird sich Dein Bauch schon jetzt leicht wölben und vielleicht bekommst du den Knopf Deiner Jeans nicht mehr zu.

Ein Arzt oder eine Hebamme kann durch Tasten bereits eine Vergrößerung der Gebärmutter feststellen.

Schwangerschaftssymptome

Hier sollst Du nun ein wenig mehr über die Ursache verschiedener Schwangerschaftsanzeichen erfahren:

 

Vermehrtes Wasser lassen

Häufiger Harndrang ist schon in den ersten Wochen deutlich zu merken. Ursache ist nicht etwa das Baby, das auf die Blase drückt - das wäre ja noch viel zu früh - sondern die Durchblutung des Beckens ist erhöht und die Nieren arbeiten nun effizienter, um Abfallstoffe aus dem Urin zu filtern. Schuld ist natürlich mal wieder das hCG-Hormon!

 

Müdigkeit

Du könntest jetzt ständig schlafen und bist dennoch nicht ausgeruht, wenn Du aufwachst? Keine Sorge, das ist ganz normal und Deine fehlende Energie wird gerade umgeleitet zu Deinem Baby  - somit teilt man doch gern, oder?

Vielleicht musst du zurzeit auch mehrmals in der Nacht aufstehen und zur Toilette gehen - häufig unterbrochener Schlaf macht dann am Tag zusätzlich müde.

Dein Körper ist außerdem mit einigen Veränderungen und Umstellungen beschäftigt. Gib Dir und Deinem Körper Zeit, diese Phase der Anpassung zu bewältigen und ruhe Dich aus. Vermeide Stress und ärgere Dich auch nicht, wenn bei der Arbeit und zu Hause alles liegen bleibt. Dies ist eine außergewöhnliche Situation und Du kannst nicht erwarten, dass Du wie gewöhnlich funktionierst.

 

Verstopfung

Damit keine Nährstoffe verschwendet werden und wirklich alles verwertet wird um Mutter und Baby zu ernähren, arbeitet der Verdauungstrakt nun langsamer. Dabei wird auch mehr Flüssigkeit entzogen und das Resultat ist dann Obstipation (Verstopfung). Ein gutes Hausmittel ist ein Glas kaltes Wasser mit zwei EL Apfelessig. Achte darauf, auch am Tag genügend zu trinken und vermeide Kaffee.

 

Schwangerschaftskomplikationen

Die 6. Schwangerschaftswoche ist ein guter Zeitpunkt für den Besuch beim Frauenarzt. Oft kann man jetzt im Ultraschall bereits etwas erkennen und gegen Ende der Woche vielleicht auch das kleine Herz wie einen pochenden Punkt schlagen sehen.
Bei diesem Termin wird nicht nur die Schwangerschaft bestätigt, sondern auch überprüft, ob sich das befruchtete Ei korrekt in der Gebärmutter angesiedelt hat. In wenigen Fällen findet die Einnistung im Eileiter statt (Eileiterschwangerschaft) oder an einem ungünstigen Ort in der Gebärmutter.

 

Wie sich Dein ungeborenes Baby entwickelt

shutterstock

Wie groß ist Dein Baby jetzt?

Dein Baby misst jetzt zwischen 2 und 3 mm - es ist also kaum größer als eine Bleistiftspitze.

 

 

Was in dieser Woche wächst und sich entwickelt

Kaum zu glauben: Dein Baby ist kaum größer als eine Linse, aber es hat bereits ein schlagendes Herz! Mitte dieser Woche hat sich der Herzmuskel geformt und beginnt mit seinen kleinen, flatternden Bewegungen. Diese Miniversion einen Menschenherzens ist das erste arbeitende Organ Deines Babys!

 

Jetzt sieht Dein Kleines noch eher wie eine Kaulquappe aus, als wie ein Baby: Der Kopf macht mehr als die Hälfte seines Körpers aus. In der Mitte des Körpers - nahe der Ausbuchtung, die das Herz beinhaltet - bilden sich winzige Knospen für Arme und etwas darunter für die Beine. Nicht weit davon ist der Punkt, an dem die Nabelschnur ansetzt – dünner als Garn! Die Nabelschnur verbindet den Fötus mit der wachsenden Plazenta, dem lebenserhaltenden Organ welches das wachsende Baby mit Blut und Nahrung versorgt.

 

Bild: shutterstock.com 

Der Körper endet in einem Schwanz – aber keine Angst, dieses Relikt aus der Evolution der Menschheit verschwindet in ein paar Wochen.

Im Körperinneren entwickeln sich jetzt das Kreislaufsystem und Organe wie Bauchspeicheldrüse und Leber. Entlang des „Rückens“ des Embryos befindet sich eine Reihe kleiner Knöchelchen – daraus werden sich unter anderem Rippen und Wirbelsäule bilden.

 

Erste Hirnareale entstehen für Großhirn, Kleinhirn, Zwischenhirn und das Zentrale Nervensystem.

 

Was kannst Du tun?

Wenn Du in dieser Woche zu Deinem Frauenarzt gehst, solltest du Dich auf einige Untersuchungen einstellen. Dein Urin wird untersucht - also trinke ausreichend und halte den Urin an, bis du in der Praxis bist.

Von nun an wird bei jeder Vorsorgeuntersuchung auch etwas Blut abgenommen, Gewicht und Blutdruck werden kontrolliert, stelle Dich darauf ein.

Vielleicht wird bereits bei dieser Untersuchung eine ausführliche Anamnese (Aufnahme) durchgeführt und nach allen bisherigen Schwangerschaften, Fehlgeburten, Abtreibungen, vergangenen und aktuellen Krankheiten und Operationen gefragt. Viele Ärzte warten dafür aber den nächsten Termin ab und händigen auch erst dann den Mutterpass aus. War im Ultraschall alles in Ordnung, wird der nächste Termin in vier Wochen stattfinden.

Lass Dir von Deinem Frauenarzt eine Bestätigung Deiner Schwangerschaft ausstellen. Du benötigst diesen Nachweis für den Arbeitgeber. Sollten dabei Gebühren anfallen, so muss der Arbeitgeber diese erstatten. Sobald Du ihm die Schwangerschaft bekannt gemacht hast, muss er sich an das Mutterschutzgesetz (MuSchG) halten. Es enthält viele Regeln, die Dich und Dein Ungeborenes vor Schaden schützen sollen. Lies dazu hier:

Mutterschutzgesetz - erklärt >>

Schwanger in der Probezeit >>

 

Achte weiterhin auf eine gesunde, vitaminreiche Ernährung und meide Nikotin, Umweltgifte und Chemikalien (auch im Garten und Haushalt).

 

Stimmungsschwankungen und Zweifel in der Schwangerschaft

Wenn es Dir zurzeit niemand recht machen kann und Du vielleicht sogar absichtlich einen Streit mit Deinem Partner vom Zaun brichst, dann kannst Du es jetzt auf die Hormone schieben. Auch wenn Du Dich dabei irgendwie fremdgesteuert fühlst, versuche es im Rahmen zu halten und entschuldige Dich bei gegebenem Anlass bei Deinem Partner, wenn Du gerade mal eine gute Phase hast.

 

Oft kommt es auch vor, das Frauen - selbst bei geplantem Baby - plötzlich Zweifel an dem ganzen Unterfangen bekommen. Wenn es Dir so ergeht, mach Dir keine Vorwürfe! Es ist ganz natürlich und eigentlich auch gesund, dass man nach dem ersten Enthusiasmus nun mit etwas kühlerem Kopf (und vielleicht auch flauem Gefühl im Magen) ein wenig kritisch über die Sache nachdenkt. Diese Zweifel werden vielleicht immer mal wieder kommen aber Du wirst dennoch eine gute und liebevolle Mutter werden.

 

Infos für Schwangere in Konfliktsituationen findest Du HIER.

 

Wenn eine vorangegangene Schwangerschaft in einer Fehlgeburt geendet hat, wird es Dir schwerfallen, Vertrauen in diese zu bekommen. Wie Du die kritischen Wochen seelisch meisterst, liest Du in unserem Artikel "Schwangerschaft nach Fehlgeburt".

 

  

 

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