Abstillen: der richtige Zeitpunkt, Methoden und mögliche Probleme

Abstillen – Der ideale Zeitpunkt, Methoden und mögliche Probleme

Irgendwann ist er da, der Wunsch oder die Notwendigkeit mit dem Abstillen zu beginnen. Dies kann nach wenigen Wochen der Fall sein oder erst nach Jahren, jede Mutter setzt den Zeitpunkt individuell. Wie du jetzt vorgehen kannst und worauf du beim Abstillen achten solltest, erklären wir dir ausführlich.

Wenn das Abstillen geglückt ist: Eine junge Mutter füttert ihr Kind mit der Flasche.
Wer abstillen möchte oder muss, sollte dabei behutsam vorgehen und einige Dinge beachten ©Pixabay

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Müttern, wenn möglich, bis zum vollendeten sechsten Lebensmonat ausschließlich zu stillen. Danach sollte das Baby sanft an Beikost herangeführt werden – damit beginnt der Prozess des langsamen Abstillens, da nach für nach einzelne Mahlzeiten durch andere Kost ersetzt werden. Als Abstillen bezeichnet man also das Entwöhnen von der Brust, so dass das Kind am Ende keine Muttermilch-Mahlzeiten mehr erhält. Bei Flaschenkindern wird die Einführung von Beikost als Entwöhnen bezeichnet.

So führst du Beikost richtig ein

Warum stillen Frauen ab?

Gründe für das Abstillen gibt es viele:

  • Die Mutter möchte nicht mehr stillen
  • Sie ist berufstätig und kann die Stillphasen nur schwer in ihren Arbeitsalltag integrieren
  • Sie hat Probleme mit der Milch, zum Beispiel könnte die Milchmenge einfach zu gering sein
  • Sie hat schmerzende Brüste oder hat gar mit wiederkehrenden Entzündungen zu kämpfen
  • Sie muss Medikamente einnehmen, die in die Muttermilch übergehen, und muss daher abstillen
  • Vielleicht steht auch eine längere Phase der Abwesenheit an, zum Beispiel ein Krankenhaus-Aufenthalt
  • Aber auch das Kind kann sich abstillen, indem es immer seltener an der Brust trinken möchte

Abstillen – wie geht das?

Für Mutter und Kind ist es deutlich angenehmer, wenn das Abstillen sanft und einfühlsam passiert und nicht abrupt. Wir haben hier ein paar Tipps, wie du das Abstillen angehen könntest, wenn es von dir und nicht dem Kind ausgehen soll:

  • Der Zeitpunkt des Abstillens ist wichtig, du und dein Kind sollten dafür nach Möglichkeit genug Ruhe haben. Ist dein Baby gerade krank, hast du viel Stress oder stehen Veränderungen in eurem Leben an, solltest du das Abstillen lieber noch einmal verschieben.
  • Für die Einführung der Beikost kannst du einem einfachen Beikostplan des Forschungsinstituts für Kinderernährung Dortmund (FKE) folgen. Hier kannst du genau nachlesen, in welcher Reihenfolge du die Mahlzeiten ersetzen kannst. Wichtig für den Anfang ist jedoch: Da dein Kind erst einmal nur eiswürfelgroße Mengen Brei essen wird, solltest du es im Anschluss trotzdem noch stillen. Erst wenn die Breimenge ausreichend ist, fällt die erste Stillmahlzeit komplett aus.
  • Dein Körper wird nun die gesunkene Nachfrage nach Milch registrieren und entsprechend nach für nach weniger Muttermilch bereitstellen.
  • Sind alle Hauptmahlzeiten ersetzt und du möchtest nun komplett abstillen, kannst du anfangs versuchen, die Milchmahlzeiten einfach ein wenig kürzer zu gestalten. Hast du bisher zum Beispiel zehn Minuten am Stück gestillt, kannst du versuchen, das Baby nach fünf Minuten von der Brust zu nehmen und es abzulenken oder ihm etwas anderes zu trinken oder zu essen anbieten.
  • Binde den Papa oder auch andere Verwandte in den Abstillprozess mit ein. Deinem Baby fällt der Abschied leichter, wenn es deine Muttermilch nicht ständig riecht. Also kann ruhig auch mal Papa versuchen, es ins Bett zu bringen oder abzulenken, wenn es gerne gestillt werden möchte.

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Was hilft beim Abstillen?

Abstillen wie ein Profi, dabei helfen dir ein paar Tricks. Auch damit du eine Brustentzündung oder einen Milchstau verhindern kannst:

  • Salbeitee hemmt die Milchbildung, trinke am besten drei Tassen pro Tag
  • Je enger dein BH sitzt, desto stärker geht die Milchbildung zurück. Achte aber bitte darauf, dass du ihn immer noch relativ bequem und vor allem schmerzfrei tragen kannst.
  • Kälte hemmt ebenfalls die Milchbildung. Du kannst also Kühlkompressen auf deine Brüste legen.
  • Damit du keinen Milchstau bekommst, solltest du die Brust regelmäßig massieren. Hast du sehr viel Druck durch die Milch, kannst du ein paar Schlucke abpumpen, bis der Druck weicht. Aber Achtung: nicht zu viel pumpen, sonst kurbelst du die die Milchproduktion wieder an.
  • Globuli können den Prozess des Abstillens unterstützen. Sprich am besten mit deiner Hebamme dazu.
  • Musst du abstillen und hast dabei ein sehr schweres Mamaherz, gib dir genug Zeit. Versuche die Nähe und den Körperkontakt des Stillens durch Kuscheln zu ersetzen!

Was tun bei Abstillproblemen?

Du hast Probleme beim Abstillen, körperlich oder seelisch? Dann bleibe damit auf keinen Fall alleine. Auch beim Thema Abstillen kann dir eine Hebamme oder eine Stillberaterin zur Seite stehen. Sie hilft dir, kann dir sogar homöopathische Mittel geben, um den Abstillprozess zu verbessern. Und auch bei Sorgen mit deinem Kind während des Stillens bist du bei einer Hebamme gut aufgehoben.

Ganz wichtig ist auch: Lass dir beim Thema Abstillen, wie bei allem anderen Dingen rund um dein Kind, nicht reinreden. Du und dein Kind genießt das Stillen noch sehr? Du willst noch gar nicht abstillen? Dann hör auf deinen Bauch und das Herz und lass dich nicht von Kommentaren Anderer verunsichern.