Aletes Kinderkeks "grenzt an Körperverletzung"

Aletes Kinderkeks „grenzt an Körperverletzung“

Foodwatch hat bereits zum siebten Mal die Werbelüge des Jahres gesucht und ist 2017 bei Alete fündig geworden. Die Firma verkauft den „Kinderkeks“ unter dem Deckmantel der Säuglingsnahrung. Doch der Keks ist viel ungesünder für Babys, als gedacht.

Einer kleiner Junge isst einen Keks
Doch nicht so "babygerecht", wie gedacht © Bigstock/Goodluz

Foodwatch ist eine Verbraucherschutzorganisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, die verbraucherfeindlichen Praktiken der Lebensmittelindustrie aufzudecken.

Bei einer Online-Abstimmung mit mehr als 73.000 Stimmen verbuchte der Kinderkeks von Alete knapp 50 Prozent der Stimmen und bekam somit den „Goldenen Windbeutel 2017“ verliehen. Der Preis wird von Foodwatch für die dreisteste Werbelüge des Jahres verliehen.

Die Werbelüge des „Kinderkeks“

Entgegen der Empfehlung von Ärzten und Medizinern, dass Babys keine Süßigkeiten essen sollten, verkauft Alete die Kekse für Kinder ab acht Monaten „zum Knabberlernen“ – angeblich total babygerecht.

Dabei haben die Kekse mit 25 Prozent sogar einen höheren Zuckeranteil als die Leibniz Butterkekse. „Alete nutzt sein positives Image bei Eltern aus, um auf Kosten der Kleinsten Kasse zu machen – das grenzt an Körperverletzung durch Irreführung“, so Sophie Unger, von Foodwatch gegenüber Spiegel Online.

Bericht über den "Goldenen Windbeutel" im Morgenmagazin der ARD

Alete erhält Preis zum wiederholten Mal

Es ist nicht das erste Mal, dass Alete den unbeliebten Preis gewonnen hat. Bereits 2014 gewann die Firma (damals noch unter Nestle) den Preis für die „Alete Mahlzeiten zum Trinken ab dem 10. Monat“. Ärzte warnten schon damals vor der Überfütterung von Kindern durch flüssigen Trinkbrei. Bis auf Alete haben alle Hersteller flüssige Trinkbreie mittlerweile aus dem Sortiment genommen

 

© foodwatch

Alete zeigt sich stur

Und auch über die diesjährige Preisverleihung ist Alete nicht sonderlich begeistert. Foodwatch berichtet auf Facebook von einem Aushang, den sie vor verschlossenen Türen des Firmengeländes bei Alete vorfanden.

Dort stand, man werde den Kinderkeks weiterhin vermarkten, nur auf die Bezeichnung „babygerecht“ wolle man in Zukunft verzichten. Unger zeigt sich aufgrund der aktuellen Ereignisse besorgt: „Der Fall Alete macht deutlich: Wir brauchen dringend bessere gesetzliche Vorgaben für Babylebensmittel.“

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