5. Lebenswoche: Wenn das Baby 5 Wochen ist

Entwicklung Baby: 5 Wochen alt

Wenn dein Baby 5 Wochen alt ist, wird es zunehmend aktiver und interessierter an seiner Umgebung. Doch es steht auch ein großer Entwicklungs- und Wachstumsschub bevor! Lies hier alle wichtigen Informationen über dein 5 Wochen altes Baby und welche Herausforderungen euch erwarten.

Nicht viel Zeit? Folgendes Video gibt die einen schnellen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen diese Woche:

Kurzüberblick: Baby Entwicklung 5 Wochen

Baby 5 Wochen: Größe, Gewicht, Kleidergröße

Wie groß und schwer sind die meisten Babys mit 5 Wochen und welche Kleidergröße ist die richtige? In der  Übersichtstabelle findest du alle Infos:

. Mädchen Jungs
Größe 52 Zentimeter (+/- vier Zentimeter) 56 Zentimeter (+/- vier Zentimeter)
Gewicht 4.500 Gramm (+/- 800 Gramm) 4.200 Gramm (+/- 800 Gramm)
Kleidung/ Strampler Größe 56, kleinere Babys können noch in Größe 50 passen Größe 56, kleinere Babys können noch in Größe 50 passen
Mützen Größe 35 – 37 Größe 35 – 37
Socken Größe 15-17 Größe 15-17

Wie du die Schuhgröße deines Babys berechnest, liest du hier.

Baby 5 Wochen: Entwicklung

Was entwickelt sich, wenn dein Baby 5 Wochen alt ist und mit welchen Veränderungen solltest du diese Woche rechnen?

Erster Wachstumsschub: „5-Wochen-Schub“

Wenn dein Baby 5 Wochen alt ist, macht es seinen ersten großen Wachstumsschub, beziehungsweise Entwicklungsschub. In dieser Phase ist dein Baby zeitweise mit der Situation überfordert. Zu viele neue Reize müssen verarbeitet werden und manches macht ihm Angst. Es wird vermutlich unruhiger sein, mehr weinen, mehr essen und dich deutlich mehr fordern. Wichtig ist, dass dein Baby weiß, dass es nicht allein ist. Tröste es, lass den Haushalt liegen und mache es zu deiner Priorität, dass dein 5 Wochen altes Baby sich sicher und geborgen fühlt.

Diese körperlichen Veränderungen deuten auf einen Wachstumsschub in der 5. Woche hin:

  • Dein Baby atmet regelmäßiger
  • Es erschrickt und zittert weniger
  • Es zeigt zum ersten Mal oder häufiger Tränen beim Weinen.
  • Es verschluckt sich weniger, spuckt weniger und hat weniger Probleme mit dem „Bäuerchen“

Hier findest du mehr Informationen über diesen ersten Wachstumsschub in der 5. Woche („5-Wochen-Schub“) und welche weiteren großen Wachstumsschübe dein Baby im ersten Lebensjahr erwarten.

Babys wollen in dieser Zeit besonders viel getragen werden – und dürfen das auch! Mach dir keine Sorgen, dass du dein Baby verwöhnst. Diese Sorge ist ein Relikt aus einer anderen Generation, welches aus falschen Annahmen resultierte. Neuere Forschungen belegen: Das Vermitteln von Sicherheit und die Förderung und Stimulation der Entwicklung sind eine wichtige Basis, auf der sich dein Baby zu einem selbstbewussten und gesunden Menschen entwickeln kann. Laut Professor Manfred Cierpka, Direktor des Heidelberger Instituts für Kooperationsforschung und Familientherapie stimulieren sanfte Bewegungen, zum Beispiel durch Herumtragen oder durch sanftes Schaukeln zur Musik, das Gehirn deines Babys und fördern seine Entwicklung.

Kommunikation

Dein Baby wird jetzt immer interessierter an seiner Umwelt und schaut dich aufmerksam an und zeigt sein Interesse durch heftiges Strampeln und Rudern mit den Armen. Wenn dein Baby 5 Wochen alt ist, fängt es auch an, sich besonders für bunte Farben zu interssieren. Begeistere es mit einem quitschbunten Knister- und Fühlbuch, das stimuliert alle seine Sinne gleichzeitig.

Schlafen

Wenn dein Baby 5 Wochen alt ist, wird es natürlich noch nicht durchschlafen, aber laut der Bundeszentrale für gesundheitlichen Aufklärung schlafen Kinder in den ersten drei Monaten 16-18 Stunden am Tag in unterschiedlichen Tag/ Nachtrhythmen. Wenn dein Kind gerade den 5-Wochen-Wachstumsschub durchmacht, kann es sein, dass es nochmal häufiger in der Nacht aufwacht, doch das sollte nach dem Schub immer weniger werden.

3 Monats-Koliken

Wenn dein Baby 5 Wochen ist und besonders zum Abend hin unruhig und unleidlich wird, sind die Dreimonatskoliken eine häufige Erklärung dafür. Als Anzeichen von diesen typischen Koliken gelten das ruckartige Anziehen der Beine und Abgang von Blähungen. Bei stillenden Müttern werden dann verschiedene Nahrungsmittel verantwortlich gemacht. Man sagt, was bei der Mutter Blähungen auslöst, ist auch für das Baby problematisch, zum Beispiel Milch, Schokolade, Hülsenfrüchte und Kohl. Wärmekissen, Fliegergriff, Fencheltee und eventuell Medikamente sollen helfen. Nach drei Monaten ist der Spuk dann meistens vorbei.

Lies hier mehr über die 3-Monats-Koliken.

Video-Empfehlung

Reflexe in der Babys 5. Woche

Ist das Baby 5 Wochen, nimmt es immer mehr bewusst wahr. Deswegen zeigt es auch immer mehr Reaktionen. Aber schon seit seiner Geburt ist es mit einer ganzen Reihe von Reflexen und Reaktionen ausgestattet, die sein Überleben sichern. Es reagiert auf seine Umwelt und auf Veränderungen, auch wenn wir das gar nicht so recht bemerken. Diese Reflexe sind bei 5 Wochen alten Babys am deutlichsten zu beobachten:

Labyrinth-Stellreflex

Bei einem 5 Wochen alten Baby kannst du schon beobachten, dass es versucht, den Kopf zu heben, wenn du es auf den Bauch legst. Dies liegt am sogenannten „Labyrinth-Stellreflex“. Dieser Reflex ermöglicht laut der Onlinausgabe des orthopädischen Lexikons eine „(…) Kopfhebung aus Bauchlage ab dem zweiten Lebensmonat, aus Rückenlage ab dem vierten bis sechsten Lebensmonat [und] sind ab Ende des ersten Lebensjahrs nicht mehr auslösbar.“ Dein Baby versucht sich im Raum zu orientieren und widersteht dabei erstmals der Schwerkraft. Natürlich hält dieser Reflex in Babys 5. Woche zunächst nur wenige Sekunden an und nach wie vor muss der Kopf in aufrechter Position noch festgehalten werden. Doch diese Reaktion ist für dein Baby der Beginn der aufrechten Haltung und wird sich in den nächsten Wochen verbessern.

Mehr über die Entwicklung eines Babys findest du im interaktiven Entwicklungskalender

Herausforderungen für Mütter in der 5. Woche mit Baby

Es ist eine große Umstellung, dieses Leben mit Baby: 5 Wochen ist es erst in eurem Leben und du hast vielleicht schon das Gefühl, dass es dich völlig für sich einnimmt. Schlafmangel und generelle Erschöpfung machen sich zunehmend bemerkbar. Fast alle Frauen kommen irgendwann an einen Punkt, an dem sie zeitweilig Aggressionen gegen ihr Baby empfinden. Diese Erkenntnis ist erschreckend und beunruhigend zugleich. Doch Mütter sind auch nur Menschen und es ist normal, Wut zu empfinden, wenn wir uns überfordert fühlen. Wichtig ist, wie man damit umgeht! Auf keinen Fall darf man diese Gefühle am Baby auslassen. Schütteln, schlagen und ähnliche Handlungen können ein Baby nachhaltig oder sogar lebensgefährlich verletzen. Vor allem, in dieser frühen Lebensphase! Ist das Baby 5 Wochen, ist der Schädel wegen der offenen Fontanellen noch empfindlich und die Nackenmuskulatur ist schwach und instabil.

Wochenbettdepression vorbeugen

Um diesem emotionalen Tiefpunkt vorzubeugen, ist es für frisch gebackene Eltern wichtig, sich die Aufgaben zu teilen beziehungsweise auch Hilfe von Großeltern oder Freunden anzunehmen. Dabei reichen schon „Babypausen“ von wenigen Stunden einmal in der Woche um ernsthaften psychischen Krankheiten wie etwa einer Wochenbettdepression vorzubeugen. Das wichtigste Mantra für dich und deinen Partner sollte daher lauten: „Du musst nicht alles alleine schaffen!“. Und das gilt für das gesamte Leben mit Baby: 5. Woche oder 52. Woche, es wird immer wieder anstrengende Phasen geben.

Erinnerungen bewahren

Wie die Zeit vergeht! Schon ist dein Baby 5 Wochen auf der Welt und hat damit schon den ersten Lebensmonat hinter sich. Damit du die Babyzeit als schöne Erinnerung bewahren kannst, mache immer zu Beginn eines neuen Lebensmonats ein Foto von deinem Baby. In einem gesonderten Album oder im Babytagebuch kann man dann die Veränderungen im ersten Lebensjahr deutlich nacherleben. Es gibt auch spezielle Baby-Bilderrahmen für zwölf Bilder und Fuß- oder Handabdruck.

Weitere Tipps für Babys 5. Woche: Geschwister einbinden

Wenn du noch weitere Kinder hast, achte darauf, dass sie weiterhin durch dich und Freunde oder Verwandte ausreichend Beachtung finden und sich nicht alles nur noch um das neue Geschwisterchen dreht, auch wenn das Baby erst 5 Wochen ist. Im Baby-Glück beziehungsweise Baby-Stress vergisst man leicht, dass auch die „Großen“ noch ihre Portion Elternliebe benötigen. Beginnen die Geschwister, sich auffällig zu verhalten, ist das ein deutliches Signal, dass sie sich nicht ausreichend beachtet fühlen. Das muss nicht unbedingt in Form von Eifersucht oder Aggression gegen das Baby ausgelebt werden, oft ist es ein Rückfall in frühere Kindheitsphasen oder streitbares Verhalten mit Eltern oder weiteren Geschwistern.
Achte darauf, dass du zum Beispiel beim Stillen nicht sagst „Das geht jetzt nicht, ich stille gerade“. Das Geschwisterkind fühlt sich durch solche Äußerungen ausgeschlossen. Versuche es lieber mit „Hol doch mal ein Buch und dann lese ich dir etwas vor, während das Baby trinkt“. Gib Geschwistern beim Wickeln einen „Job“, etwa den frischen Strampelanzug aussuchen, die Feuchttücher zu reichen oder Ähnliches. Und stelle vielleicht auch einen Schemel neben den Wickeltisch, sodass ein kleineres Geschwisterkind auch sehen kann, was da oben passiert.

Herausforderungen und wichtige Termine für die nächste Entwicklungswoche findest du in diesem Artikel „Baby-Entwicklung: 6 Wochen alt“.

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Quellen:

Engelhardt Lexikon Orthopädie und Unfallchirugie: http://www.lexikon-orthopaedie.com/pdx.pl?dv=0&id=00032 (letzter Abruf: 17.10.2018)

Kindergesundheit-info.de / Ein Angebot der Bundeszentrale für gesundheitlichen Aufklärung

Nathalie Charpak, Rejean Tessier: „Twenty-year Follow-up of Kangaroo Mother Care Versus Traditional Care“

AOK Familienstudie 2017: Gemeinsam gesund