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Baby beruhigen: 10 wirkungsvolle Methoden

vonBarbara Schniebel

Es gibt eine Reihe von Methoden und Griffen die helfen, ein weinendes Baby zu beruhigen. Bestimmte Geräusche unterstützen besonders gut beim Einschlafen. Jedes Baby hat andere Vorlieben – probiere einfach aus, was bei euch funktioniert!

vonBarbara Schniebel
Was hilft, wenn das Baby weint?
Was hilft, wenn das Baby weint?
© Bigstock/ famveldman

Wie kann man weinende Babys beruhigen?

Babys schreien aus den verschiedensten Gründen: Hunger, volle Windel, Wunsch nach Aufmerksamkeit, Reizüberflutung, Müdigkeit oder Bauchweh sind nur einige der möglichen Gründe. Ein erster Schritt ist daher immer herauszufinden, was dem Baby fehlt.

Warum weint mein Baby?

Alle Bedürfnisse sind gestillt und dein Baby lässt sich nicht beruhigen? Dann können diese Beruhigungsmethoden helfen: sanfte Bewegungen, Körperkontakt und Begrenzung.

Schaukeln und wiegen

Beim Schaukeln legst du dem Baby eine Hand auf die Schulter und eine Hand auf die Hüfte. Schaukle seinen Körper nun sanft in seinem Bettchen vor und zurück. Schaukle es nicht zu schnell oder zu abgehackt, sprich möglichst wenig und sanft. Leises Wiederholen von „Formeln“ wie „ein-schla-fen“ kann zusätzlich helfen.

Leicht auf den Po klopfen

Lege mit sanftem, aber sicherem Griff eine Hand auf die Schulter des Babys. Klopfe mit der anderen Hand sanft und langsam auf den Po oder Oberschenkel. Mache die Hand dabei hohl, indem du die Finger eng zusammenlegst und krümmst, als wolltest du Wasser aus einem Eimer schöpfen. Dadurch klopfst du kontrolliert und nicht zu fest. Das Klapsen sollte so rhythmisch wie möglich erfolgen. Vielleicht hilft es dir, wenn du dabei zählst oder dir im Geiste ein Lied vorsingst.

Warum beruhigt Babys das Po klopfen?

Rhythmische Bewegungen erinnern Babys an das Wiegen im Mutterleib. Der sanfte Druck am Po ähnelt den natürlichen Begrenzungen durch die Gebärmutter. Gerade gegen Ende der Schwangerschaft fühlt das Baby diese Enge. Sie gibt ihm auch nach der Geburt Sicherheit.

Du kannst auch mit beiden Händen klapsen: Mit einer Hand auf Po oder Oberschenkel mit der anderen an der Schulter. Klapse langsamer, wenn dein Kind beginnt, sich zu beruhigen und zu entspannen.

Hand auflegen kann dein Baby beruhigen

Vielen Babys genügt es, wenn du deine Hände sanft auf Schulter und Po legst (Seitenlage des Kindes) und dort mit sanftem Druck ruhen lässt. Lege dein Baby aber vor Verlassen des Raumes wieder in Rückenlage.

Streicheln

Streichle den Bauch deines Kindes, seinen Kopf oder seine Stirn. Die Bewegung sollte auf jeden Fall gleichmäßig und in einem ruhigen Rhythmus erfolgen. Wenn dein Kind eher eine kräftige Berührung mag, lege ruhig ein klein wenig Druck in die Bewegung. Du kannst auch den Rücken streicheln, wenn du dein Kind in Seitenlage bringst. Lege dein Baby aber vor Verlassen des Raumes wieder in die Rückenlage.

Körperkontakt

Dein Baby liebt es, dir nah zu sein. Fehlt ihm der Körperkontakt kann es unruhig und quengelig werden. Ein Tragetuch oder Babytragen sind jetzt gute Helfer. Die Nähe, der Blickkontakt und das rhythmische Klopfen deines Herzens wirken oft sofort beruhigend. Besonders intensiv sind die Berührungen natürlich, wenn direkter Hautkontakt besteht. Achte bitte darauf, dass dein Baby nicht auskühlt.

Beruhigen durch eine Massage

Quälen Blähungen dein Baby, kann eine Bauchmassage besonders beruhigend wirken. Die sanften Berührungen sind wohltuend und regen zudem die Darmtätigkeit an, sodass die überschüssige Luft hoffentlich schnell abgehen kann.

Auch nach dem Baden oder als Abendritual eignet sich die Babymassage. Massiere den Rücken, die Füße oder die Stirn deines Babys sanft mit etwas Öl oder Creme. Achte aber immer darauf, dass Cremes und Öle für Babyhaut geeignet sind und nicht zu stark riechen. Penetrante Gerüche können dein Baby irritieren.

Pucken gehen Unruhe

Auch das Pucken kann dabei helfen, dein Baby zu beruhigen. Dabei ist dein Baby warm und eng eingepackt – es wird so an die Zeit im Bauch erinnert. Manche Babys lieben es, andere fühlen sich dabei eher unwohl. Auch hier sind Eltern sich oft uneinig. Im Artikel „Was spricht fürs Pucken, was dagegen?“ kannst du dir die Argumente anschauen und dir eine eigene Meinung bilden.

Nuckeln

„Babys werden mit dem Instinkt geboren zu saugen, um sowohl Nahrung als auch Trost zu erhalten“, schreibt die La Leche Liga in einem Artikel über Schnuller. Das Nuckeln hilft dem Baby, sich zu beruhigen. Du kannst es anlegen, wenn es schreit und an deiner Brust saugen lassen. Der enge Körperkontakt zu dir, deine Wärme, der bekannte Geruch und dein Herzschlag ist alles, was dein Kind in diesem Moment braucht. Ohne zu Stillen hat ein Schnuller einen ähnlichen beruhigenden Effekt. Für Papas oder Mütter, die nicht stillen können/ möchten sind die Sauger daher wertvolle Helfer.

Was du außerdem beachten kannst:

  • Die richtige Technik:
    Wichtig ist, dass du Techniken zum Baby beruhigen findest, die deinem Baby helfen. Du wirst schnell merken, welche der vorgestellten Methoden dein Baby am meisten gefällt.
  • Gönn dir eine Pause:
    Wenn du merkst, dass du gestresst wirst, gönn dir eine kurze Pause. Stelle sicher, dass jemand auf dein Baby aufpasst, oder es sicher im Babybett ist und gehe für ein paar Minuten aus dem Raum und atme tief durch. Dein Baby bemerkt sonst, dass du angespannt bist und übernimmt das.
  • Wechsle die Methoden:
    Wenn eine Beruhigungsmethode nach einiger Zeit keine Wirkung mehr zeigt, solltest du eine andere Methode versuchen.
  • Was heute funktioniert, muss morgen nicht auch funktionieren:
    Eine Beruhigungsmethode, die für dein Baby einmal funktioniert hat, muss nicht dauerhaft wirksam sein. Verlasse dich also am besten nicht auf nur eine Methode.

Musik und Geräusche, die Babys beruhigen

Seinem Baby Musik zum Einschlafen vorzuspielen oder zu singen kann eine gute Möglichkeit sein, am Abend Entspannung und Ruhe einkehren zu lassen. Besonders schlaffördernd soll Instrumentalmusik sein, die die Geräuschkulisse in der Gebärmutter nachahmt. Trommelklänge, die den Herzschlag der Mutter simulieren und Schlaflieder, die von den Eltern gesungen werden.

Bestimmte, besonders monotone Geräusche haben den gleichen Effekt: zum Beispiel von einem Föhn, einem Staubsauger oder einer Waschmaschine. Diese sogenannte weißes Rauschen kann dem Baby beim Einschlafen helfen.

Baby beruhigen mit dem Griff „The Hold“

Lange Zeit wurde der Baby-Griff – auch als The Hold bekannt – als der ultimative Trick zur Beruhigung von Babys gehandelt. Obwohl die Wirkung umstritten ist, schwören einige Eltern doch darauf. In unserem Artikel siehst du, wie der Griff funktioniert.

Weitere Griffe, die Babys beruhigen:

Soll ich das Baby schreien lassen? Die Ferber-Methode

Immer noch wird Müttern oft geraten, das Baby ein bisschen schreien zu lassen. So sollen Kinder lernen, wie sie sich selbst beruhigen können. Die sogenannte Ferber-Methode wurde aber schon von vielen Experten stark kritisiert.

Tatsache ist: Wenn dein Baby schreit, dann will es dir damit etwas mitteilen. Wenn du es dann allein lässt, kann das Stress beim Baby auslösen und deinem Kind schaden. In unserem Artikel zur Ferber-Methode kannst du weitere Expertenmeinungen nachlesen.

Das Baby lässt sich nicht beruhigen! Was tun, wenn nichts hilft?

Jede Mama weiß, wie anstrengend es ist, wenn du dein Baby beruhigen willst, aber es einfach nicht klappt. Wenn dein Baby ohne Ende schreit und keine Beruhigungstechnik zu wirken scheint, dann darfst du nicht verzweifeln. Mache dir klar, dass du nicht versagt hast! Manche Babys weinen einfach mehr als andere. Vielleicht hast du auch ein Schreibaby?

Wichtig: Ein Baby, das nicht aufhören will zu schreien, kann Eltern an ihre Belastungsgrenzen bringen. Wenn du spürst, dass dich Ärger und Frustration überkommt, zieh dich für einen Moment aus der Situation zurück. Jetzt hilft es viel, das Baby für kurze Zeit in sein Bettchen zu legen und den Raum zu verlassen. Atme tief und gleichmäßig durch und zähle von 10 langsam runter auf 0. Fühlst du dich ruhiger, gehe wieder zu deinem Baby.

Scheue dich nicht davor, dir von deinem Kinderarzt Hilfe und Rat zu holen. Oder sprich mit anderen Müttern und hole dir Tipps. Du kannst dich auch an sogenannte Schreiambulanzen wenden. Eine Schreiambulanz in deiner Nähe findest du auf der Seite vom Nationalen Zentrum: Frühe Hilfen.

Hier bekommst du Hilfe

Nicht mit Beruhigungsmitteln für Babys experimentieren!

Seit ein paar Jahren gibt es das Phänomen, dass Eltern ihren Babys Schlafmittel geben. Spezielle „Wundermittelchen“ werden gezielt vermarktet und harmloser dargestellt, als sie sind. Je nach Wirkstoff können sie für Babys schwere Nebenwirkungen haben: Organe schädigen oder sogar abhängig machen. Genau kannst du das hier nachlesen: Schlafmittel sind eine harmlosen Einschlafhilfen.

Auch pflanzliche oder homöopathische Mittel sind keine Alternative. Bei Schlafproblemen sollte immer der Kinderarzt oder deine Hebamme wichtigster Ansprechpartner sein. Fühlst du dich müde und kraftlos, weil dein Baby nachts immer wieder aufwacht, hol dir Hilfe von Verwandten oder Freunden: Du musst deine Erschöpfung loswerden und Schlaf nachholen.

Quellen

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